Borussia Mönchengladbach Frankfurt ist ein gutes Los für Gladbach

Meinung | Mönchengladbach · Erinnern wir uns an Lucien Favre und vergessen Branimir Hrgota nicht. Schließlich ist der schwedische Stürmer Ex-Borusse und spielt nun für Eintracht Frankfurt, den Gegner der Gladbacher im DFB-Pokal-Halbfinale.

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Foto: dpa, mjh fdt

Hrgota hatte einen Wunsch für dieses Spiel, und den teilte er der Welt via Twitter mit: "SGE — BMG im Pokal-Halbfinale. Und was sind Eure Wünsche?", schrieb er. Immerhin ist ein Teil seines Wunsches in Erfüllung gegangen: Hrgota trifft Gladbach wieder. Die Tatsache, dass die Partie in seiner früheren Arbeitsstätte, dem Borussia-Park ausgetragen wird, dürfte ihn weniger erfreuen.

Natürlich: Frankfurt ist ein unangenehmer Gegner. Das hat sich beim 0:0 im Bundesligaspiel Ende Oktober gezeigt. Dennoch: Die Tatsache, dass sie ein Heimspiel hat, macht Borussia zum Favoriten. Die Gladbacher selbst taxieren die Wahrscheinlichkeit, das Pokalfinale in Berlin zu erreichen, auf 50 zu 50. Doch zieht man alle Faktoren in Betracht, ist die Gelegenheit günstiger: 60 zu 40 oder gar 70 zu 30. So selbstbewusst darf Borussia sein.

Hinzu kommt die Pokal-Statistik gegen die Eintracht. Dreimal gab es diesen Vergleich, dreimal kam Borussia weiter. In der Saison 1971/72 setzt sich Gladbach in Hin- und Rückspiel durch (4:2, 2:3), 1984/85 gab es daheim ein 4:2 und zuletzt im Oktober 2014 in der zweiten Runde ein 2:1 in Frankfurt durch die Tore von Thorgan Hazard und Ibo Traoré.

Das Los Frankfurt ist, bei allem Respekt, eines aus der Kategorie "gut gelaufen". Damit bleibt ein gewisses Losglück den Gladbachern hold. Die Young Boys Bern im Champions-League-Play-off, Celtic Glasgow als dritter Gegner neben dem FC Barcelona und ManCity in der Champions League und nun im Halbfinale die Eintracht — es hätte in allen Fällen schlimmer kommen können.

Aber: Borussia hat immer auch ihren Job gemacht: Erst hat sie gegen Bern die Champions League gebucht, dann die nötigen Punkte gegen Celtic geholt, um Dritter zu werden in der Gruppe und somit weiterzumachen in der Europa League. Gladbach kann also die Favoritenrolle, wenn es darauf ankommt (siehe auch jetzt in Hamburg). Diese Selbstverständlichkeit gilt es gegen Frankfurt fortzusetzen.

Drei Spieler, die in Hamburg spielten, standen auch 2012, als es in der Vorschlussrunde daheim gegen die Bayern ging, auf dem Platz: Tony Jantschke und Oscar Wendt gehörten zur Startelf, Patrick Herrmann wurde eingewechselt. "Es ist mein zweites Halbfinale mit Borussia. Es ist klasse. Wir haben damals gegen München ganz knapp das Finale verpasst, das soll jetzt anders werden", sagte Jantschke, dessen Pass auf Patrick Herrmann quasi die Vorlage war für den Elfmeter zum 0:1. Herrmann wurde gefoult und Lars Stindl verwandelte. "Elfmeter können wir zum Glück jetzt", sagte Jantschke. Das kann unter Umständen hilfreich sein. 2012 ging das Halbfinale im Elfmeterschießen verloren.

"Wir alle hatten uns gewünscht, im Borussia-Park spielen zu dürfen. Frankfurt ist aber ein schwieriger Gegner, das haben wir beim 0:0 im Bundesligaspiel zu spüren bekommen. Trotzdem werden wir alles dafür tun, unsere Chance zu nutzen und nach Berlin zum Finale fahren. Es träumt doch jeder Spieler davon, so etwas zu erleben. Aber bis dahin liegen andere Aufgaben vor uns. Samstag ist das erste Schalke-Spiel, darauf fokussieren wir uns", sagte Kapitän Lars Stindl. Erinnern wir uns nochmal an Lucien Favre und vergessen nicht: Das Von-Spiel-zu-Spiel-Dogma hat schon damals geholfen.

(kk)
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