Borussia Mönchengladbach: Finale gegen Dortmund ein besonderes Spiel für Thorgan Hazard

Ersatz könnte aus Hannover kommen : Hazard trifft gegen BVB seine Zukunft - Bebou soll klar sein

Thorgan Hazard hat seine Torflaute beendet. Nun geht es gegen Borussia Dortmund, den Verein, für den er künftig spielen will. Er will seine Trefferbilanz weiter verbessern. Derweil soll Ihlas Bebou vor dem Wechsel nach Gladbach stehen.

Es war sicherlich nicht das komplizierteste Tor in der Karriere des Thorgan Hazard. Aber der Treffer zum 3:0 bei Borussias 4:0 in Nürnberg war wohl der am meisten befreiende. Das letzte Mal hatte der Belgier den Ball im Hinspiel zum 2:0-Endstand gegen den „Club“ ins Netz getreten. Seither waren 1388 Minuten ohne einen Hazard-Treffer vergangen. Da er zudem teilweise nicht gut spielte und bekanntgab, dass er zu Borussia Dortmund wechseln will, zog er sich den Unwillen der Gladbacher Fans zu.

In Nürnberg brauchte es eine Flanke Ibrahima Traorés, um die Flaute zu beenden. Dass die beiden Kumpel danach ausgiebig jubelten vor der ganz weißen Gladbach-Kurve, versteht sich. Hazards Treffer und der folgende von Denis Zakaria, den Hazard vorbereitete, haben dafür gesorgt, dass Borussia an Bayer Leverkusen vorbeigezogen ist und nun dank der besseren Torbilanz Platz vier innehat. Somit hat Hazard, der zuletzt beim Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim ausgepfiffen wurde, mit seinem zehnten Saisontor dazu beigetragen, dass die Chance auf die Champions League in Gladbach plötzlich wieder ganz groß ist.

Und nun kommt der Klub, für den Hazard dem Vernehmen nach in der nächsten Saison spielen will: die westfälische Borussia. Ob der Wechsel zustande kommt, steht auf einem anderen Blatt. Denn was die Ablösesumme angeht, da gibt es wohl noch keine echte Übereinstimmung der Klubs. Angeblich soll der BVB nicht bereit sein, mehr als 30 Millionen Euro zu zahlen. Ob das den Gladbachern reicht, ist zu bezweifeln. Schließlich wird Hazards Marktwert auf 45 Millionen Euro taxiert. Es wird noch ein ausführliches Gefeilsche in der Sache geben.

Geht Hazard, verlieren die Borussen Geschwindigkeit. Doch es scheint schon einen neuen Ansatz in dieser Sparte zu geben: Ihlas Bebou (25) soll von Hannover 96 nach Gladbach wechseln. Der Außenstürmer, der zu den schnellsten Spielern der Bundesliga gehört, kann im Abstiegsfall die Niedersachsen für zehn Millionen Euro verlassen – und hat sich dem Vernehmen nach für Gladbach entschieden. Von 2012 bis 2017 spielte er für Fortuna Düsseldorf.

Doch Bebou wäre die Zukunft, Hazard ist die Gegenwart. Dass ihn das Wechsel-Gerede nicht unbeeindruckt lässt, zeigte sich auf dem Rasen. Bis zum 20. Spieltag war er mit neun Toren und acht Assists Borussias bester Scorer. Danach kamen bis zum Nürnberg-Spiel nur noch zwei Vorlagen dazu. Dennoch hatte er stets das Vertrauen von Dieter Hecking. Der Trainer hat Hazard fast immer in Schutz genommen. Nur beim 1:3 in Düsseldorf nicht, da wechselte er Hazard nach 41 Minuten aus, als dieser allzu unwillig spielte. Es war eine pädagogische Maßnahme, seither hat Hazard keine Sekunde mehr verpasst. Hecking hat bereits angekündigt, dass es keinen Anlass gibt, Hazard gegen den BVB draußen zu lassen. Der Auftrag ist klar: Hazard soll den in Nürnberg wiederentdeckten Torinstinkt weiter ausleben. Tut er das, würde er seine vermeintliche Zukunft möglicherweise empfindlich treffen.

Finden Gladbach und Dortmund dann am Verhandlungstisch zueinander, wird es Hazards letztes Heimspiel im Borussia-Park sein. Er hat sich, seit er 2014 vom FC Chelsea kam, stetig verbessert. Acht Scorerpunkte sammelte er in seiner ersten Bundesliga-Saison sein, neun in der zweiten, zehn in der dritten und 18 in der vergangenen. Aktuell steht er bei 21. Diese Bilanz will er gegen den BVB nochmal verbessern. Hecking hätte nichts dagegen, wenn Hazard erneut ein wichtiger Treffer gelingt. Es wäre die passende Pointe einer für Hazard seltsamen Saison. Und wohl der perfekte Abschied nach fünf Jahren in Gladbach.

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