Borussia Mönchengladbach: Ex-Reha-Trainer Andreas Bluhm betreute Ibrahima Traoré beim Afrika-Cup

Ex-Borussia Physio Andreas Bluhm : „Für Ibo Traoré waren es ganz wichtige Wochen“

Andreas Bluhm war während des Afrika-Cups persönlicher Physio von Borussias Flügelstürmer Ibrahima Traoré. Nach dem Aus der Nationalmannschaft Guineas schildert er seine abschließenden Eindrücke.

Das war es also mit meinem Afrika-Cup-Abenteuer. Schade, ich hatte schon gehofft, dass es mindestens mit dem Viertelfinale etwas wird. Aber Guinea war beim 0:3 gegen Algerien nicht gut genug, um den Gegner gefährden zu können, das muss ich leider sagen. Alle haben alles getan, aber es gab letztlich zu viele Fehler, außerdem hatten wir genau genommen keine richtige Tor-Möglichkeit. Daran konnte auch der Verbandspräsident nichts ändern. Der war in der Halbzeit in der Kabine und hat die Mannschaft zusammengefaltet. Da stand es 0:1, es war noch alles drin. Doch es fehlte zu viel an dem Tag. „Wir hatten keinen echten Fahrplan“, hat Ibo Traoré es auf den Punkt gebracht.

Für mich war es ein Reise-intensives Wochenende. Ich bin für einen Tag zurück nach Gladbach geflogen, weil meine Tochter Jemima Abi-Ball hatte. Das konnte sich der stolze Papa nicht entgehen lassen. Wir haben bis halb zwei in der Nacht gefeiert, dann habe ich mich noch ein wenig schlafen gelegt – schon im Trainingsanzug von Guinea. Dann bin ich zurück nach Kairo geflogen. Unser Spiel war ja erst am Abend.

Auch wenn Guinea ausgeschieden ist, waren es für Ibo, den ich ja jetzt fünf Wochen am Stück begleitet und betreut habe, ganz wichtige Wochen. Er hat sechs Spiele über 90 Minuten in dieser Zeit gemacht und keinerlei Probleme gehabt. Das tat ihm sehr gut nach der langen Zeit vorher, in der er immer wieder gesundheitliche Rückschläge hatte. Mit dem Wissen, dass er bereit ist auch für große Belastungen, geht er nun in den Urlaub und wird dann körperlich und mental topfit nach Gladbach zurückkehren.

Dass er in den Spielen immer wieder auch vom Flügel ins Zentrum gerückt ist, war für ihn auch eine gute Erfahrung. Mit seiner Schnelligkeit und seinem guten Raumgefühl kann er einem Team auch an der Stelle helfen. Außerdem hat er sehr seriös nach hinten gearbeitet. Für ihn als Persönlichkeit hat die Zeit ebenfalls viel gebracht. Er hat das Team als Kapitän klasse gemanagt.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich schon wieder in Deutschland. Das tut schon gut, denn wir waren in den Hotels in Alexandria und Kairo extrem einkaserniert. Sich nicht ohne Weiteres irgendwohin bewegen zu können, ist ein seltsames Gefühl. Aber traurig bin ich dennoch, denn die Zeit als ein Teil des Physio-Teams von Guinea war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Das gesamte Physio-Team, das Trainerteam, die Spieler, alle, haben mich super aufgenommen. Da kann ich nur Danke sagen. Wir hätten gern für eine Überraschung gesorgt in Ägypten. Doch dafür war Algerien zu stark. Ich kann mir denken, dass diese Mannschaft den Titel holen kann.

mit Tochter Jemima beim Abi-Ball. Foto: ja/Bluhm

Andreas Bluhm (45) betreute während des Afrika-Cups in Ägypten Borussias Offensimann Ibrahima Traoré. Während dieser Zeit berichtete er exklusiv für unsere Redaktion von seinen Erfahrungen mit Guineas Nationalteam.

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