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Borussia Mönchengladbach: Ergebniskrise gefährdet die Champions-League-Teilnahme

Knappe Niederlage in München : Borussias Ergebniskrise kommt zur falschen Zeit

Borussia Mönchengladbach hat seit dem Restart die schwächste Punkte-Bilanz der Top-Teams der Bundesliga. Zum ersten Mal in dieser Saison gab es zwei Niederlagen in Folge. Deswegen ist die Champions League nun in Gefahr.

Borussia Mönchengladbach hat im Spiel bei den Bayern viel richtig gemacht. Und sie hätte aufgrund des couragierten Auftritts verdient, mehr mitzunehmen als nichts. Das bringt Gladbach im Moment aber nicht weiter. Es ist die Zeit, in der nur Ergebnisse zählen. Und die stimmten zuletzt nicht.

Zum ersten Mal in dieser Saison gab es zwei Niederlagen hintereinander, seit dem Restart holten die Borussen sieben von möglichen 18 Punkten. Die Bayern haben 18 Punkte eingesammelt, Dortmund 15, Leipzig zwölf, Leverkusen zehn. So ist Borussia das Team aus den Top fünf mit dem schwächsten Trend.

Gerade mit Blick auf die letzten Spiele, das 0:1 beim SC Freiburg und das 1:2 bei den Bayern, ist das besonders bitter. In Freiburg hatte Gladbach in der ersten Halbzeit die klareren Chancen und hätte nach der großen Überlegenheit in diesem Abschnitt des Spiels klar führen müssen. Doch nach der Pause kam zu wenig nach den Umstellungen der Freiburger, das Spiel ging verloren.

Nun bei den Bayern hatten die Gladbacher den richtigen Plan und setzten diesen gut um. Es gab die Möglichkeiten, daraus Kapital zu schlagen. Sie blieben ungenutzt. Und als die Borussen in der Schlussphase auf Bayerns Umstellungen reagierten und ihren taktischen Plan modifizierten, ließen sie in Nuancen nach: Sie waren weniger präsent und unangenehm, ein bisschen weniger mutig. Dass der Rekordmeister Fehler brutal bestraft, ist bekannt, und das war dann auch bei beiden Gegentoren der Fall.

So hatte das Top-Spiel den Ausgang wie die letzten Top-Spiele gegen Dortmund (1:2) und Leverkusen (1:3): Borussia hat verloren. Und die Freiburg-Niederlage entwickelt sich im Kontext noch mehr zum Ärgernis. Das Problem ist: Die Ergebniskrise kommt zur absolut falschen Zeit. Darum ist der Applaus, den das Team von Marco Rose für die Art und Weise, wie es bei den großen Bayern aufgetreten ist, keiner, der wohl tut, sondern er hat einen faden Beigeschmack.

Viel schöner fühlte sich der glückliche 2:1-Sieg in der Hinrunde an, als Borussia die Bayern in der Schlussphase besiegte. Da war es umgekehrt: die Bayern spielten lange toll, aber Borussia letztlich effektiver.

Nur: Es geht um den Zeitpunkt. Und gerade jetzt in der Schlussphase der Saison, in der es um Entscheidungen geht, und zudem vor dem Hintergrund der Freiburg-Niederlage, wäre es wichtig gewesen, zu punkten. In den Höhenlagen der Liga ist es auch eine Qualität, zum richtigen Zeitpunkt in einer Saison erfolgreich zu sein.

Borussia kennt das Thema zur Genüge aus den vergangenen Jahren, als es um die Fragen ging: Einstelligkeit oder Europa und Europa League oder Champions League. Die grundsätzlichen Ziele wurden jeweils erreicht, das mögliche Mehr aber nicht. Die letztere Frage stellt sich nun erneut, das Ziel der Borussen ist, das haben sie zuletzt klar formuliert, das Erreichen der Champions League.

Was dafür nötig ist: Die Ergebnisse müssen wieder stimmen, da gibt es kein Vertun. Was Borussia abstellen muss: die Konzentrationslücken. Die gab es gegen Dortmund, Leverkusen, in Freiburg und nun auch bei den Bayern, und kosteten Punkte, die am Ende schmerzlich vermisst werden könnten. Stellt Borussia diese ab, könnte sie die Ergebniskrise in den Griff kriegen. Noch ist es nicht zu spät dafür. Aber es wird Zeit.