Borussia Mönchengladbach: Ein Arzt-Kittel dokumentiert Borussia-Geschichte

Borussia im Elisabeth-Krankenhaus : Ein Arztkittel als Dokument einer guten Beziehung

Der weiße Kittel ist in die Jahre gekommen. Aber er ist ein Zeitdokument. Er hat alle 19 Besuche der Borussen im Elisabeth-Krankenhaus mitgemacht und ist voller Unterschriften von Trainern und Spielern aus zwei Borussia-Dekaden.

Natürlich hat Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Kinderklinik des Hospitals, den guten alten Kittel aus dem Schrank geholt für die aktuelle Visite der Abordnung aus dem Borussia-Park. Die Profis Stefan Lainer und Laszlo Bénes sowie Trainer Marco Rose sind gekommen. Und Maskottchen Jünter.

Der Flur der Kinderstation ist rappelvoll. Die drei Gäste haben an einem Tisch Platz genommen hinter Schoko-Weihnachtsmännern im Borussia-Design. „Die Seele brennt“, sagt ein Knirps als die Borussia-Hymne gespielt wird. Der Nachwuchs kennt sich aus. Vom Arm der Mutter hat er einen guten Blick auf die Autogramme schreibenden Borussen. Er hat indes mehr Augen für Jünter. Auch der hat signierte Fotos von sich dabei. Kölfen hat alte Bilder ausgedruckt. Unter anderem eins von Meistertrainer Hennes Weisweiler mit der Schale. Der Arzt hat Marco Rose eingearbeitet in die Szene. Borussia ist Spitzenreiter, da darf man als Fan so etwas schon mal tun. Wer sich auf der Station umschaut, findet viel Borussia. Fahnen hängen von der Decke, es gibt ein Foto vom früheren Kapitän Granit Xhaka und sogar ein eigenes Borussia-Zimmer.

Lainer, Bénes und Rose schauen sich um, plaudern mit den Patienten. „Laszlo ging es auch mal wie euch, er war verletzt“, berichtet Kölfen den Kindern. Inzwischen ist der Slowake aber wieder total fit und einer der Gewinner dieser Saison. Wie Lainer, den Rose von RB Salzburg mitgebracht hat. „Es ist schön, dass wir den Kindern eine Freude machen können“, sagt Lainer.

„Der Besuch der Borussen ist immer tagelang Thema bei uns, alle sind aufgeregt, nicht nur die kleinen Patienten“, sagt Kölfen. Er bekommt ein Trikot mit der Nummer 19 geschenkt, weil es die Zusammenarbeit zwischen Borussia und dem „Eli“ so lange gibt. Drei Trainer waren zweimal da: Hans Meyer, der auch der erste war, Dieter Hecking und Lucien Favre. Das ist auf dem Kittel zu sehen, der auch ein würdiges Objekt wäre für das Borussen-Museum. Aber noch ist der Kittel, der das Dokument einer guten Beziehung ist, nicht fertig. Es ist noch genug Platz, um viele weitere Besuche der Borussen festzuhalten.