Borussia Mönchengladbach: Gegen Borussia Dortmund gab es viele denkwürdige Partien

Denkwürdige Duelle gegen Dortmund : Borussia droht neunte Niederlage in Folge gegen den BVB

Achtmal in Folge hat Borussia gegen Dortmund verloren. In den 1970ern waren die Kräfteverhältnisse noch anders verteilt. Zudem ging es oft torreich zu gegen den BVB.

Gerade einmal 28 Sekunden dauerte es, bis Oscar Wendt den Ball im Dortmunder Tor untergebracht hatte. Der Schwede traf am 11. April 2015 im Heimspiel gegen den BVB mit dem ersten Angriff der Gladbacher. Später schossen noch Raffael – nach einem 60-Meter-Sololauf Patrick Herrmanns – und Havard Nordtveit zwei weitere Tore, am Ende stand ein 3:1. Mit dem Sieg machte Borussia damals nicht nur einen wichtigen Schritt Richtung direkter Champions-League-Qualifikation, sie glich auch die Bundesliga-Bilanz gegen die Namenscousine aus Dortmund aus: 29 Siegen standen nun 29 Niederlagen gegenüber, hinzu kamen 28 Unentschieden.

Seitdem jedoch ist auf der Habenseite der Gladbacher nichts mehr hinzugekommen, die acht Bundesligaspiele seitdem hat Borussia gegen den BVB allesamt verloren. Eine solche Negativserie ist einzigartig in der Gladbacher Bundesliga-Historie. Dabei hatte die Bilanz zuvor lange Zeit für die Borussen vom Niederrhein gesprochen. Zwischen 1970 und 1982 war Gladbach gar 16 Bundesligaspiele in Folge ungeschlagen geblieben gegen die Dortmunder, die damals nicht zur deutschen Elite zählten und sich zwischenzeitlich sogar für vier Jahre in die Zweitklassigkeit verabschiedeten.

Entsprechend deutlich ging manches Spiel für Borussia aus: Unvergessen und unübertroffen ist hierbei das 12:0 zum Meisterschaftsfinale 1978, als Gladbach beinahe den Kölnern noch über die Tordifferenz die Deutsche Meisterschaft entrissen hätte und sich Jupp Heynckes mit fünf Treffern als aktiver Torjäger von der Bundesligabühne verabschiedete. Schon sieben Jahre zuvor hatte ein überragender Günter Netzer sein Team mit drei eigenen Treffern zum 7:1 über Dortmund geführt.

Diese beiden Ergebnisse fielen extrem eindeutig aus, kurzweilig und torreich ging es indes oftmals zu im Borussen-Duell. Das begann schon zu Oberliga-Zeiten, als sich beide Mannschaften am Bökelberg einmal 6:6 trennten – bis heute das höchste Unentschieden in der Gladbacher Vereinsgeschichte. Gleich im ersten Bundesligaspiel 1965 gab es an gleicher Stelle ein 4:5 mit insgesamt fünf Elfmetern – das ist immer noch Bundesliga-Rekord. Und am 32. Spieltag 1970/71 gelang in Dortmund ein wichtiger 4:3-Erfolg auf dem Weg zur ersten Titelverteidigung. Von großer Bedeutung war auch das 3:0 am letzten Spieltag 1981, als sich Gladbach in einer Art Finale im Westfalenstadion den letzten deutschen Startplatz für den Uefa-Cup sicherte.

In dem darauffolgenden Jahrzehnt entwickelte sich Dortmund indes zu einem deutschen Spitzenteam, das nun auch gegen die Gladbacher wesentlich häufiger die Oberhand behielt. Doch auch wenn sich die Kräfteverhältnisse verschoben hatten, konnte Gladbach dem BVB mehrmals ein Bein stellen. Etwa 1996, als es am Bökelberg gegen den amtierenden Deutschen Meister ein 5:1 gab. Oder 2011, als die Dortmunder nach einem 0:1 im Borussia-Park ihre Meisterfeier verschieben mussten – und Gladbach unter Neu-Trainer Lucien Favre weiter an den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenverbleib glauben durfte.

Auch auswärts gelang manche Überraschung. Wie 2014, als Gladbach nach sieben Spielen ohne Sieg durch Tore von Raffael und Max Kruse 2:1 gewann und damit die Negativserie beendete. Seitdem gab es indes nur Niederlagen in Dortmund, mitunter auch deftige. Am knappsten war es noch im Vorjahr, als Gladbach das Spitzenspiel kurz vor Weihnachten 1:2 verlor. Nun geht es als Tabellenführer erneut zum Topspiel nach Dortmund – wo Borussia mit Sicherheit die neunte Bundesliga-Pleite in Serie gegen den BVB verhindern will.

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