Borussia muss Eckfahnen-Jubel zusehen Rose vermisst wichtige Derby-Zutaten gegen Köln

Mönchengladbach · Nach drei Derbysiegen in Folge hat Marco Rose mit Borussia seine erste Niederlage gegen den 1. FC Köln erlitten. Der Trainer vermisste bei seiner Mannschaft die entscheidenden Zutaten für solch ein wichtiges Spiel.

Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik gegen den 1. FC Köln
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Borussia - Köln: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Eine Demütigung erfuhr Borussia nach dem Abpfiff. Die Spieler des 1. FC Köln stürmten in die Süd-Ost-Ecke des Stadions, wo normalerweise die Gästefans ausharren, sogar Trainer Markus Gisdol legte im Eisregen einen Sprint im Borussia-Park hin. Und dann schnappten sie sich die Eckfahne, entfernten das schwarz-weiß-grüne Stück Stoff mit der Borussia-Raute und tauschten es aus gegen das Trikot des doppelten Derby-Torschützen Elvis Rexhbecaj.

Christoph Kramer nahm es sportlich, schließlich hatte sein Teamkollege Marcus Thuram diese Art des Jubels im September 2019 im vollen Rhein-Energie-Stadion in Köln erfunden und auch im vergangenen Oktober vor damals nur 300 Zuschauern durchgezogen. „Es tut natürlich weh, wenn die Kölner mit der Eckfahne in unserem Stadion feiern. Aber so ist der Fußball“, sagte Kramer.

Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln: die Bilder des Spiels
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Borussia - Köln: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Das größere Problem war es sicher, wie weit Borussia entfernt war vom vierten Derbysieg in Folge und damit auch von einem Revival der speziellen Thuram-Zeremonie. Trainer Marco Rose stellte seiner Mannschaft nach dem 1:2 ein Zeugnis aus, das viele Gladbach-Fans besonders schmerzen dürfte. „Köln hat das Spiel so gespielt und gekämpft, wie man das in einem Derby tun muss. Sie waren einfach in den Zweikämpfen galliger und griffiger als wir“, erklärte Rose. „Meine Jungs sind 120 Kilometer gelaufen. Aber in den entscheidenden Situationen, in denen man den Unterschied macht, haben wir zu oft das Nachsehen gehabt.“

Als Rexhbecaj schon nach 135 Sekunden für die Kölner Führung sorgte, hatte es noch den Anschein, als wolle Borussia einen unkonventionellen Matchplan etablieren. Unter der Woche beim Pokal-Erfolg in Stuttgart war das 0:1 noch etwas früher gefallen, Gladbach ließ sich nicht beirren, drehte das Spiel und gewann am Ende verdient. Mit Florian Neuhaus‘ Ausgleich in der 16. Minute schien die Partie aus Borussias Sicht noch schneller eine siegbringende Richtung einzuschlagen.

Doch es kam anschließend verdammt wenig von den Gastgebern, die schon mit einem Punkt wieder auf einen Europacup-Platz gesprungen wären. „Mit acht Torschüssen hatten wir auch nicht die Menge an Abschlüssen“, sagte Rose. „Die Leistung hat nicht gereicht, um dieses Spiel zu gewinnen.“

Sieben Veränderungen hatte er im Vergleich zum Mittwoch in der Startelf vorgenommen. Kurz nach dem erneuten Rückstand wechselte er Alassane Plea, Jonas Hofmann und Marcus Thuram auf einmal ein, doch auch die Joker scheiterten an der Wende. „Wir haben das Spiel verloren, dann kommt das Thema natürlich in die Richtung auf“, sagte Rose über die Rotations-Diskussion. „Nach wie vor: Ich kenne die Jungs, das ist der Kader, mit dem wir arbeiten und dem wir vertrauen. Die Jungs haben im Training einen sehr guten Eindruck gemacht.“

Die Probleme sah der Trainer woanders: „Es ging in Teilbereichen um das Thema Haltung. Da hatte uns Köln etwas voraus in diesem Derby. Und wir schenken zwei Tore her, da musst du schon wieder drei machen. Auch das traue ich meiner Mannschaft zu, aber das haben wir heute nicht hingekriegt“, sagte Rose.

Nächste Woche geht es zum VfL Wolfsburg, der als Dritter inzwischen sechs Punkte vor den Fohlen liegt. Die müssen den Kontakt zu den Champions-League-Rängen ein wenig abreißen lassen. „Der Sieg wäre schon wichtig gewesen. Das bedeutet, dass wir wieder Boden gutmachen müssen“, sagte Rose. Um die Derbypleite mit seiner Mannschaft zu verarbeiten, bleibt ihm eine ganz lange Trainingswoche. Erst am Sonntag steht das Spiel in Wolfsburg an.

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