Borussias Routinier Farke mit neuen Aufgaben für Christoph Kramer

Mönchengladbach · Im Testspiel gegen Viktoria Köln war Christoph Kramer Kapitän und spielte Sechser und Innenverteidiger. Mit der Wechselposition ist er in der Farke-Zeit sozusagen der Zwilling seines Konkurrenten Ko Itakura. Trainer Daniel Farke hat nach dem Spiel verraten, was er an Kramer schätzt.

Christoph Kramer: Die besten Zitate und Sprüche des Gladbach-Profis
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Die besten Sprüche von Gladbachs Christoph Kramer

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Foto: Dirk Päffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Im Testspiel gegen Viktoria Köln hatte Christoph Kramer ein Alleinstellungsmerkmal. Der 31-Jährige war der einzige Feldspieler Borussias, der während der gesamten 90 Minuten auf dem Fohlenplatz neben dem Stadion spielte.

Dabei wurde Kramer eine besondere Ehre zuteil. Er führte die Gladbacher als Kapitän aufs Spielfeld. Weil Lars Stindl erst nach der Pause mitwirkte, Yann Sommer noch geschont wurde und Breel Embolo wegen des sich anbahnenden Wechsels nach Monaco keine Verletzung riskieren wollte und daher nur Zuschauer war, waren alle drei offiziellen Kapitäne nicht dabei. Kramer bekam daher die Binde.

„Es war kein Zufall, dass er die Kapitänsbinde trug, die Kapitänsbinden werden nicht nach dem Zufallsprinzip vergeben“, stellte Trainer Daniel Farke klar. So war es zugleich eine Botschaft Farkes, der die Qualitäten des Fußballers und Menschen Kramer binnen seiner ersten kaum drei Wochen in Gladbach schon zu schätzen gelernt hat.

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Borussias 5:2-Erfolg gegen Viktoria Köln in Bildern

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Foto: Dirk Paeffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

„Wir sind absolut zufrieden mit Chris Kramer. Er ist ein Spieler, der verinnerlicht hat, was es heißt, die Raute zu repräsentieren. Und er hat ganz viel Erfahrung. Er ist eine tolle Persönlichkeit in der Umkleidekabine und ein wichtiger Ansprechpartner für uns“, sagte Farke. Kramer, der 241 Spiele für Gladbach gemacht hat, könnte unter Farke aufsteigen in der Teamhierarchie und als dritter Kapitän Nachfolger des wohl scheidenden Breel Embolo werden.

„Wenn ich einen Spieler so lobe, heißt das nicht, dass er in der Saison jede Sekunde auf dem Platz stehen wird. Aber Chris ist ein wichtiger Spieler für uns und ich bin froh, dass ich ihn habe“, sagte Farke. Er erwidert damit die Wertschätzung, die ihm Kramer entgegenbringt. Der schätzt die Ansprache des neuen Trainers und auch seinen fußballerischen Ansatz.

Farke weiß, worauf es sportlich für Kramer, der vergangene Saison immer wieder fehlte, ankommt. „Für ihn ist es wichtig, dass er mal länger verletzungsfrei bleibt, in einem guten Rhythmus ist und gut trainieren kann. Wir haben das Gefühl, dass er auf einem guten Weg ist, die Top-Fitness wieder zu erreichen“, sagte Farke.

Gegen Viktoria probierte Farke Kramer nicht nur als Kapitän aus, sondern hatte auch sportlich eine doppelte Aufgabe für ihn: „Er hat zwei unterschiedliche Positionen gespielt, weil wir ihn ähnlich wie Ko Itakura auch mal auf der Innenverteidiger-Position sehen wollten. Er hat das zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt“, sagte Farke. Itakura wechselte beim 6:0 gegen 1860 München wie jetzt Kramer gegen Viktoria nach der Pause von der Sechs in die defensive Mitte. Auch hier fand Farke beide Darbietungen gut.

Es kristallisiert sich somit heraus, dass Kramer quasi Itakuras Zwilling ist im Farke-Plan für den defensiveren Teil der Doppelsechs, den offensiveren Part hatten gegen Köln Florian Neuhaus und Oscar Fraulo inne, Manu Koné ist noch nicht bereit, wohl aber Favorit auf einen Platz vor der Abwehr, wenn er fit ist. Es sei denn, Farke will eine mehrheitlich defensive Doppelsechs, das könnten dann auch mal Itakura und Kramer sein.

Doch wird Farke noch weitere Eindrücke einsammeln. Für den Moment hat Kramer in dreifacher Rolle vorgespielt und überzeugt. Er und der Trainer können daher zufrieden sein mit dem Köln-Test.

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