1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Ein Borussia-Trio kann wichtige Schritte machen

Große Ambitionen : Ein Borussia-Trio kann wichtige Schritte machen

Borussia Mönchengladbachs Breel Embolo, Florian Neuhaus und Mamadou Doucouré können wichtige Schritte machen in der anstehenden Saison.

Lars Stindl war erfreut. „Ich bin sehr glücklich, dass ich fit bin und am ersten Trainingstag gesund auf dem Platz stehe. Das war in den letzten beiden Jahren nicht der Fall“, sagte Borussias Kapitän am Dienstag nach dem Trainingsauftakt der Gladbacher. Er hatte sich jeweils schwer verletzt in der Schlussphase der Saison und konnte in beiden Fällen erst im Oktober richtig einsteigen.

Zwei seiner Teamkollegen wissen, was es bedeutet, verletzt zu sein, wenn die Vorbereitung startet. Einer ist Mamadou Doucouré, der seit seinem Wechsel von Paris Saint Germain nach Mönchengladbach 2016 nichts anderes erlebt hat als das. Der inzwischen 22-Jährige war jahrelang ständig verletzt und war jedes Mal bemüht, mal besser in eine Saison reinzukommen.

Dieses Mal, so scheint es, kann das etwas werden: Doucouré, dem große Qualitäten nachgesagt werden als Verteidiger, ist seit Monaten fit, hat sogar beim 4:1 gegen Union Berlins sein Bundesliga-Debüt gefeiert und kam gegen Wolfsburg zu seinem zweiten Einsatz. Jetzt steht der nächste Schritt an: Doucouré will richtig in der Bundesliga ankommen mit mehr Einsätzen, vielleicht auch mal von Beginn an. Der junge Mann hat gelernt in kleinen Schritten zu denken, er weiß, dass er auf dem richtigen Weg ist, aber dass dieser noch lang und steinig ist.

Breel Embolo hat in seiner Karriere auch schon erlebt, dass der Fußball brutal sein kann. Zweimal war der Schweizer schwer verletzt, das überschattete seine Zeit auf Schalke. Bei seinem Start in Gladbach war er vor einem Jahr noch angeschlagen, er musste sich erst fit machen. Doch der Wiedereinstieg gelang gut, Embolo war zum Saisonauftakt bereit und schoss schnell auch Tore.

Doch es war ein Auf und Ab für ihn, nur die Hälfte seiner Spiele machte er von Beginn an. Das soll jetzt anders werden: Embolo will den Schritt dahin machen, das Etikett „Stammspieler“ zu bekommen. Diesbezüglich ist es für den 23-Jährigen, der beim Auftakt-Training einen sehr motivierten und körperlich ausgezeichneten Eindruck machte, eine eminent wichtige Saison.

Der dritte Mann, der in der anstehenden Spielzeit seinen Stempel aufdrücken könnte, ist Florian Neuhaus. Vor einem Jahr gönnte er sich nach der U21-EM nur eine kurze Pause, um die Vorbereitung nicht zu versäumen, das kostete ihn aber einige Kraft. So war Neuhaus’ Hinrunde so lala, eine mit starken Momenten, aber auch einigem Leerlauf. In der Rückrunde aber, da war es ein ganz anderer Neuhaus. Nun als Teil der Doppelsechs aus der Tiefe kommend, geradlinig und selbstbewusst, ja, er entwickelte nun mehr und mehr Leader-Qualitäten.

Doucouré sorgte mit seinem Debüt für den emotionalsten Moment der Rückrunde. Embolo, der sich gegen Leverkusen verletzte und dann wieder da war, als Marcus Thuram und Alassane Plea ausfielen, war der Comebacker des zweiten Saisonteils. Und Neuhaus war einer der großen Gewinner der Rückrunde, wenn nicht sogar der Spieler der Rückrunde.

Deswegen geht er in die neue Saison mit zwei wesentlichen Ambitionen: Er will sich erstmals in der Champions League beweisen – und dann will er den nächsten Schritt in seiner DFB-Karriere machen: Die Wahrscheinlichkeit, dass er Anfang September neben Matthias Ginter, dem Abwehrchef als zweiter Gladbacher zum Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw gehört, wenn dieser das Team für die Nations-League-Spiele in der Schweiz und gegen Spanien nominiert, ist groß. Die These, dass Neuhaus der 41. Borussenspieler wird, der für Deutschland spielt, ist nicht gewagt. Und auch nicht die, dass Neuhaus 2021 bei der Europameisterschaft dabei sein wird.

Doucouré, Embolo und Neuhaus – ein Trio, das auf dem Sprung ist. Und drei Männer, denen man zutrauen darf, dass sie für sich persönlich den nächsten Schritt machen. Es würde Borussia zu Gute kommen.