Borussia Mönchengladbach: Es gibt einen neuen, aber unschönen Heim-Rekord

Defensive ist zu anfällig : Nun hat Borussia einen unschönen Heimrekord

Trauriger Rekord: Das 1:5 gegen den FC Bayern war bereits die dritte Heimniederlage der Borussia mit drei oder mehr Gegentoren in Folge. Die anfällige Defensive ist derzeit das Hauptproblem der Gladbacher.

Es bleibt dabei: Die Borussen sind in dieser Saison gern historisch unterwegs. Derzeit allerdings im negativen Sinne. Das 1:5 gegen die FC Bayern war die höchste Heimniederlage gegen den Rekordmeister seit dem 24. März 1979. Nachdem die Borussen am Heim-Rekordwert von 13 Siegen in Serie mit dem 0:3 gegen Hertha BSC gescheitert sind, haben sie mit dem Debakel gegen die Bayern nun doch eine Rekordmarke im eigenen Stadion aufgestellt: Nie zuvor hatte Gladbach drei Heimspiele in Serie mit drei oder mehr Tore Unterschied verloren. In dieser Saison gab es zum zweiten Mal fünf Gegentore im eigenen Stadion, im DFB-Pokal hatte Bayer Leverkusen 5:0 im Borussia-Park gewonnen.

Die Bayern waren total überlegen. Das belegt auch die Expected-Goals-Bilanz, also die Summe der zu erwartenden Tore. Ein Wert von 5,95 steht für die Münchener zu Buche, das ist der Höchstwert in der Bundesliga. 14 Schüsse auf das Borussen-Tor durften die Bayern abgeben, das ist beachtlich aus Gladbacher Sicht. Die Bayern hatten extrem viele Freiheiten und Platz, ihr Spiel zu machen. Allein Towart Yann Sommer verhinderte, dass die Bayern nicht ihren Rekordsieg in Gladbach von 1979 einstellten oder gar erhöhten.

Das aktuelle Hauptproblem der Gladbacher ist die Durchlässigkeit in der Defensive. In den ersten 20 Spielen der Saison gab es zehn Spiele ohne Gegentor, nur 18 Treffer wurden den Gegnern erlaubt. In den letzten vier Spielen kassierten die Borussen hingegen zwölf Gegentore, elf davon gab es daheim. Zum vierten Mal in dieser Saison kassierte Gladbach einen Gegentreffer in den Anfangsminuten eines Spiels, das passierte auch in Freiburg, gegen Hannover und in Leipzig. Insgesamt sieben Tore erlaubten die Borussen ihren Gegnern in den ersten 15 Minuten, das ist der Höchstwert in der Gegentor-Verteilung. Die Bayern durften zudem in der ersten Minute nach der Pause treffen. Es war das sechste Gegentor in der Viertelstunde nach der Pause. Auch die Schlafmützigkeit der Borussen gab dem Spiel seine Richtung.

Dass es das erste Gladbacher Heimtor seit dem 26. Januar gab (das letzte hatte Patrick Herrmann zum 2:0-Endstand gegen Augsburg erzielt), war eine Randnotiz des Debakels. Für den Torschützen Lars Stindl war es das dritte Saisontor und das erste seit dem 4:1 gegen Hannover am 25. November 2018. Borussias Kapitän traf damit in dieser Saison in beiden Spielen gegen die Bayern, in München hatte er das 2:0 gemacht. Es war sein 50. Bundesliga-Tor insgesamt, doch dieses Jubiläum wird ihm ebenso wenig Freude machen, wie dem Kollegen Nico Elvedi sein 100. Bundesliga-Spiel, das er gegen die Bayern machte. Es war das schlechteste Saisonspiel des Schweizers. Er passte sich damit dem Rest der Mannschaft an.

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