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Borussia Mönchengladbach: Eberl wird nach Wolfsburg-Pleite emotional

Borussias Sportdirektor zeigt Nerven : Eberl redet sich nach Wolfsburg-Pleite in Rage

Nach der 0:3-Niederlage gegen Wolfsburg ließ Max Eberl seinem Frust freien Lauf. Mögliche Erklärungen dafür sind der erneute Chancenwucher der Borussen sowie ungewohnte Abwehrfehler.

Der Samstag war für Borussia einer der Tage, die man aus dem Kalender streichen möchte. Zum zweiten Mal in Folge kassierten die Gladbacher im Borussia-Park eine 0:3-Niederlage. Es war nahezu eine Kopie der Heimpleite zwei Wochen zuvor gegen Hertha BSC, nur der Gegner war mit Wolfsburg ein anderer. Das ärgerte auch Max Eberl. Das war im Nachgang zu spüren.

„Ich denke, dass wir aus vielen Torchancen kein Tor gemacht haben, und der Gegner hat aus drei Chancen drei Tore gemacht, wobei wir bei zweien mit dabei waren. Das ist kurz zusammengefasst das Spiel“, sagte Eberl, bevor er untypisch einsilbig und offensichtlich genervt auf die Fragen der Journalisten einging. Ob er sich Sorgen ob der Abwehrfehler mache, beantwortete er: „Wie heute mal in einem Spiel. Passiert.“ Die Nachfrage, ob das auch so nach den drei Gegentoren gegen Hertha bleibe, parierte er: „Aber keine drei Böcke.“ Womit er Fehler vor den Gegentoren meinte.

Das Fass zum Überlaufen brachte die Frage, ob das Negativerlebnis gegen Berlin in den Köpfen der Gladbacher gesteckt habe. „So wie nach den zwölf Siegen zuvor automatisch drin war, dass wir Hertha schlagen? Entschuldigung, aber jetzt fragt mal vernünftige Fragen“, forderte Eberl. Ruhe. „Das ist enttäuschend“, kommentierte er die Stille, wurde dann emotional: „Fragt doch mal sportlich, was passiert ist. Das fragt keiner. Ihr fragt nach Köpfen und nach Böcken. Das ist dann eure Berichterstattung. (...) Schade. Das ist der Fußball heutzutage: Schwarz und Weiß, und Emotionales, nichts anderes. Sportlich einer eine Frage?“

Was jedoch von Interesse war, ist eine Erklärung für die zweite deutliche Heimniederlage in Folge. Sportlich hat das Team auf dem Platz gesprochen. „Ich muss es euch erklären? Fragt mal nach was Konkretem. Nachher heißt es dann wieder, Eberl redet irgendwas raus, Eberl erzählt wieder irgendwas und entschuldigt die Spieler. Fragt doch mal sportlich, was passiert ist. Da höre ich nichts“, sagte der Sportdirektor.

Möglich, dass der Frust Eberls auch darin bestand, dass es Situationen im Fußball gibt, die nicht erklärbar sind. Borussia hatte sich wiederholt in der ersten Halbzeit wenig zu Schulden kommen lassen, gut gespielt. Nur das Tor gelang nicht. „Gegen Leverkusen wurden wir dafür gefeiert, dass wir aus einer Chance ein Tor machen, da ist die Rede von großer Effizienz. Und heute ist es eben so, dass wir aus vielen Chancen kein Tor gemacht haben und der Gegner aus drei Torchancen drei Tore. Das ist momentan die Bundesliga. Da kann man nicht immer alles erklären“, sagte er. „Man könnte die Zweikampfquote heranziehen, die Passquote, die Eckbälle, aber das ist alles Makulatur. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, wo wir aus unseren Torchancen kein Tor gemacht haben und der Gegner unfassbar effizient war.“

Eberl weiter: „Jetzt werden wir nicht alles in Grund und Boden reden. Aber wir müssen schon daran arbeiten, dass wir das, was wir uns erarbeiten, besser nutzen. Und vor allem müssen wir aufpassen, dass wir nicht solche Konzentrationsfehler wie beim 0:2 und 0:3 machen, denn das bricht uns das Genick.“

Diese Fehler machen Verantwortliche rasend. Und die Tatsache, dass es keine rationalen Erklärungen gibt, wenn Großchancen mehrfach ungenutzt bleiben. Vielleicht ist das der Anlass für Eberls emotionalen Ausbruch. Ein gestiegener Druck aufgrund des schmilzenden Vorsprungs auf die Konkurrenz um die europäischen Plätze herrsche laut Sportdirektor jedenfalls nicht. „Ein Polster haben wir immer noch. Wir lassen uns nicht treiben von irgendwas. Druck in der Bundesliga hast du jedes Wochenende.“ Doch Borussia muss diesem Druck wieder standhalten.