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Borussia Mönchengladbach: Gehört Patrick Herrmann in die Derby-Startelf?

Bei Borussias Derby in Köln : Die Zeit ist reif für Patrick Herrmann

Der schnelle Flügelstürmer hat in den ersten beiden Bundesliga-Spielen dieser Saison erst wenige Minuten für Borussia gespielt. Doch es gibt gute Gründe, warum er am Samstag im Derby beim rheinischen Rivalen 1. FC Köln eine Startelf-Option sein könnte.

Es ging eigentlich perfekt los für Patrick Herrmann. Er schoss die ersten beiden Pflichtspieltore Borussias der neuen Saison beim 8:0 im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland. Man durfte sagen: Der 29-Jährige war „on fire“. Doch in der Bundesliga war er bislang noch keine Startelf-Option für Trainer Marco Rose. Sowohl beim 0:3 in Dortmund als auch beim 1:1 gegen Union Berlin saß Herrmann zunächst auf der Bank. Er kam in beiden Fällen noch ins Spiel, konnte aber keine wesentlichen Akzente mehr setzen.

Die Fans diskutierten nach dem Union-Spiel die Personalie Herrmann einigermaßen ausführlich in den sozialen Netzwerken. Viele hätten „Flaco“, wie ihn ein der Edelkicker Juan Arango taufte, gern von Beginn an gesehen. Herrmann ist ein Emotionsspieler und nicht wenigen Gladbach-Freunden fehlte eben dieser Aspekt in den Darbietungen der Mannschaft.

In Dortmund musste Herrmann der Systemumstellung auf ein 3-4-3 weichen, gegen Berlin kehrten Marcus Thuram und Alassane Plea zurück in die Startelf, um dem Gladbacher Angriff mehr Wucht zu verleihen. Der erste Offensive, der kam, war dann Hannes Wolf, der Neuling, der sich aber schwer tat, Akzente zu setzen. Herrmann kam erst in den Schlussminuten. So war die Debatte im Netz von der Frage geleitet: Hätte etwas mehr Herrmann am Samstag dem Gladbacher Spiel gut getan?

Die nächste Frage ist: Wie viel Herrmann braucht Gladbach beim Derby am Samstag beim 1. FC Köln? Es gibt einige Fakten, die für die Antwort „die größtmögliche Dosis, also von Beginn an“ sprechen - zum einen seine persönliche Bilanz gegen den rheinischen Erzrivalen. Elf Spiele hat Herrmann mitgemacht, acht davon hat er gewonnen. Im letzten Derby, das zugleich das erste Geisterspiel der Bundesliga war, legte Herrmann Breel Embolo das 1:0 auf.

Nun stellen Statistiken keine Spieler auf, ein weicher Faktor indes können sie sein, schließlich mag der Fußball diese „Ausgerechnet“-Geschichten. Dass Herrmann aber in der Vorbereitung und eben im Pokalspiel in guter Form war, könnte auch für ihn sprechen. Und dass Herrmann in jedes Spiel, und gerade in so ein Derby, alles Herzblut reinlegt, weiß Rose auch. Dass Herrmanns Saison schleppend losgeht, ist nicht neu. Auch in der vergangenen Spielzeit dauerte es, bis er richtig drin war. Erstmals wurde er am vierten Spieltag in Köln eingewechselt, danach fuchste er sich nachhaltig ins Team und kam noch auf 27 Einsätze in der Liga sowie fünf in der Europa League.

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Herrmann, Spross des Borussen-Internats, weiß wie Geduld geht und auch, dass der Slogan „jeder wird gebraucht“ gerade in einer Saison mit einer Dreifachbelastung sicherlich zutrifft. Doch alle Wartezeit der Welt hat er nicht, denn es geht für ihn auch darum, sich zu zeigen und zu empfehlen für einen eventuellen neuen Vertrag. Herrmanns Kontrakt endet 2022. Dass er gern möglichst gar ein ewiger Borussen sein will, Kostenpflichtiger Inhalt hat er zuletzt nochmal im Interview mit unserer Redaktion unterstrichen.

Allerdings hat Herrmann auch am Beispiel Raffaels gesehen, dass Verdienste um den Verein keine Garantie sind für neue Verträge. Das Arbeitspapier des „Maestro“, der noch immer auf Vereinssuche ist, wurde nicht verlängert. So geht es für Herrmann darum, Rose zu zeigen, dass er auch langfristig wichtig für Gladbach sein kann. Was Manager Max Eberl mindestens weiß: Herrmann ist längst zu einem Gesicht Borussias geworden, er hat tatsächlich die Raute im Herzen und ist somit ein wichtiger Anchorman für die Gladbach-Fans.

All seine Borussia-Gefühle bringt Herrmann auch immer wieder auf den Rasen. Damit kann er ein Team, das noch ein wenig auf der Suche nach sich selbst ist, inspirieren. Darum ist im Derby die Zeit reif für Herrmann.