Borussia Mönchengladbach: Eugen Planski war Co-Moderator beim O-Ton-Charts-Hit von Christian Straßburger

Bei Thurams Tor gegen die Roma : Polanski wirkte mit beim Jubel-Hit

Christian Straßburgers Torjubel gegen Rom ist die Nummer eins der O-Ton-Charts. Der Talent-Trainer war sein Co-Moderator.

Eugen Polanski war ganz nah dran, als sich Christian Straßburger auf Platz eins jubelte. Borussias Talent-Trainer war Co-Moderator beim Fohlenradio während des Europa-League-Spiels gegen die AS Rom. Als Marcus Thuram in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg traf, ging „Strassi“ verbal steil. Sein Tor-Jubel wurde nun auf Rang eins der O-Ton-Charts des WDR-Senders „1 Live“ gewählt. „Ich war zum ersten Mal mit ihm am Mikrofon und gleich ist es so ein Erfolg“, sagt Polanski.

Wenn man auf die Geschichte dieser Saison schaut, könnte man zugespitzt sagen: Das verwundert nicht. Im Sommer wurde der frühere Profi Nachfolger des zu Borussia Dortmund abgewanderten Otto Addo. Als Trainer für den Übergang ist er ein Teil des Trainerstabs von Marco Rose. Und Borussia stürmte an die Tabellenspitze. Dann sagte er Straßburger zu, nachdem es lange gedauert hatte, einen geeigneten Termin zu finden, beim Rom-Spiel neben ihm am Mikrofon zu sitzen – und nun ist auch Straßburger die Nummer eins. „Ich würde es natürlich nicht auf mich beziehen. Aber ich freue mich für die Mannschaft und für Strassi. Er macht es richtig gut am Mikrofon, er ist er selbst und völlig offen“, sagt Polanski, der beim Jubel-Hit aktiv mitwirkte.

Er war in  der entscheidenden Szene gegen die Roma sogar der erste der beiden Herren am Mikrofon, der realisierte was passierte: „Toooooooor!“, rief er, hatte dann jedoch gegen Straßburgers Gefühlsausbruch keine Chance mehr auf der Phon-Skala. „Aber ich denke, man hört auch bei mir die Erleichterung und die Freude“, sagt Polanski.

Während der Europameisterschaft 2016 war er schon mal als Experte im Einsatz. „Das war beim Spiel Polen gegen Deutschland im ZDF. Aber nicht bei der Live-Reportage, sondern im Vorfeld des Spiels“, berichtet Polanski. „Das war nochmal was ganz anderes“, sagt der 33-Jährige, der in Polen geboren wurde, aber in Viersen aufwuchs. Er durchlief alle Nachwuchsteams des DFB, machte dann für Polen 19 Länderspiele. Von Concordia Viersen wechselte er 1994 zu Borussia, für die er 14 Jahre spielte. Als er 2004 Profi wurde, war Borussia weit weg vom Europapokal und Siegen gegen Teams wie die AS Rom.

Für den Trainer Polanski war es ein verdienter Sieg, da die Borussen nicht aufgegeben haben. „Die Jungs haben sich dieses Tor verdient“, sagt Polanski. Die Dramatik am Schluss hat ihn fasziniert. „So etwas hat man im Borussia-Park lang nicht mehr erlebt“, sagt Polanski. Es war eine regelrechte Gefühlslawine, die Thuram losgetreten hat im Borussia-Park. Und Straßburger transportierte sie ungefiltert und pur hinaus aus dem Stadion in die Ohren jener, die am Fohlenradio dabei waren. „Es freut mich, dass die Fans für Strassi gevotet haben, das hat er sich verdient. Er ist ein toller Kommentator“, sagt Polanski.

Er mag es, wenn die Reporter Emotionen zeigen. Er ist selbst eher der nüchterne Spielbeobachter als Trainer. „Da geht es um die Analyse der Spiele, da stellt man den Ton ab“, erzählt Polanski. Jetzt war er auch für die Analyse zuständig, aber eben im Radio, und „da geht es darum, den Fans das Spiel zu erzählen  und die Emotionen. Ich denke, das kam gut rüber.“

Auch er ließ seiner Freude über den Sieg freien Lauf. Nach dem Spiel ließen beide die Atmosphäre im Stadion noch auf sich wirken. „Ich war danach echt ruhig und habe mir angeschaut und angehört, was im Stadion so passiert. Dann habe ich Eugen gesagt, er soll mich mal bitte in den Arm nehmen, was er dann auch getan hat“, sagte Straßburger unserer Redaktion.

Die Tatsache, dass es für die Borussen derzeit auf allen Ebenen gut läuft, überrascht Eugen Polanski nicht. „Wir haben hier ein extrem gutes Arbeitsklima, das ist eine gute Voraussetzung für Erfolg“, sagte er. Er ist dafür zuständig, die Talente Borussias parat zu machen für die Zukunft. Am Samstag schaut er sich die U23 gegen Homberg an, um Eindrücke zu sammeln. Das hat er auch als Co-Moderator getan. „Es ist immer gut, mal eine andere Perspektive einzunehmen“, sagt er.

Mehr von RP ONLINE