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Borussia Mönchengladbach: Erinnerung an Edelkicker Juan Arango

Juan Arango feiert Geburtstag : Als Borussia einen Schöpfer schöner Tore hatte

Juan Arango feiert seinen 41. Geburtstag. Der Venezolaner schoss in seinen fünf Jahren bei Borussia tolle Tore in Serie. Aber nur eines bekam die Auszeichnung „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau.

Wer den Namen Juan Arango googelt, findet neben dem Namen des Venezolaners, der seine Karriere im Januar 2018 nach der Zeit bei Cosmos New York beendet hat, immer wieder Zusätze wie „Traumtor“, „die schönsten Tore“ oder „Hammer“. Arango war fünf Jahre Borusse, es war eine Zeit, in der immer wieder gestaunt werden durfte, was möglich ist, wenn man einen so genialen linken Fuß hat wie er.

Gerade an Wochenenden wie diesen, wenn die Borussen sich schwer tun, Freude am Fußball zu versprühen, lohnt es sich, Archivmaterial hervorzuholen und zu schwelgen in dem, was der Schöpfer schöner Tore in Serie produzierte.

Man denke an die traumwandlerische Sicherheit, mit der in den Tagen Arangos Freistöße verwandelt wurden. In zwei Spielen gegen den 1. FC Köln schaffte es der Geniale sogar mal, einen ruhenden Ball aus nahezu exakt derselben Position auf exakt dieselbe Art und Weise im Tor unterzubringen. Seit sieben Jahre ist Arango nicht mehr da, seither kann man direkte Freistoßtore an einer Hand abzählen.

Der Borusse, der es in dieser Saison schaffte, ist Lars Stindl, dessen Treffer beim 3:3 in Frankfurt hatte durchaus etwas Arango-eskes, Stindls Innenseite ist, das zeigte er auch nun beim 1:2 gegen Stuttgart bei seinem 1:0, wie Arangos linker „Huf“, wie es in der Fußballersprache heißt, Extraklasse.

Arango, der in 175 Spielen für Gladbach 31 Tore erzielte, konnte es wie Stindl viel mit ganz Gefühl. Wie in Kaiserslautern, wo er auf einem extrem zerfurchten Rasen mit dem Außenrist den Ball, den Marco Reus ihm servierte, so wunderbar ins lange Eck stupste, dass Torwart Florian Fromlowitz schon ausfahrbare Gadget-Arme hätte haben müssen, um den Ball zu erreichen.

Aber auch krachend konnte es Arango. Wie gegen Wolfsburg, als Havard Nordtveit einen wunderbaren Diagonalpass spielte und Arango den Ball dann so wuchtig ins Tor drosch, dass die Haltbarkeit des Tornetzes getestet wurde. Es war ein Vergnügen, diesem Kunststück live im Stadion beizuwohnen.

Arangos Beitrag zur Relegationsrettung, die ihr Zehnjähriges feiert in ein paar Tagen, waren nicht nur schöne Tore, sondern auch eine extreme Coolness. „Chiller“ nannten ihn die Kollegen, weil sich Arango durch nichts aus der Ruhe bringen ließ, nicht nur, wenn er sich den Ball zum Freistoß zurechtlegte und den gegnerischen Torwart ausguckte. Auch so etwas, das sagte Arangos Kollege Mike Hanke zuletzt unserer Redaktion, habe dem Team gut getan, als es mit dem Rücken zur Wand stand.

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Unfassbar bei Arango ist auch etwas anderes: Er hat nur einmal das „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau erzielt. Ein einziges Mal! Fast ist das Majestätsbeleidigung. Borussias internen Wettbewerb dieser Art hat er öfter für sich entschieden, doch nur sein physikalisch kaum erklärbarer Treffer gegen Mainz im Dezember 2012, als er halb im Rutschen den Ball in einer himmelhohen Bogenlampe aus 44 Meterns ins Tor des FSV Mainz 05 traf, gewann bei der Sportschau.

Der Meister nahm damals die Glückwünsche im Sitzen entgegen. Seit Sonntag ist er 41 Jahre alt. Noch immer vermissen ihn die Gladbach-Fans. Vor allem vermissen sie seine Tore.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Arangos Freistoßtore für Borussia Mönchengladbach