1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC: Gallier ohne Zaubertrank

Duell mit ambitionierter Hertha : Gladbachs Gallier haben keinen Zaubertrank

In Hertha BSC trifft Borussia auf einen Herausforderer, der enorm investiert hat. Gladbach wiederum gefällt sich als gallisches Dorf, kann es sich aber nicht leisten, nur nach oben zu schauen. Marco Roses Mannschaft steht vor drei bedeutsamen Duellen.

Asterix und Obelix haben es in den weltberühmten Comics etwas leichter als Borussia Mönchengladbach. Sie müssen sich mit ihrem gallischen Dorf lediglich darum kümmern, wie sie die Römer zur Weißglut treiben und können dabei auch noch auf die Kraft des Zaubertranks bauen. „Einige werden schmunzeln, aber das ist für mich das plakativste Bild, wie Mönchengladbach sich entwickelt hat“, sagte Borussias Manager Max Eberl vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky), als er seinen Verein mal wieder als das „gallische Dorf der Bundesliga“ bezeichnete. Während die umzingelten Gallier mit Doping aus Miraculix’ Kessel tagein, tagaus Römer verkloppen, muss Borussia allerdings auch auf die Vereine hinter sich schauen, die ihr gerne den Rang ablaufen würden.

„Wir sind das gallische Dorf im Vergleich zu den Großmächten“, präzisierte Eberl deshalb, „müssen aber aufpassen, dass andere Vereine, die auch gut arbeiten, uns nicht den Rang ablaufen.“ Binnen acht Tagen trifft Gladbach vor Weihnachten auf drei dieser Vereine, wobei auch hier zu präzisieren ist: Eintracht Frankfurt (Dienstag, 15. Dezember) und 1899 Hoffenheim (Samstag, 19. Dezember) leisten bereits gute Arbeit, Hertha arbeitet noch daran, gut zu arbeiten mit den Millionen ihres Investors Lars Windhorst.

Zuletzt hat der 3:1-Derbysieg gegen Union Berlin der Mannschaft von Bruno Labbadia Auftrieb gegeben. Trotzdem ist sie mit elf Punkten aus zehn Spielen dem Relegationsplatz noch näher als dem letzten Europa-League-Platz, den ausgerechnet Union belegt, punktgleich mit dem Siebten aus Gladbach. „Hertha hat viel investiert, Bruno redet oft von einem Prozess. Ein paar Dinge scheinen sich langsam zu finden“, sagte Borusia-Trainer Marco Rose. „Es ist einfach eine Mannschaft mit hoher Qualität, physisch stark, mit guten Fußballern und einer guten Mischung bei der Altersstruktur.“

Mit einem Sieg könnte sich Gladbach die Hertha vom Hals halten und selbst endlich auf einen der ersten sechs Plätze springen. Auch die Duelle mit Frankfurt und Hoffenheim sind dazu geeignet, sich nicht nur oben festzusetzen, sondern die Herausforderer zu distanzieren. In der Bundesliga-Tabelle seit 2016, als RB Leipzig aufstieg, belegt Borussia Rang sechs – hinter Hoffenheim und vor Frankfurt. „Sie haben genauso einen guten Job gemacht, bewegen sich in ähnlichen Regionen und spielen ständig um Europa. Frankfurt hat dazu noch den Pokal gewonnen“, sagte Eberl.

Hertha war dagegen als Zehnter, Elfter und Zehnter in den vergangenen Jahren graumäusig unterwegs. Ins Europa-Rennen haben die Hauptstädter zuletzt nur indirekt eingegriffen, indem sie am vorletzten Spieltag gegen Bayer Leverkusen gewannen, sodass Borussia wieder auf Platz vier springen konnte – um ihn am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Hertha zu sichern. „Dafür waren wir in dem Moment dankbar, vielleicht sage ich dem Bruno das auch noch mal, wenn ich ihn sehe“, sagte Rose. Er betonte aber, dass sich seine Mannschaft den Erfolg selbst verdient habe. Zaubertrank gibt es am Niederrhein nicht. In Berlin kommt er indes nicht aus dem Kessel, sondern vom Konto.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte Borussias Startelf gegen Frankfurt aussehen