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Borussia Mönchengladbach: Farke kennt Polanskis Situation wegen Tuchel genau

Es hat mit Thomas Tuchel zu tun : Borussias Trainer - warum Farke Polanski gut versteht

In der Trainer-Vita von Gladbachs Chefcoach Daniel Farke gibt es eine Station, die dafür sorgt, dass er die Situation des U23-Trainers Eugen Polanski sehr gut kennt.

Viel Zeit, mit Eugen Polanski zu sprechen, hatte Daniel Farke noch nicht. Zu sehr ist er eingespannt in die Belange des Profiteams, das er auf Vordermann bringen musste für den Start der Saison. Immerhin gab es schon den einen oder anderen Plausch. Und Borussias Cheftrainer hat einen Vorteil: Er weiß, wie sich Polanskis Rolle anfühlt. Denn er war einst bei Borussia Dortmund in derselben Situation wie der 36-jährige Ex-Profi nun in Gladbach.

Im Sommer 2015 hatte er sich entschieden, den Trainerjob beim SV Lippstadt aufzugeben, um sich in einem Sabbatjahr fortzubilden. Doch als David Wagner Ende Oktober jenen Jahres zu Huddersfield in die zweite Liga Englands ging, kam die Anfrage aus Dortmund und Farke übernahm die Regionalliga-Mannschaft des BVB. Er betreute sie bis Juni 2017, dann wechselte er wie Wagner in die Championship.

Die BVB-Reserve war für ihn der Start in die Karriere als Trainer im Profi-Bereich. Auch für Polanski soll die U23 das Sprungbrett nach „oben“ sein. Gladbachs Manager Roland Virkus definiert ihn als „großes Trainertalent“. Ob er das irgendwann in Gladbach oder anderswo nachweisen kann, wird sich zeigen. Polanski war zuvor Talent- und U17-Trainer bei Borussia. In dieser Saison sollte er zunächst die U19 übernehmen, wurde dann aber kurzfristig in die U23 befördert.

„Ich habe großes Verständnis für den Job als Trainer der U23. Ich habe damals in Dortmund Thomas Tuchel zugearbeitet. Ich habe meine Rolle auch immer so verstanden, dass ich sehr, sehr zurückhaltend war und der Cheftrainer der ersten Mannschaft mehr und mehr auf mich zugegangen ist“, berichtete Farke zuletzt in einer Frage-Viertelstunde mit Fans.

Als Trainer einer Bundesliga-Reserve gibt es besondere Rahmenbedingungen, da unterscheiden sich Gladbach und der BVB nicht. „Es ist nicht so einfach, die Rolle auszufüllen“, gab Farke zu. Nicht der Erfolg steht da an erster Stelle, sondern die Ausbildung der Spieler, der Trainer der U23 arbeitet dem Bundesligateam zu. Zudem müssen immer wieder Spieler für das Profiteam abgestellt werden oder Rekonvaleszenten von oben eingebaut werden, um Spielpraxis in der Regionalliga zu bekommen. Flexibilität ist gefordert. Doch hat der U23-Trainer auch einen ambitionierten Kader und eine ausgezeichnete Infrastruktur zur Verfügung. Und nicht den großen öffentlichen Druck eines Cheftrainers.

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Bevor Farke damals vom SV Lippstadt zum BVB kam, war der Austausch zwischen den Profis und der U23 eher nicht optimal, so ist zu hören. Das änderte sich in der Konstellation Tuchel, nun Trainer des FC Chelsea und zuletzt durch den Disput mit Antonio Conte im Fokus, und Farke. „Thomas und ich sind inhaltlich sehr deckungsgleich, wir haben eine sehr ähnliche Vorstellung vom Fußball und liegen in ganz vielen Bereichen auf einer Wellenlänge. Wir haben auf Anhieb eine gute Chemie miteinander gefunden“, sagte Farke 2016 in einem Interview mit „Spox“.

Mit Tuchel tauschte er sich regelmäßig aus. Und wird das künftig auch mit Polanski tun. „Ich bin mir sicher, dass es im Laufe der Saison noch intensiver wird“, sagte Farke. „Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass er eine großartige Arbeit abliefern wird und dass wir ein gutes Verhältnis haben werden. Er ist ein entspannter und guter Typ und ein guter Trainer“, sagte Farke.