Viermal vorne, viermal gewonnen Nach einer Führung lässt Borussia nichts mehr anbrennen

Mönchengladbach · Lag Borussia unter Marco Rose einmal in Front, kassierte sie kein Gegentor mehr. Auch in Istanbul gegen Basaksehir FK wird es daher der Plan sein, 1:0 in Führung zu gehen.

 Alassane Plea (rechts) erzielte gegen Köln und Hoffenheim jeweils das 1:0 und brachte Borussia damit auf den richtigen Weg.

Alassane Plea (rechts) erzielte gegen Köln und Hoffenheim jeweils das 1:0 und brachte Borussia damit auf den richtigen Weg.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Borussen haben ein Problem unter Trainer Marco Rose. Es dauert ein wenig, bis sie in den Spielen in Schwung kommen. Die Startphasen der Partien gehören meist den Gegnern. Hoffenheim hätte schon führen können, vielleicht sogar müssen, als Alassane Plea beim 3:0-Sieg das 1:0 für Borussia erzielte, zuvor nutzten Düsseldorf und der Wolfsberger AC die anfängliche Schlafmützigkeit für Tore in der Startphase.

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Sechs von neun Pflichtspiel-Gegentreffern haben die Gladbacher in der ersten Halbzeit kassiert. Dreimal haben sie erst selbst vor dem Halbzeitpfiff zugeschlagen. Dabei bedeuten frühe Tore in den meisten Fällen die Führung – und wenn Borussia die einmal innehat, lässt sie bislang nichts mehr anbrennen.

Denn dreimal gingen die Gladbacher in ihren Pflichtspielen unter Rose mit 1:0, außerdem beim Auswärtssieg in Mainz (3:1) mit 2:1 in Führung, und sie gewannen nicht nur all diese Partien, sondern kassierten nach ihrem eigenen Treffer sogar kein Gegentor. Sobald die Borussen also durch eine Führung gestärkt sind, sind sie bislang nicht mehr zu überwinden. Und dabei ist auch noch eine Steigerung im Umgang mit der eigenen Führung zu erkennen.

In der ersten Pokalrunde beim SV Sandhausen erzielte Marcus Thuram in der 19. Minute das 1:0 für Borussia, beim Derby in Köln schoss Alassane Plea (14. Minute) sein Team in Front. Beide Male kämpfte sich Gladbach im Anschluss durch die Partie und bemühte sich zu wenig darum, schon vorzeitig für die Entscheidung zu sorgen. So waren die beiden Erfolge bis zum Schlusspfiff gefährdet, die starke Defensive um Keeper Yann Sommer und das Innenverteidiger-Duo Matthias Ginter und Nico Elvedi sicherte den Gladbachern jedoch die drei Punkte.

Mit dieser Gewissheit gelang Borussia im vergangenen Spiel in Hoffenheim der nächste Schritt. Nach dem Führungstor kurz vor der Pause durch Plea pochte das Rose-Team darauf, dass es diesmal nicht mehr eng wird und der Schwung, den dieser Treffer gebracht hat, in weitere Tore umgemünzt wird. Gladbach nutzte seine Gelegenheiten, selbst gefährlich vor dem Tor des Gegner aufzutauchen, und spielte sich viele Chancen heraus. Thuram und Florian Neuhaus gestalteten so mit ihren Toren den Nachmittag noch entspannter für die Gladbacher.

Dieses Muster ist eines, das Rose dauerhaft von seinen Schützlingen sehen möchte. Seine Spielidee kommt am besten zum Tragen, wenn der Gegner unter Druck steht und stürmen muss. Dann kann sich sein Pressing-Stil und das vertikale Offensivspiel auszahlen, die Borussen aus einer komfortablen Position mit der Sicherheit der Führung mit noch mehr Selbstbewusstsein die Dinge angehen, die in dieser Saison durch die Rose-Verpflichtung neu hinzukamen.

Der erste Auftrag in Istanbul gegen Basaksehir FK dürfte also klar sein: in Führung gehen. Die Borussen haben schon einige Male bewiesen, dass sie dem Druck des Gegners im Anschluss standhalten können. Und wenn sie wie gegen Hoffenheim auftreten, wird dieses Selbstvertrauen dazu führen, dass die Partie frühzeitig entschieden werden kann. Die Gladbacher selbst haben sich mit ihrem 0:4 gegen Wolfsberg in die Lage gebracht, dass dieses Szenario fast schon alternativlos ist.

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