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Borussia Mönchengladbach: Gegen den FC Augsburg soll wieder eine Serie starten

Wie in der Vergangenheit : Wird Augsburg für Borussia wieder ein Serien-Start?

Zweimal schon markierten bemerkenswerte Siege gegen die bayerischen Schwaben des FCA eine Zeitenwende in Gladbach, einmal beim 4:2 im September 2015 und dann beim 5:1 Anfang Oktober 2019.

Der FC Augsburg konnte einem leidtun. Zweimal entlud sich Borussias ganze Offensivkraft über dem Klub aus dem bayerischen Schwaben. 2015 beim 4:2 und 2019, als es ein 5:1 gab. Für die Augsburger kam das Ganze einer Heimsuchung gleich, für die Borussen war es jeweils ein Start in eine Serie. Es war in beiden Fällen ein ähnlicher Zeitpunkt der Saison, einmal der sechste Spieltag, dann der siebte (nun kommen die Fuggerstädter am achten Spieltag nach Gladbach). In beiden Fällen war es für die Borussen vor allem ein stilistisch wichtiges Spiel, es kam jeweils einer gewissen Befreiung gleich.

Als die Augsburger am 23. September 2015, einem Mittwoch, im Borussia-Park vorstellig wurden, hatte es dort gerade eine Zeitenwende gegeben. Am Wochenende zuvor war nach viereinhalb Jahren Lucien Favre entschwunden. Sein Nachfolger André Schubert, aus der U23 befördert zu den Profis, gab sein Debüt. Und was für eins. Schon in der 21. Minute schoss Mo Dahoud das 4:0. Borussia, zuvor bei Favre immer extrem kontrolliert in der Offensive, stürmte als gäbe es kein Morgen, das war Schuberts Ansatz, er hatte die Lust am fröhlichen Spiel entfacht.

Auch das, was danach kam, war ein einziger Sturmlauf – von Rang 18, auf dem Schubert die Borussen eingesammelt hatte, auf Platz drei. Den erklomm Gladbach nach einem 3:1 gegen den FC Bayern München. Acht Siege und zwei Remis gab es in den ersten zehn Liga-Spielen unter Schubert, und das untermalt von 29:11 Toren. Dazu gab es starke Auftritte in der Champions League gegen Manchester City (1:2), Juventus Turin (0:0, 1:1) und vor allem gegen den FC Sevilla (4:2). Und obendrauf ein 2:0 auf Schalke im DFB-Pokal. Selbst nach vier Jahren muss man sagen: krass!

Dass das Augsburg-Spiel hinten raus noch 4:2 ausging, die Gäste also zweimal trafen, deutete an, was später zum Problem wurde: die Nachhaltigkeit fehlte in der Defensive. Doch diese Serie, die mit dem Augsburg-Spiel begann, die war die wichtige Basis für den vierten Platz und die Teilnahme an den Champions-League-Playoffs, die Borussia in jener Saison schaffte.

So war es auch nach dem 5:1 gegen die Augsburger am 6. Oktober 2019, einem Sonntag (es war genau der Jahrestag des großen 3:0 bei den Bayern in der Saison zuvor). 3:0 stand es dieses Mal nach 13 Minuten, 4:0 dann wie 2015 zur Pause. Nur dass die Borussen dieses Mal durchzogen. Zwar kam Augsburg zum Ehrentor, doch Breel Embolo legte nochmal kurz vor dem Ende nach. So glänzte Borussia 90 Minuten und nicht nur eine Halbzeit.

Auch dieser Sturmlauf gegen die Augsburger markierte eine Zweitenwende. An diesem Tag kam das fußballerische Gedankengut des neuen Trainers Marco Rose endgültig in den Köpfen der Borussen an, es war das erste Action-Feuerwerk der Rose-Ära und zugleich ein Nachweis größten Erfolgswillens.

„Ein richtig großer Schritt war für mich der 5:1-Sieg gegen den FC Augsburg“, sagte Sportdirektor Max Eberl später im „Fohlenecho“. Nicht nur, weil es stilistisch das Rose-eskste Spiel bis dahin war, sondern, weil Borussia mit einem Vorurteil aufräumte, das sie bis in den Jahren zuvor immer wieder bestätigt hatte: „Alle wussten: Wenn Borussia gewinnt, ist sie Tabellenführer. Die Mannschaft wollte das unbedingt schaffen und hat den Gegner förmlich überrannt“, sagte Eberl.

Acht Spieltage blieb Borussia Erster, das machte etwas mit dem Selbstverständnis des Teams: Es nahm sich nun als echtes Topteam wahr. Bis zum 15. Dezember, als es eine Woche zuvor ein 2:1 gegen die Bayern gab, blieb Borussia ganz oben. Und wurde am Ende der Saison Vierter und zum dritten Mal Champions-League-Teilnehmer.

Die Frage ist nun: Wiederholt sich die Geschichte erneut? Es wäre wichtig, denn es geht für die Borussen darum, üppig zu punkten bis zum Jahresende, um oben dran zu bleiben. Dass auch die aktuelle Borussia total entfesselt sein kann, hat sie schon beim 6:0 gegen Donzek nachgewiesen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gegen Augsburg gab es besondere Siege