Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Nürnberg: Dieter Hecking gibt Rennen um Europa noch nicht auf

„Wir sind immer noch dabei“ : Borussia-Coach Hecking gibt Rennen um Europa nicht auf

Für Borussia zählen in den letzten Saisonspielen nur noch Siege – nur dann könnte es noch etwas werden mit der Champions League. Die hat Trainer Dieter Hecking noch nicht aufgegeben, weiß aber, dass sein Team erst einmal in Nürnberg gewinnen muss.

Von Dezember 2009 bis Heiligabend 2012 war Dieter Hecking Trainer des 1. FC Nürnberg – am Samstag kehrt er in seinem vorletzten Spiel als Chefcoach von Borussia Mönchengladbach ins Frankenland zurück. Dass der Ex-Klub nach der Partie, die um 15.30 Uhr beginnt, bereits abgestiegen sein könnte, bereitet Hecking indes keine Gewissensbisse: „Ich glaube nicht, dass der Klub absteigt, weil er gegen uns verliert. Da waren 32 Spieltage vorher entscheidend“, sagt der Gladbacher Trainer nüchtern.

Immerhin geht es für sein Team auch noch um einiges: Wenn es die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb erreichen will, zählen für den Tabellensechsten, der zwei Punkte hinter dem Vierten Eintracht Frankfurt, aber auch nur einen Zähler vor dem Achten Hoffenheim steht, nur noch Siege. Darum kümmert es Hecking auch recht wenig, wie die Situation des Gegners ist, die eigene ist im Fokus: „Wir als Borussia Mönchengladbach wollen dieses Spiel gewinnen. Nürnberg wird sicher alles probieren, um den Abstieg abzuwenden. Darauf müssen wir eingestellt sein. Und dafür müssen wir anders auftreten als in den ersten 70 Minuten zuletzt gegen Hoffenheim. Mit dieser Leistung können wir nicht einverstanden sein. Wenn die Mannschaft nach Europa will, muss sie auch so auftreten“, sagte Hecking.

Das 2:2 gegen Hoffenheim war angesichts der großen Chancen, die der Gegner in eben jenen erwähnten 70 Spielminuten vergab, recht glücklich, es sorgte aber zum einen dafür, dass Borussia vor dem Kontrahenten blieb und zum anderen, dass es sich wie ein kleiner Erfolg anfühlte durch den späten Ausgleich des in der Endphase eingewechselten Josip Drmic. „Josip hat uns mit seinem Tor sicher einen Riesen-Gefallen getan“, sagte Hecking und ergänzte: „Ich glaube, dass die Mannschaft aus dem 2:2 ein Stück weit Energie gezogen hat. Es war zum ersten Mal seit Wochen wieder ein Lachen in der Kabine. Es ist ja nicht so, dass die Spieler die Ergebnisse davor kaltgelassen hätten. Wir wissen, dass wir es mit Europa früher klarmachen hätten können, und das ärgert uns auch. Aber wir sind immer noch dabei. Das wird die Mannschaft auf den Platz bringen müssen: Ein Stück weit Lockerheit, aber die Aufgabe nicht zu locker angehen. Das wird die Mannschaft aber auch nicht tun."

Hecking erwartet, dass Borussia in Nürnberg an die letzten 20 Minuten des Hoffenheim-Spiels anknüpft. „Da hat die Mannschaft gemerkt, dass sie sich wehren muss, selbst aktiv das Spiel gestalten muss. Das wird auch die Aufgabe in Nürnberg sein.“ Denn auch, wenn er nur noch zwei Spiele mit Borussia hat, bevor Marco Rose in der neuen Saison von RB Salzburg kommt, will Hecking die bestmögliche Abschlussplatzierung mit den Gladbachern herausholen – das wäre Rang vier und damit verbunden die direkte Qualifikation für die neue Spielzeit in der Champions League. „Du musst an maximalen Erfolg denken. Wenn du dich klein machst, wirst du auch nur das Kleine kriegen. Du musst zwei Spiele gewinnen, um die Champions League zu erreichen. Das müssen wir erst einmal tun, sind dann aber von den anderen Ergebnissen auch abhängig." Das ist generell das Besondere an letzten Spieltagen. „Wie immer, wenn es zum Schluss einer Saison geht: Wir wollen gewinnen, aber es wird auch einen eigenen Spielverlauf geben und Ergebnisse aus anderen Stadien, die für den Gegner und für uns eine Rolle spielen“, sagt Hecking. Auch das ist eine Aufgabe Borussias, das möglichst auszublenden und sich auf die eigene Leistung beim Tabellenvorletzten zu konzentrieren.

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