Borussia Mönchengladbach: Eden Hazard im Vergleich mit Bruder Thorgan vom FC Chelsea

Borussias Thorgan Hazard : Raus aus dem Schatten von Eden

Borussias Thorgan Hazard ist ein begnadeter Fußballer. Dennoch wird er stets von einem anderen überschattet. Sein Bruder Eden ist einer der besten Spieler der Welt. Aber der kleine Hazard kommt dem Licht näher.

Wie ist es, wenn man selbst ein wahrhaftig nicht unbegabter Fußballer ist, der große Bruder aber einer der besten Kicker der Welt? Thorgan Hazard, angestellt bei Borussia Mönchengladbach, muss nicht lange überlegen: Er ist stolz auf seinen Bruder, der für den FC Chelsea in der englischen Premiere League spielt. „Für mich bist du der Beste, Bruder“, schrieb er unter das Foto, das Eden bei der Ehrung der Weltfußballer im purpurroten Anzug zeigt. „Eden ist ein großartiger Spieler“, sagte Hazard auch im Gespräch mit unserer Redaktion und berichtete davon, wie gut es sich anfühlte, im WM-Spiel gegen Panama gemeinsam mit Eden für Belgien zu spielen. „Immerhin für zehn Minuten. Das war etwas Besonderes für uns beide, für unsere gesamte Familie“, sagte der 25-Jährige.

Die Hazard-Brüder entstammen einer regelrechten Fußballer-Familie. Der jüngere Bruder Kylian ist vom FC Chelsea an Cercle Brügge ausgeliehen. Die beiden jüngeren Brüder stehen im Schatten von Eden, der beim Londoner Klub ein Superstar ist und zu den teuersten Balltretern der Welt gehört. Sein geschätzter Marktwert liegt bei 120 Millionen Euro.

Doch Thorgan, zwei Jahre jünger als Eden, ist dabei, aus dem Schatten des einen Zentimeter kleineren großen Bruders heraus zu treten. Seine Bilanz bei Borussia ist derzeit ganz nah dran an der von Eden. Sechs Tore in sieben Spielen hat er erzielt, Eden sieben Tore in acht Spielen, hinzu kommen bei beiden zwei Assists.

„Die Saison fängt gut für ihn an mit drei Toren im Pokal und drei Toren in der Liga. Das gibt ihm Selbstvertrauen, das spürt man“, sagte Trainer Dieter Hecking. In seinem Ansatz spielt der schnelle, dribbelstarke Thorgan Hazard eine wesentliche Rolle. Schon in der vergangenen Saison spielte der Belgier so viel wie nie zuvor und schoss einen persönlichen Tor-Rekord heraus: Zehn Treffer schaffte er, zum ersten Mal traf er in der Bundesliga zweistellig.

Es gab aber einen Problem: „Es hätten mehr Tore sein können“, gestand Hazard. Kaum ein Bundesliga-Spieler vergab so viele Torchancen wie er. „Fahrig“ sei Hazard vor dem Tor gewesen, sagte Hecking. Er hat aber festgestellt, dass der Offensivmann dabei ist, diesen Makel abzulegen. Sein Tor zur 2:1-Führung in Wolfsburg, als er sehr überlegt abschloss, unterstreicht das. Es gab schon Szenen, in denen Hazard solche Chancen nicht nutzte.

Hätte er in der vergangenen Spielzeit mehr seiner Chancen genutzt, wäre er vielleicht gar nicht mehr in Gladbach. Auch so gab es Interessenten, der Name Hazard hat einen guten Klang. Wegen Eden, aber inzwischen definitiv auch wegen Thorgan. Unter anderem war er beim FC Valencia im Gespräch, mit dem sich Hazards Vater Thierry sogar getroffen hat im Sommer, war ein Thema. Doch Hazard blieb, weil am Ende nichts konkret wurde. „Ich kann mich auch bei Borussia weiterentwickeln“, sagte er.

Wie Eden ist Thorgan bis 2020 an seinen aktuellen Arbeitgeber gebunden, in den kommenden Monaten geht es auch darum, ob diese Verträge nochmal verlängert werden oder nicht.

Dass es irgendwann in der Zukunft mal ein Miteinander der Brüder in einem Klub gibt, ist das Fernziel, für das der jüngere Hazard noch hart arbeiten muss, das weiß er. „Eden ist einer der größten Spieler der Welt, und wenn ich mit ihm in einem Team spielen will, muss ich noch einen großen Schritt machen. Das ist aber etwas für später. Ich bin jetzt fokussiert auf Borussia“, sagte Thorgan Hazard.

Er belegt den abschließenden Satz mit seinen Darbietungen auf dem Rasen. Drei Tore erzielte der Borusse in den letzten drei Spielen. Eden traf derweil nur zweimal.

Mehr von RP ONLINE