Borussia Mönchengladbach: Gegen den BVB gibt es Hoffnung im DFB Pokal

Analyse zum Pokal-Los : Die drei Dinge machen Borussia Hoffnung gegen den BVB

Acht Niederlagen in Serie, 3:17 Tore in den letzten fünf Spielen in Dortmund. Aber eine Bilanz, die Gladbacher Abwehr und Trainer Rose sind das „Aber“ bei dem Pokal-Los.

Lucien Favre, Marco Reus, Thorgan Hazard, Mo Dahoud, Nico Schulz. Kurz: Borussia Dortmund. Zweimal binnen nicht einmal zwei Wochen gibt es das Borussen-Duell, das zugleich ein Wiedersehen mit einigen früheren Gladbachern ist. Dazu kommen die Ex-Dortmunder Matthias Ginter und Jonas Hofmann bei der hiesigen Borussia. Am zweiten Oktober-Wochenende ist die Bundesliga-Partie im früheren Westfalenstadion, am 29. oder 30. Oktober das Pokalspiel.

Man muss sagen: Es ist für Gladbach das schwerstmögliche Pokallos. Selbst das Los FC Bayern in München wäre gnädiger gewesen, wenn man auf die Statistik der vergangenen Jahre schaut. Seit 2012 gab es drei Siege in München, zuletzt sogar ein 3:0. Der BVB hat sich hingegen in den vergangenen Jahren zum furchterregendsten Gegner der Gladbacher entwickelt: Es gab acht Niederlagen in Serie. Insbesondere die Ergebnisse in Dortmund waren zuweilen gruselig: 3:17 Tore gab es dort in den vergangenen fünf Spielen. Losglück ist anders.

Aber im Fußball gibt es immer ein „Aber“, auch in der Beziehung zwischen Gladbach und Dortmund. Denn im Pokalwettbewerb haben die Gladbacher eine 100-Prozent-Quote gegen den BVB. Zugegeben, die Fallzahl ist klein. Aber sie ist wie sie ist: Zweimal gab es das Duell, zweimal auch in der zweiten Runde wie jetzt. Und zweimal setzte sich die niederrheinische Borussia durch gegen die westfälische. 1986 gab es ein 6:1, 2003 ein 2:1, jeweils passierte das auf dem Bökelberg. Und jeweils ging es danach weiter bis ins Halbfinale, wo dann Endstation war: 1986/1987 gab es ein 0:1 beim Hamburger SV, 2003/2004 ein 0:1 bei Alemannia Aachen.

Doch ist noch viel Zeit bis zum BVB, genau zwei Monate bis zum Liga-Duell und ein halber Monat mehr bis zum Pokalspiel. Marco Rose denkt ohnehin in viel kürzeren Zeiteinheiten: von Spiel zu Spiel will er sein Team weiterentwicklen und dann jeweils nach den nächsten 90 Minuten Bilanz ziehen, inwieweit seine Idee vom Fußball ein Stück mehr angekommen ist bei den Seinen. Gegen Schalke, beim torlosen Bundesliga-Auftakt, gab es Ansätze zu sehen, aber noch nicht mehr. Nun geht es nach Mainz, dorthin, wo Rose früher spielte und zum Schüler Jürgen Klopps sowie zum Kumpel von Sandro Schwarz, dem 05-Trainer, wurde. Rose gibt sich gern unemotional was solche Dinge angeht. Doch wird es ihn nicht kalt lassen, nun in offizieller Mission in die alte Heimat zu kommen.

Rose geht derzeit die Liga an wie den Pokal: Er will auf dem Weg zur „Rose-isierung“ des Borussen-Fußballs Ergebnisse einsammeln, damit die Entwicklungsphase nicht gestört wird durch den Druck, zu wenig Ertrag zu haben. Den Spagat muss er hinkriegen. Hilfreich dabei ist, dass Borussia defensiv  recht gut funktioniert im Rose-Stil. Was das angeht, kann man sagen: Borussia ist gerüstet für den BVB.

Dass es den Dortmundern lieber wäre, die Treffen mit Roses Borussia wären früher, darf man annehmen. Denn bis Oktober werden die Gladbacher schon ein gutes Stück weiter sein. Und der BVB hatte bereits ein Schock-Erlebnis mit dem ausentwickelten Rose-Fußball: Im März 2018 gewann dieser mit RB Salzburg 2:1 beim BVB und warf diesen aus der Europa League. Weswegen das Pokallos für Rose vielleicht weniger furchterregend ist als es zunächst klingt. Es gibt also Hoffnung gegen den BVB.

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