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Borussia Mönchengladbach: Fans fordern sofortige Freistellung von Marco Rose

Spruchbanner mit klarer Forderung : Die Fan-Seele der Borussia kocht

Es sind unruhige Tage für Borussia Mönchengladbach. Marco Rose verlässt den Verein, wird aber noch bis Sommer weiter auf der Trainerbank sitzen. Die Fanszene hat sich deutlich positioniert.

Nicht erst seit vergangenem Montag dürfte der Puls vieler Gladbach-Anhänger beim Thema Marco Rose in die Höhe schießen. Schon länger waren Teile der Fans von den Gerüchten, Rose könnte die Borussia im Sommer in Richtung BVB verlassen, genervt, es sollten „endlich Fakten“ geschaffen werden, war die Forderung. Mittlerweile herrscht Klarheit, und so gibt es seit Beginn dieser Woche wohl kaum einen Fan, an dem Roses Entscheidung, den Verein nach zwei Jahren zu verlassen, spurlos vorbeigeht.

Was viele frustriert: Rose versprühte von Anfang an die Energie, bei Borussia etwas Langfristiges aufbauen zu wollen. „Dafür unterschreibe ich hier auch für drei Jahre, um Dinge zu entwickeln“, hatte Rose 2019 bei seiner Vorstellung gesagt. Nun hat er nach eineinhalb Jahren die Entscheidung gefällt, nach Dortmund zu gehen. „Enttäuschend ist, dass wir mit Marco Rose etwas Neues aufbauen wollten. Wir hatten seitdem viel Erfolg. Und wer verlässt jetzt diesen Verein, um zu einem Verein zu gehen, der gerade alles andere als gefestigt ist?“, sagte Michael Weigand, der Sprecher des Fan-Projekts bei „Sky“.

Weigands Aussagen decken sich mit der Grundstimmung, die aktuell in der Fanszene herrscht. Einige können den Wechsel grundsätzlich nicht nachvollziehen, für andere ist es die Art und Weise, die sie stört. Ob in Fan-Foren oder in den sozialen Medien: Zahlreiche Anhänger fordern seit der Verkündung von Roses Abgang, ihn sofort zu ersetzen. Sie sehen auf der einen Seite einen Interessenkonflikt, was die Konkurrenzsituation in der Bundesliga mit dem BVB angeht. Dortmund ist aktuell Sechster, Gladbach Siebter. Es braucht nicht viel Fantasie, um in der Liga bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die europäischen Plätze zwischen beiden Klubs vorherzusagen.

Auf der anderen Seite will ein Großteil der Fans, auch der aktiven Fanszene, für den Rest der Saison niemanden auf der Trainerbank sehen, der sich ihrer Meinung nach nicht mehr mit dem Verein identifiziert. Die Gruppierung „Sottocultura“ teilte das unter anderem auf einem Spruchband hinter der Nordkurve mit. „Kein Söldner steht über dem Verein – sofort raus mit dem charakterlosen Schwein“, stand dort geschrieben. Das Banner wurde vom Verein entfernt.

Manager Max Eberl betonte, dass es „zu keinem Zeitpunkt“ den Gedanken gegeben hätte, die kommenden Monate mit einem anderen Trainer zu bestreiten. Rose bleibt bis Juni. Und auch danach werde es weitergehen, betonte Eberl. „Dieser Verein hat sich ein so starkes Fundament aufgebaut. Ich würde mir wünschen, dass jetzt irgendwann wieder Ruhe einkehrt“, sagte er.

Aktuell ist es schwer vorstellbar, dass sich die Unruhe im Fan-Lager schnell wieder legt. Schließlich können die Anhänger ihren Unmut weiterhin nicht im Stadion kundtun. „Ich kann sie bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen“, sagte Rose über die Enttäuschung der Fans.

Hier geht es zur Infostrecke: Twitter-Reaktionen auf Marco Roses Wechsel zum BVB