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Borussia Mönchengladbach: Freiburg nimmt Lars Stindl aus dem Spiel

Angriffsspiel der Fohlenelf ausgebremst : Freiburgs Streich entzaubert Borussia

Beim 1:3 im Breisgau haben die Hausherren das Offensivspiel der Gäste im Griff und nutzen ihre Chancen konsequent. Mittelfeldspieler Jonas Hofmann sagt: „Von einer Niederlage lassen wir uns nicht umwerfen. Wir werden jetzt nicht alles schlecht reden.“

Trotz des 1:3 waren sich die Borussen im Breisgau einig: „Wir haben die erste halbe Stunde wirklich ein gutes Auswärtsspiel gemacht“, sagte Kapitän Lars Stindl. Mittelfeldspieler Jonas Hofmann sah es ebenso: „Wir haben nach dem frühen Rückstand eine super Reaktion gezeigt, haben guten Fußball gespielt, hatten ein gutes Positionsspiel. Wir haben Chancen kreiert und die Freiburger laufen lassen.“ Es folgte das große „Aber“. „In der zweiten Halbzeit haben wir genau das alles nicht mehr so richtig hingekriegt, vor allem nicht mehr 30, 40 Meter vor dem gegnerischen Tor. Da haben wir nichts annähernd Gutes mehr zustande gebracht“, analysierte Hofmann. Stindl ergänzte: „Wir haben uns nicht durchgesetzt, waren zu unsauber, hatten auch den ein oder anderen leichten Fehler, haben vielleicht auch ein bisschen zu langsam gespielt bei eigenem Ballbesitz oder beim Anlaufen die falsche Entscheidung getroffen.“

Der Kapitän hatte das aus eigener Erfahrung berichten müssen, denn vor dem 1:2 durch Luca Waldschmidt hatte Stindl den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren. Wie so oft hatte sich der als Mittelstürmer Aufgebotene ins Mittelfeld zurückfallen lassen, um als Anspielstation und Weiterleiter zu fungieren, diesmal war aber Freiburgs Lucas Höfler dazwischen. Das war alles andere als ein Zufall, Freiburgs Trainer Christian Streich hatte offensichtlich den Fokus darauf gelegt, Borussias Angriffsspiel zu lähmen, indem er Stindl aus dem Spiel nehmen ließ. Zweitweise war der Gladbacher umringt von vier Freiburgern.

Der Ballverlust war so erzwungen und Teil der Taktik, die Streich für Borussia ersonnen hatte. Dazu gehörte auch, den Spielaufbau der Gäste ganz in der Entstehung zu stören: Hatte Torwart Yann Sommer den Ball, liefen die Freiburger mit drei Mann nach vorne, deckten die Innenverteidiger und den zum Anspiel zurückeilenden Sechser Tobias Strobl ab. So mussten dann entweder die Gladbacher Außenverteidiger oder gar Flügelstürmer noch zurückkehren, um einen langen Abschlag zu verhindern. Das ging deutlich zulasten des Vorwärtsdrangs. Streich stellte daher die Laufleistung seiner Spieler in den Vordergrund, vor allem „gegen Lars Stindl, der da immer wieder schwimmt und die Bälle ablegt – viel besser geht es nicht von uns gegen den Ball“, sagte der 53-Jährige, der mit „schwimmen“ Stindl Zurückfallenlassen meinte.

Waldschmidts 2:1 sorgte merklich dafür, dass der Gladbacher Elan im Breisgau, wo es seit 2002 keinen Sieg mehr gab, erlahmte. „Das Tor fiel aus dem Nichts. Das war Glück für Freiburg und Pech für uns“, sagte Hofmann, der über die Sieglos-Serie in Freiburg ergänzte: „Natürlich kriegen wir das vorher in den Medien mit. Aber wir fanden alle, dass diese Saison ein bisschen anders ist. Wir sind hier mit Selbstbewusstsein und breiter Brust hingekommen, und so sind wir in der ersten Halbzeit auch aufgetreten.“ Das hatte Hofmann selbst demonstriert, indem sich der Mittelfeldspieler einige Schüsse nahm, da er nach seinem Dreierpack beim 4:0 gegen Mainz vor Selbstvertrauen strotzte. Indes fehlte ihm da diesmal die Durchschlagskraft, einzig bei einem Weitschuss vor der Pause musste Freiburgs Torwart Alexander Schwolow eingreifen.

Nach dem Seitenwechsel musste Borussias Trainer Dieter Hecking wechseln, da sich Stürmer Alassane Plea eine Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. Dennoch drückte Borussia auf die Führung – bis zu Stindls Fehlpass. Den Schlusspunkt setzte Lucas Höler mit einem Tor aus 47,5 Metern. Sommer wollte den Ball abseits seines Tores noch einmal schnell machen, rutschte aber ab, das Spielgerät landete im Mittelkreis genau beim Freiburger, der es ins verwaiste Tor zurückschoss. „Natürlich wurmt mich das. Aber es war in der letzten Sekunde und er trifft den natürlich auch optimal“, sagte Sommer. „Es war insgesamt die ein oder andere unglückliche und falsche Entscheidung bei jedem einzelnen, und das zieht sich dann durch das ganz Spiel“, sagte Stindl. Hofmann fand: „Wenn du zweimal in Rückstand gerätst, kommst du natürlich ins Grübeln. Aber wir sollten alle so weit sein, den Fußball, den wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, weiterzuspielen. Das haben wir nicht hingekriegt.“

Nun werden die Gladbacher nach der Niederlage beim Auswärts-Angstgegner nicht alles über den Haufen werfen. „Wir machen genauso weiter wie bisher. Von einer Niederlage lassen wir uns nicht umwerfen“, betonte Hofmann und führte aus: „Dazu stehen wir zu gut da, dafür haben wir einen zu guten Kader und sind vom Kopf her zu klar. Wir werden jetzt nicht alles schlecht reden.“