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Borussia Mönchengladbach: Fan-Rückkehr für Schippers ein „emotionales Plus“

Borussia-Geschäftsführer Schippers : „Emotionales Plus“ der Fan-Rückkehr übertrifft wirtschaftlichen Faktor

Borussia bereitet sich auf das Heimspiel gegen Union Berlin so vor, als würden 54.022 Zuschauer in den Borussia-Park strömen. Geschäftsführer Stephan Schippers hat offen über die finanziellen Auswirkungen der Zuschauer-Rückkehr gesprochen.

Als das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte Realität wurde, traf es Borussia Mönchengladbach besonders hart: Ausgerechnet das ausverkaufte Derby gegen den 1. FC Köln, für das sonst ein Topspiel-Zuschlag erhoben wird, musste ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Seitdem haben vier weitere Heimspiele komplett ohne Fans im Borussia-Park stattgefunden, im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland durften 300 Allesfahrer rein. Am Samstag gegen Union Berlin darf Gladbach offiziell erstmals seit dem 7. März fünfstellig werden.

Noch sind allerdings ein paar der rund 10.800 Tickets erhältlich, „leider“, sagte Geschäftsführer Stephan Schippers am Mittwoch: „Wir merken, dass die Leute zum Teil zögerlicher herangehen an den Kartenkauf, weil sie vielleicht Respekt haben oder sich zuerst anschauen möchten, was passiert bei einer Kapazität von 20 Prozent.“

Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag in der Stadt Mönchengladbach am Mittwoch bei 8,8 pro 100.000 Einwohner. Vom Grenzwert 35, der aktuell zum Beispiel die Austragung des Bundesligaspiels zwischen Schalke 04 und Werder Bremen in Gelsenkirchen vor Publikum gefährdet, ist der Borussia-Park also ein großes Stück entfernt. Schippers erinnerte trotzdem alle Zuschauer daran, sich am Samstagmorgen zu vergewissern, dass das Spiel gegen Union vor Zuschauern stattfindet.

Derzeit deutet alles darauf hin. „Es ist ein wichtiger Baustein. Wir freuen uns riesig darüber und gehen das sehr gewissenhaft an“, sagte Schippers. Borussia geht die Veranstaltung personell so an, als sei das Stadion mit 54.022 Zuschauern ausverkauft. Heißt: Die Ordnerzahl wird nicht reduziert, alle Kioske sind geöffnet und es wird sogar ein Bus-Shuttle angeboten, obwohl der Verein eine individuelle Anreise empfiehlt.

Zur Wirtschaftlichkeit des Spiels verdeutlichte Schippers: „Wir haben im Jahr rund 20 Millionen Euro an Ticket-Einnahmen, ein Fünftel davon sind vier Millionen. Aber es ist auch die Möglichkeit, wieder mit unseren Sponsoren in Kontakt zu treten. Wir haben 1150 in der Business-Zone und 450 Logen-Gäste. Diese Tuchfühlung wieder aufnehmen zu können, ist enorm wichtig.“

Er betonte aber auch: „Trotzdem steht über den 20 Prozent auch noch das emotionale Plus. Die Spieler registrieren das. Nach Oberneuland haben sie das Feedback gegeben, dass wieder ein Anflug von Stimmung da war. Das ist ein gutes Gefühl. Noch geht es um den Sport, in zweiter Linie dann um andere Dinge. Deswegen ist es ein extrem wichtiger erster Schritt.“

Eine Kapazität von 20 Prozent sei der einzige Weg, unter Umständen bald auf 30 oder mehr zu erhöhen. „Wir fahren es ganz hoch an, um nach Möglichkeit alle Risikopotenziale auszuschließen“, sagte Schippers. So werden die Fans, die alle den ihnen zugewiesen Platz einnehmen müssen, auch dort permanent einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen. Zwischen jedem Zuschauer in einer Reihe werden drei Plätze frei bleiben.