1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Europapokal ist immer ein Millionen-Segen

Internationale Millionenspiele : Das hat Borussia seit 2012 in Europa verdient

Trotz der Corona-Abzüge durch die Uefa und trotz der Geisterspiele war für Borussia die Europacup-Saison 2020/21 ein Segen. Ein Blick auf alle bisherigen Einnahmen in Champions League und Europa League zeigt, wie sehr das internationale Geschäft den Klub nach vorne bringt.

Den offiziellen Finanzbericht wird die Uefa erst im kommenden Jahr veröffentlichen. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass 2020/21 eine Rekordsaison für Borussia Mönchengladbach war, was die Europapokal-Einnahmen betrifft – trotz der Verluste und Abzüge durch die Corona-Pandemie. Rund 43 Millionen Euro dürften am Ende zusammengekommen sein. Und wer sieht, wie viel mehr noch möglich gewesen wäre ohne die historischen Umstände, der versteht, welchen enormen finanziellen Wert die Champions League für alle Teilnehmer hat, besonders für solche wie Borussia, die ihre Mittel komplett selbst erwirtschaften müssen.

Allein mit Zuschauer-Einnahmen aus vier Heimspielen mit jeweils bis zu 46.000 Zuschauern hätte Borussia die 50-Millionen-Euro-Marke geknackt, doch erlaubt war kein einziger Fan. Zudem musste der Verein auf noch einmal knapp drei Millionen Euro verzichten.

Zum einen wurde durch die Verlegung des Achtelfinal-Rückspiels gegen Manchester City Strafzahlung über zehn Prozent der Startprämie von 15,25 Millionen Euro fällig. Zur Erinnerung: Das Gesundheitsministerium hatte einen Passus in den Einreisebestimmungen so geändert, dass Borussia nach der Rückkehr aus England aufgrund der Quarantäne nicht in der Bundesliga beim FC Schalke hätte antreten können. Hinzu kam zum anderen, dass die Uefa ihre Corona-Verluste auf die Vereine umlegt. Die Rede ist von 416,5 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, die Saison 2019/20 schon eingeschlossen. Borussia spielte damals in der Europa League, 334.000 Euro wurden von der Uefa einbehalten, wie ihrem aktuellsten Finanzbericht zu entnehmen ist. Rund drei Prozent betrugen also die Einbußen, auf die Champions-League-Saison 2020/21 übertragen wären das in etwa 1,35 Millionen Euro.

Vor Ausbruch der Pandemie musste sich über solche Szenarien niemand Gedanken machen, nun sind das bereits Beträge, die Klubs wie Borussia schmerzen. Und dennoch hat der erstmalige Achtelfinal-Einzug in der Champions League unterm Strich für äußerst üppige Einnahmen gesorgt – trotz der Abzüge und der Geisterspiele. Allein 9,5 Millionen Euro gab es fürs Überstehen der Gruppenphase. Zum Vergleich: In den Europa-League-Spielzeiten 2012/13, 2014/15 und 2019/20 verdiente Gladbach durch Prämien, TV-Gelder und Ticketverkäufe zwischen 12 und 15 Millionen Euro.

2015/16 kamen im ersten Königsklassen-Jahr bereits mehr als 30 Millionen zusammen, davon 12,6 Millionen aus dem Fernseh-Marktpool der Uefa. 2016/17 profitierte Borussia dann von den Einnahmen aus alleine sechs Heimspielen in den Play-offs, der CL-Gruppenphase sowie den beiden K.o.-Runden in der Europa League und bewegte sich in Nähe der 40-Millionen-Euro-Marke, wie unsere Auflistung aller internationalen Einnahmen seit 2012 zeigt.

Bei den sechs Europacup-Teilnahmen der Neuzeit sind somit mindestens 150 Millionen Euro in die Vereinskassen geflossen. Vor allem die Champions League ist und bleibt ein echter „Gamechanger“. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison verpasste es Borussia, sich wenigstens für die neue Europa Conference League zu qualifizieren. Nach Berechnungen unserer Redaktion hätte der Klub dort realistisch auf knapp zehn Millionen hoffen können.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Europapokal-Einnahmen seit 2012