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Borussia Mönchengladbach: Doppel-Null für Yann Sommer gegen den BVB

Sommer wieder kaum geprüft : Gladbachs seltene Doppel-Null steht für einen positiven Trend

56 Pflichtspiele in Folge hatte der BVB getroffen, in Gladbach riss die Serie. Torwart Yann Sommer musste dafür erstaunlich wenig tun, weil seine Vorderleute ihm jede Menge Arbeit abnahmen. Defensiv zeichnet sich bei Adi Hütters Team ein positiver Trend ab.

183 Minuten sind vergangen, seit Yann Sommer zum letzten Mal einen Schuss abwehren konnte. Der Bielefelder Manuel Prietl prüfte ihn vor zwei Wochen kurz vor Schluss. In Augsburg war nur ein Versuch des Gegners aufs Tor gegangen, Florian Niederlechner traf zum 1:0.

Nun gegen Dortmund stand gleich doppelt die Null: Gladbach ließ nicht nur kein Gegentor zu, sondern auch keinen Schuss auf Sommers Kasten, der die Statistiker überzeugen konnte, einen virtuellen Strich in der Liste zu machen. Der Schweizer fing hohe Bälle ab oder wehrte wie kurz Schluss gegen Nico Schulz eine Flanke ab, doch mehr war da nicht in Abwesenheit von Erling Haaland und Marco Reus.

Gladbacher Zu-Null-Spiele sind in der Bundesliga keine absolute Rarität, aber weder Sommer noch sein Trainer Adi Hütter werden ständig acht Spiele warten wollen. Zumal weniger Gegentore auf Hütters Agenda ganz oben stehen. Mit neun nach sechs Spieltagen (1,5 pro Spiel) liegt Borussia nun erstmals unter seiner Leitung unter dem Schnitt der Vorsaison von 1,65. Nur zwei Gegentore gab es in den vergangenen drei Partien.

Dass der Trend passt, untermauert die Expected-Goals-Statistik: 2,7 ließ Gladbach noch zum Auftakt gegen den FC Bayern zu, da zeigte Sommer acht seiner bislang 22 Paraden. Von 2,0 erlaubten Expected Goals (xG) gegen Leverkusen und Union Berlin ging es über 1,9 gegen Bielefeld jeweils runter auf 0,4 gegen Augsburg und Dortmund. Im Schnitt sahen die verschiedenen Daten-Dienstleister Gladbach gegen den BVB knapp ein Tor im Vorteil. Die Überzahl hat sicher ihren Teil dazu beitragen, aber in der 39. Minute hatten die Gastgeber mit 1,03 zu 0,03 deutlich die Nase vorn.

„Zu wenig tiefe Läufe, zu wenig Druck aufs gegnerische Tor“, bemängelte Marco Rose bei seiner Mannschaft. Ähnliche Worte hat Hütter an den ersten Spieltagen schon mehrmals gewählt. Am Samstag war sein Team „unangenehm und eklig“, und vor allem: Gladbach leistete sich anders als in den bisherigen Spielen nicht einen gravierenden Patzer. So kam etwas zustande, das wirklich eine Seltenheit ist: Erstmals nach 56 Pflichtspielen mit eigenem Treffer ging der BVB leer aus. Für Gladbach war es das erste Zu-Null gegen die Schwarz-Gelben seit acht Jahren. Damals hieß der Keeper noch Marc-André ter Stegen.