1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Finanzbericht 2020 erklärt Minus von 16,8 Millionen Euro

Borussias Finanzbericht : So setzt sich das Minus im Geschäftsjahr 2020 zusammen

Borussia hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem Jahresfehlbetrag von 16,8 Millionen Euro abgeschlossen. Jetzt hat der Verein detailliert die Geschäftszahlen dazu veröffentlicht. Daran lässt sich gut ablesen, welche Bereiche sich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt haben.

Borussias Mitglieder müssen sich noch etwas gedulden. Pandemie-bedingt musste die eigentlich für den 24. Juni vorgesehene Mitgliederversammlung verschoben werden. Der Verein ist indes zuversichtlich, dass er die Veranstaltung im August oder September im Borussia-Park nachholen kann. Die obligatorischen Berichte der Geschäftsführung und der Abteilungen hat Borussia nun aber schon in ihrem Mitgliedermagazin veröffentlicht – darunter befindet sich auch der Finanzbericht 2020.

Dass die GmbH das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Minus von 16,8 Millionen Euro abgeschlossen hat, hatte Borussia schon im April bekanntgegeben. „Das ist bei diesen extrem schwierigen Rahmenbedingungen als Erfolg zu verbuchen“, konstatierte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers und verwies auf die ein Dreitvierteljahr fehlenden Zuschauereinnahmen, die geringeren TV-Einnahmen sowie entgangene Sponsoring- und Werbeeinnahmen in Corona-Zeiten.

Ein Blick auf die detailliert aufgelisteten Geschäftszahlen zeigt dann auch, dass sich bei den Erträgen vor allem der deutliche Rückgang der Spielerträge negativ bemerkbar macht. Von 24,6 Millionen Euro im Jahr 2019 ging es runter auf 4,2 Millionen Euro – ein Minus von über 20 Millionen. Zudem machte sich bemerkbar, dass es Gladbach im vergangenen Sommer gelungen war, alle Leistungsträger zu halten, an Transfererträgen stehen nur 2,7 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es – unter anderem durch den Verkauf Thorgan Hazards – noch 38,7 Millionen gewesen.

Zumindest bei den TV-Erträgen gab es insgesamt gegenüber dem Vorjahr ein klares Plus (102,7 gegenüber 85,1 Millionen). Da dürfte auch die Teilnahme an der Champions League eine Rolle gespielt haben, durch deren Einnahmen generell so manches abgefedert werden konnte. So hielt Borussia auch ihre Eigenkapitalquote, die weiterhin bei 43 Prozent liegt.

In seinem Bericht macht Schippers zudem auf das solidarische Verhalten vieler Fans sowie die Treue der Sponsoren aufmerksam, hilfreich sei auch der gemeinsame Gehaltsverzicht von Mannschaft, Trainerteam, Staff, Geschäftsführung und der Direktoren gewesen. Trotzdem ist der Personalaufwand, der sich überwiegend auf den Profikader bezieht, im Vergleich zum Jahr 2019 von 98,6 auf 104,2 Millionen Euro gestiegen. Laut des Finanzberichts der Deutschen Fußball-Liga belegt Borussia damit den siebten Rang. Spiel- und Sachaufwand waren hingegen im Corona-Jahr jeweils deutlich gesunken.

Borussia meisterte das schwierige Jahr ohne Fremdhilfe, Landeskredite wurden nicht beantragt, und die Lizenz für die kommende Saison erhielt der Klub ohne Bedingungen und Auflagen. Die Gladbacher schauen deswegen mit Zuversicht nach vorne – jedoch in dem Wissen, dass 2021 nicht weniger herausfordernd ist. Denn auch in der Rückrunde der abgelaufenen Saison fehlten die Zuschauer, und bei den TV-Einnahmen rechnet der Klub mit einem Rückgang von 20 Prozent. Es bleibt also anspruchsvoll, den Klub durch diese besondere Zeit zu führen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Umsatz und Gewinn seit 2005