Borussia Mönchengladbach: Fans sollen helfen, Missetäter im Stadion zu identifizieren

Borussias Sportdirektor Eberl fordert Unterstützung: Fans sollen helfen, Chaoten im Stadion zu identifizieren

Max Eberl hat die Fans aufgefordert, den Vereinen zu helfen, Pyrotechnik-Eskalationen wie beim Derby der Borussen am Sonntag gegen Düsseldorf (3:0) in den Griff zu bekommen. Eberls Ansatz: Die Fans in, die im Block stehen, sollen helfen, die Missetäter zu identifizieren.

„Männer und Frauen verstecken es an Orten, die man nicht abtasten kann. Da bist du ein Stückweit hilflos. Hilflos wären wir nicht, wenn wir alle versuchen würden, diejenigen zu identifizieren. Alle, die im Stadion sind. Das hat nichts mit Verrat zu tun“, sagte Gladbachs Sportdirektor am Donnerstag während der Pressekonferenz zum Spitzenspiel bei Werder Bremen.

Die Fans von Fortuna Düsseldorf hatten während des gesamten Spiels Pyrotechnik gezündet. Eberl indes meinte nicht nur die Fortuna-Anhänger, sein Appell war allgemein gemeint. „Wir sind ja auch nicht ganz schadlos“, gestand er und erinnert an das DFB-Pokalspiel bei Fortuna in der vergangenen Saison. Da hatten die mitgereisten Gladbach-Fans ebenfalls Pyrotechnik gezündet.

Generell seien solche Szenen „ein Bild, das wir alle nicht haben wollen. Wir sind ja auch nicht ganz schadlos. Das will keiner. Wenn es das ganze Spiel über so geht, nervt es irgendwann“, sagte Eberl. Dass die Fans vorab eingehend kontrolliert werden, sei keine Garantie, das zu verhindern. „Es ist einfach nicht möglich, jeden einzelnen Zuschauer zu kontrollieren“.

Sonst, so fürchtet Eberl, könnte es nachhaltige Konsequenzen haben. „Sonst kommt irgendwann jemand auf die Idee und sagt: Keine Auswärtsfans mehr. Das will keiner. Deswegen müssen wir alle versuchen, diesen Leuten das Handwerk zu legen“, sagte Eberl.

Fortuna-Boss Robert Schäfer hatte die eigenen Fans nach dem Nachbarschaftsduell scharf kritisiert und angekündigt, einzelne Fans nach der zu erwartenden Geldstrafe, die sich in Höhe von 60.000 Euro bewegen soll, zur Kasse zu bitten, sollten diese identifiziert werden. „Wir werden da Konsequenzen ziehen. Das ist reine Selbstdarstellung von sich überschätzenden Einzelpersonen, die in der Gruppe untertauchen. Die sollen sich mal hinterfragen", sagte Schäfer.

(kk)