Borussia Mönchengladbach: Fans stehen wieder hinter dem Team

Ein Fest mit den Fans : Borussia-Familie findet wieder zusammen

Der Bundesligist sucht am Tegernsee die Nähe zu den Fans. „Das ist unsere DNA“, sagt Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers.

Wer sich in den sozialen Netzwerken die Fotos vom Fan-Fest der Borussen am Tegernsee anschaut, der sieht vor allem zufriedene Gesichter. Als die Abordnung aus dem Teamhotel mit dem Bus ankam am Trainingsplatz am Birkenmoos, wurde „Die Seele brennt“ gespielt, die Fans riefen „Mönchengladbach olé!“ 

Es wurde viel diskutiert, natürlich, schließlich ist der Fußball und gerade Borussia ein ebenso emotionales wie unerschöpfliches Thema. Vor allem aber saß man eng beisammen. Trainer Dieter Hecking, war mittendrin, auch Oscar Wendt und Florian Neuhaus, die mit sieben anderen Kollegen gekommen waren, und ebenso Präsident Rolf Königs, Vize-Präsident Rainer Bonhof und Präsidiumsmitglied Hans Meyer.

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Das Fan-Fest am Tegernsee hat Tradition, doch vielleicht war es gerade in diesem Sommer besonders wichtig. Denn in der vergangenen Saison gab es Misstöne, nicht immer waren Fans und Mannschaft nah beisammen. Die „Familie“, wie Königs „seine“ Borussen zu nennen pflegt, wirkte unharmonisch. Nun am Tegernsee war es auch eine Wieder-Annäherung.

Die Fans waren nicht einverstanden mit dem, was die Borussen zuweilen angeboten haben auf dem Rasen. Nun sind sie hautnah dabei, wie die neue Borussia von Hecking und seinem Trainerstab geformt wird. Es ist Zug drin auf dem Rasen, und das ist spürbar auch daneben. Genau das kommt als Botschaft an bei den Fans: Es soll einiges anders werden als zuletzt. 

Die Nähe ist auch wichtig, weil die Fußball-Welt komplexer geworden ist. Borussia wächst und wächst, hat einen Umsatz, der an die 200 Millionen Euro heran reicht, sie hat neuerdings ein Büro in China, und China ist für viele Fans das Gegenteil von Fußball-Romantik: Kommerz. Doch ist die Internationalisierung ein Muss für einen Klub, der sich entwickeln, neue Märkte und neue Chancen erschließen will.

Gerade angesichts der aktuellen Debatte um den Fußball und die wachsende Distanz zur Basis ist es ein Spagat für den Klub, der sich zwischen dem Büro im 28. Stockwerk eines Büro-Hochhauses mitten in Schanghai und dem Vereinsheim des FC Rottach-Egern abspielt. Im nächsten Jahr wird es vielleicht noch extremer werden, dann nämlich, falls vor oder nach dem Tegernsee-Trip eine Reise zu den neuen Freunden in Asien ansteht.

Für Borussia ist es wichtig, die Bodenständigkeit zu behalten. Wenn nächste Woche der FC Bayern kommt, wird das Stadion am Birkenmoos zur Sperrzone, es gibt nur wenige öffentliche Trainingseinheiten. Zum FC Bayern passt das, zu Borussia würde es nicht passen. Sie muss sich treu bleiben - und dazu gehört die Nähe, die man den Fans gestattet. „Das ist unsere DNA“, sagt Stephan Schippers.

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