Borussia Mönchengladbach: Fans und Rolf Königs kritisieren Schmäh-Plakate gegen RB Leipzig

Königs über Schmähplakate : „Das lassen wir nicht mehr durchgehen“

Bei Borussias Mitgliederversammlung waren die Schmähplakate, die es gegen Leipzig gab, ein großes Thema. Der Klub setzt weiter auf den Dialog mit der aktiven Fanszene, wird es aber nicht mehr dulden, dass es solche Plakate gibt.

Neben der Trainer-Frage und Borussias sportlicher Situation war das Verhalten der Fans in der Nordkurve beim Spiel gegen RB Leipzig (1:2) ein großes und emotionales Thema bei Borussias Mitgliederversammlung. Was klar wurde: Viele Fans sind nicht mit derartigen Aktionen einverstanden und wollen solche Plakate nicht mehr im Stadion der Borussen sehen. Der Klub setzt weiter auf den Dialog mit der aktiven Fanszene, wird es aber nicht mehr dulden, dass Gästeteams, Trainer oder Funktionäre mit Schmähplakaten bedacht werden.

„Das lassen wir nicht durchgehen. Wir haben da ganz klar drüber geredet. Das wird sich nicht wiederholen, sonst passiert was“, stellte Präsident Rolf Königs klar. „Die Fankurve ist die Visitenkarte des Klubs. Ein Teil hat sich in dieser Saison nicht gut benommen, und wir werden weiter daran arbeiten. Irgendwann reicht der Dialog nicht mehr, aber wir hoffen, dass es nicht so weit kommen muss“, sagte Geschäftsführer Stephan Schippers.

„Was hier gegen Leipzig abgelaufen ist, ist diesem Verein völlig unwürdig. Wenn wir uns im Borussia-Parkeinig sind, diesen einigen wenigen Chaoten zu zeigen, dass wir unsere Borussia unterstützen wollen, dann haben sie keine Chance sich hier zu zeigen. Meine klare Ansage: Zeigt diesen Leuten, dass hier wahre Fans sind, die den Verein unterstützen wollen und sich nicht nur selbst darstellen wollen“, sagte ein Mitglied während der so genannten „Aussprache“ mit den Fans. Es gab anhaltenden Applaus.

Auch andere Borussen äußerten ihren Unmut über die Aktionen in der Nordkurve. „Die gewaltverherrlichenden Banner, die wir insbesondere gegen Leipzig in der Kurve gesehen haben, sind hässlich. Ich finde es nach wie vor unwürdig, was in der Nordkurve gezeigt wird. Ich möchte, dass es dem Verein und dem Ordnungsdienst gelingt, im Vorhinein die Plakate zu prüfen und dann aus dem Verkehr zieht, bevor sie medial ein solches Bild von uns geben“, sagte ein weiblicher Gladbach-Fan und verwies auf die Werte, denen sich Borussia verschrieben hat und die auch unter dem Trbünendach zu lesen sind: „Respekt“ und „Toleranz“

Geschäftsführer Stephan Schippers berichtete von „einigen Zuschriften und Telefonaten, die uns nach dem Leipzig-Spiel erreicht haben“. Er stellte klar: „Es ist klar, dass uns das überhaupt nicht gefällt. Und es ist auch klar, dass 99 Prozent der Fans Borussia mit einer solchen Message, wie sie auf den Plakaten zu lesen war, Borussia nach außen nicht vertreten wollen“, sagte er.

„Wir haben danach intensive Gespräche geführt, auch mit Vertretern der Ultras. Ich kann es nicht versprechen, aber ich gehe fest davon aus, dass in unserem nächsten Heimspiel keine Verunglimpfungen gegen den Klub oder Herrn Hopp hier im Stadion zu sehen sein werden“, sagte Schippers.

Er gab aber auch an, dass es nicht möglich sei, alles zu verhindern, was Pyrotechnik und Plakate angeht. „Aber sicher ist: Wir werden in der Sommerpause viel reden, damit der Gedanke, den wir als Borussia vertreten, beibehalten wird“, sagte Schippers. Er verwies auf die lange Tradition des Dialogs zwischen Verein und Fans.

Dass auch andere Klubs das Problem haben, dass „der eine oder andere in der Hülle der Anonymität und des Fandaseins solche Sachen macht“, schade dem jeweiligen Verein und dem Fußball insgesamt, sagte Schippers.

Die Gladbacher protestierten mit einer Menge Plakate gegen RB Leipzig, einige waren auch beleidigend. Foto: Dirk Päffgen

Er stellte noch einmal klar, dass das Verhalten derer, die solche Plakate anfertigen und schreiben „ein Verstoß gegen den Borussen-Kodex“ sei, der vor zwei Jahren gemeinsam mit den Fans verabschiedet wurde. „Ich finde es gut, wie die Mitgliederversammlung das Thema quittiert, das ist ein eindeutiges Votum“, sagte Schippers.