Borussia Mönchengladbach: Ein Spiel wie das 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf sollte es beim 1. FC Köln nicht geben

Borussia ist gewarnt : Ein Spiel wie in Düsseldorf sollte sich in Köln nicht wiederholen

In der vergangenen Saison war die 1:3-Niederlage beim Nachbarn Fortuna ein Stimmungstöter bei Borussia. Nun geht es zum Aufsteiger 1. FC Köln. Da sollte so etwas nicht passieren. Gladbach kann zeigen, dass sich etwas verändert hat.

Es gibt Spiele in einer Saison, die sind mehr als 90 Minuten oder der Kampf um drei Punkte. Sie sind Botschaften. In der vergangenen Saison war das 3:0 beim FC Bayern München in der Hinrunde das symbolische Spiel für alles, was Borussia da stark machte, all das Selbstvertrauen, all den Glauben an das 4-3-3-System, all die Überzeugung, mit der da alle Gladbacher unterwegs waren.

Folgt man nun der These, die der zerbrechliche Mr. Glass in dem wunderbaren Superhelden-Film „Unbreakable“ formuliert, gibt es zu allem das genaue Gegenteil. Im  Fall von Glass ist es der Mann, dem nichts etwas anhaben kann. Übersetzt auf Borussia und ihre vergangene Saison ist das Gegenteil des Bayern-Spiels das bei Fortuna Düsseldorf. War der höchste Sieg in München nahezu traumhaft, so war das 1:3 bei Fortuna Düsseldorf, dem Aufsteiger, der Albtraum schlechthin und symbolisch für alles, was an der Rückrunde enttäuschend war.

0:3 stand es nach 16 Minuten, Borussia schlafwandelte über den Rasen der Düsseldorfer Arena und wurde von den forschen Fortunen vorgeführt. Dass sich Gladbach danach fing, war bedeutungslos, die Anfangsphase entschied das Spiel und prägte das Urteil darüber. Der Schatten, den das Erlebte warf, verschwand nicht mehr bis zum Ende der Saison.

Scrollt man die Bilder jenes Tagens durch, so war das allgemeine Gefühl der Gladbacher Fassungslosigkeit. Alle hatten sich dieses Nachbarschaftsduell anders vorgestellt, es sollte nach den zuvor ergatterten vier Punkten das Hallali sein für den Endspurt. Doch es wurde ein Stimmungstöter. Das Zutrauen war weg, auch wenn es danach nochmal vier Punkte aus zwei Spielen gab.

Niederlagen in der Nachbarschaft sind nie förderlich. So war es auch beim Rückrundenauftakt der Saison 2017/18, als die Gladbacher recht ambitioniert zum damaligen Letzten 1. FC Köln reisten und 1:2 unterlagen. Auch das war ein Makel, der blieb, auch das war ein Spiel, das die gesamte Rückrunde überschattete.

Und nun wieder Köln. Wie in der vergangenen Saison Fortuna nach einer Länderspielpause. Und in einer Situation, in der es um Botschaften geht: Beim 1:3 gegen Leipzig gab es Ansätze, die Trainer Marco Rose sah, Ansätze, die ihn sagen ließen: Das ist die Messlatte für die Zukunft, weniger sollte es künftig nicht mehr sein. Da ging es um die spielerische Qualität. In Köln geht es nur um den Sieg. Denn wer das Derby gewinnt, der ist im Aufwind. Früher bei Hennes Weisweiler, dem Meistertrainer, gab es trainigsfrei und total gute Laune, nun geht es auch darum zu zeigen, dass es eben nicht mehr so ist, wie es letzte Saison war.

Rose, der am Mittwoch 43 Jahre alt wird, ist gekommen, um Borussia emotionaler zu machen, und es gibt kein emotionaleres Bundesliga-Spiel als das Derby. In Düsseldorf beim 1:3 wirkten die Borussen kühl und emotionslos, Fortuna war heißspornig und daher im Vorteil. Rose-Fußball steht auch dafür, sich nicht zu ergeben an Tagen wie diesem in der Landeshauptstadt, sondern gerade solche Spiele mit aller Wucht anzugehen und, natürlich, sie möglichst zu gewinnen.

Vielleicht ist es ein Vorteil, dass das Spiel in Köln ist. Dort haben die Borussen erstens sehr, sehr oft  sehr, sehr gut ausgesehen (23 Siege in 44 Bundesligaspielen) und zweitens tun sie sich derzeit auswärts durchaus leichter als daheim. Das erste Spiel in der Fremde brachte das 3:1 in Manz, den ersten Sieg der Ära Rose. Es wäre für die ganze Sache extrem hilfreich, wenn es am Samstag den zweiten geben würde.

Weil Derby-Niederlagen nur schwerlich verziehen werden und das Team einigen Kredit verspielen würde. Und, weil  nun eine Saisonphase beginnt, die zweite mithin, in der die Gladbacher tunlichst ordentlich punkten sollten, um sich zu positionieren. Zudem würde ein Derbysieg Schwung geben für die ganze Woche, in der ja gegen den Wolfsberger SC auch die Europa League startet und danach Fortuna in den Borussia-Park kommt.

Also, Borussia: Es darf in Köln bloß kein zweites Düsseldorf geben.

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