Borussia Mönchengladbach: Für Christoph Kramer hat Hörensagen ein Ende

Borussia Mönchengladbach : Für Kramer hat das Hörensagen ein Ende

Am Samstag steht für Borussias Weltmeister sein erstes - und vielleicht im Leben einziges - Derby-Heimspiel gegen Köln an. Vieles hat er gehört, die Erwartungen sind also hoch. "Ich hoffe, dass das Spiel das hält, was es verspricht", sagt er.

Die Stimme klingt noch ziemlich verschnupft, der Husten ist auch noch da, und in den Ohren sitzen Wattepfropfen zum Schutz gegen den kalten Wind. Aber Christoph Kramer ist wieder da. Zurück im Mannschafstraining. Nach überwundener Grippe absolviert Borussias Mittelfeldspieler wieder das normale Programm. "Die Erkältung

sitzt noch ein bisschen drin, aber ich denke, morgen ist es wieder gut", sagte er auf dem Weg in die Kabine. Ausfallen ist in diesen Tagen ja auch keine Option für einen Borussen-Profi. Nicht vor dem Derby gegen den FC am Samstag (15.30 Uhr). Nicht vor dem Spiel des Jahres.

Für Kramer persönlich ist es ein ganz besonderes Spiel. Ein WM-Finale hat er schon bestritten, ein Derby-Heimspiel gegen Köln dagegen noch nicht. Als Borusse wird er es vielleicht auch nur ein einziges Mal im Leben tun können, Partien gegen den FC als Leverkusen-Profi sind ja wieder etwas anderes. Der 23-Jährige brennt darauf, nun endlich das am eigenen Leibe zu erfahren, von dem so viele Kollegen so viel Großartiges erzählt haben. "Ich habe natürlich viel gehört über das Derby hier zu Hause. Und in diesen Erzählungen war es immer fantastisch. Deswegen hoffe ich, dass das Spiel auch am Samstag das hält, was es verspricht", sagt er. "Im Endeffekt ist es ein Spiel wie jedes andere, aber von der Stimmung her erwartet man eben ein Highlight."

Vom Spielverlauf und vom Ergebnis her soll es nach 90 Minuten für die Fohlen auch als Highlight durchgehen. Also so ganz anders als das 0:1 auf Schalke am Freitag, als Kramer erstmals ein Bundesligaspiel komplett auf der Bank verlebte. Manches muss dafür besser werden, vor allem eines: "Wir müssen einfach vorne in die interessanten Räume kommen, was uns gegen Schalke halt nicht gelungen ist. Darauf kommt es an. Und auf Geduld", sagt Kramer, der sich naturgemäß Hoffnungen machen darf, für Havard Nordtveit zurück in die Startelf zu rücken. Für mehr Offensivdrang. Für mehr Mut, als einzelner auch mal von der verinnerlichten Spielphilosophie abzuweichen.

Entgegen kommen soll den Borussen dabei, dass sie die Kölner auf einem flammneuen Rasen bespielen können, der in dieser Woche im Borussia-Park verlegt wird. Der alte ist erst seit November drin. Kurz zuvor hatte Kramer damals den Zustand des Rasens kritisiert, und auch heute sagt er noch: "Wir sind eine fußballerisch gute Mannschaft. Also gilt: Je besser der Rasen ist, desto besser können wir auch Fußball spielen." Für Kramer ist indes klar, dass sich seine Mitstreiter und er gegen Köln nicht nur darauf verlassen werden, den besseren Ball zu spielen und sich von der Atmosphäre tragen zu lassen. Es geht um Schneid abkaufen, nicht um Schneid abkaufen lassen. "Ich bin ja auch keiner, der den Fuß zurück zieht, ob im Derby oder gegen Wolfsburg ist egal", sagt er.

Einer, der ebenfalls heiß darauf ist, am Samstag zumindest im Kader zu stehen, ist André Hahn. Nach Zwangspause samt Gipsfuß wegen anhaltender Achillessehnenprobleme kehrte er gestern ins Mannschaftstraining zurück (während Martin Stranzl nur lief). "Ich bin beschwerdefrei und will mich im Training anbieten, um zumindest in den Kader zu rücken. Der Rest liegt am Trainer", sagte Hahn und schickte gleich noch eine Bewerbung für einen Platz unter den 18 hinterher: " Ich komme über den Kampf, über den Willen, insofern ist so ein Spiel genau das Richtige für mich."

(RP)
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