Borussia Mönchengladbach: Dodi Lukebakio und Maximilian Philipp sind Kandidaten

Dodi Lukebakio oder Maximilian Philipp : Einen dieser beiden Stürmer sollte Gladbach holen

Borussia ist auch im Sturm auf der Suche nach Neuverpflichtungen. Unsere Reporter haben für den Posten zwei Kandidaten ins Auge gefasst.

Dodi Lukebakio — ein Tor-Garant und Zukunfts-Investment (Sebastian Hochrainer)

Borussia hat im Angriff große Namen im Kader: Beispielsweise Alassane Plea, Lars Stindl und Raffael. Das klingt nach großer Klasse, kein Zweifel. Aber ist dieses Trio das Erfolgbringende im System des neuen Trainers Marco Rose? Er will möglichst nah vor dem gegnerischen Tor Ballgewinne provozieren und dann schnell auf kürzestem Wege zum Erfolg kommen. Diesen Charakter vermittelt keiner der drei, jedoch ein anderer Spieler: Dodi Lukebakio.

Bei Fortuna Düsseldorf hat der 21-Jährige in der vergangenen Saison zehn Tore in der Bundesliga erzielt. Oft wurde er von seinen Mitspielern nach Ballgewinn mit einem Steilpass vor das Tor geschickt und dort behielt er die Nerven. Das wäre der Prototyp eines Rose-Tors bei Borussia, Lukebakio deswegen auch der Prototyp des Stürmers, den die Gladbacher, wenn man den Aussagen von Sportdirektor Max Eberl folgt, suchen. Auch ihm wird der Belgier in der vergangenen Saison positiv aufgefallen sein. Insbesondere beim 3:3 der Fortunen beim Auswärtsspiel in München, als Lukebakio drei Tore erzielte.

Spielerisch passt er in das Anforderungsprofil der Gladbacher, da dürften keine Zweifel bestehen. Er hat auch selbst den Anspruch, den nächsten Schritt zu machen. Ein solcher wäre Borussia. Ihr wird aber auch klar sein, dass sie nicht die letzte Station des ambitionierten Stürmers sein wird. Entwickelt er sich weiter so gut, dürfte Lukebakio künftig mit den ganz Großen in Verbindung gebracht werden. Und genau darin liegt ein weiterer Reiz eines möglichen Transfers. Denn Lukebakio wäre nicht nur ein gegenwärtiger Tor-Garant, sondern auch ein Zukunfts-Investement.

Es gehört zu Borussias Strategie, talentierte Spieler zu verpflichten, sie weiter zu entwickeln und dann teuer zu verkaufen. Lukebakio müsste man zwar teuer kaufen. Er war vom FC Watford an Düsseldorf verliehen, der nun über die Zukunft des Stürmers entscheidet. Von einer Ablösesumme um die 20 Millionen Euro ist da oft die Rede.

Doch die Summe könnte sich in wenigen Jahren schon vervielfachen, sollte Lukebakio den Eindruck bestätigen, den er in seiner ersten Bundesliga-Saison hinterlassen hat. So war es auch bei Thorgan Hazard, der für acht Millionen Euro zu Borussia kam und dem Klub nun bis zu 30 Millionen Euro einbrachte.

Darum wäre Maximilian Philipp eine spannende Personalie (Karsten Kellermann)

Maximilian Philipp kam beim BVB nicht so häufig zum Einsatz, könnte bei Borussia aber durchstarten. Foto: dpa/Jan Woitas

Es ist ungewöhnlich ruhig rund um die Transferaktivitäten Borussias. Doch hat Sportdirektor Max Eberl verlauten lassen, dass die Gladbacher schon wissen, wen sie verpflichten wollen. Hinweise, um wen es sich dabei handelt, fehlten natürlich, doch gab Eberl zu, dass die Probleme in den Gesprächen mit den Vereinen, wenn es ums Geld gehen wird, liegen. Borussia hat Thorgan Hazard für einen Paketpreis von bis zu 30 Millionen Euro nach Dortmund verkauft. Möglich, dass von dem Geld etwas zurückfließt zum BVB. Denn dort gibt es einen Offensivspieler, der, das wurde an dieser Stelle schon öfter gesagt, bestens passen würde zu dem Fußball, den der neue Trainer Marco Rose versprochen hat: Maximilian Philipp.

Rose will eine Melange aus Pressing- und Ballbesitzfußball spielen lassen. Philipps Stil passt dazu, er besitzt Präsenz auf dem Rasen, hat Tempo und ist durch seine Freiburger Zeit geschult im mannschaftsdienlichen Spiel. Weswegen er schon vor zwei Jahren im Fokus der Borussen war, sich dann aber für den BVB entschied. Nun ist er bei den Westfalen in der Sackgasse. Gladbach könnte der Weg hinaus sein.

Indes: Philipp ist auch im Gespräch beim VfL Wolfsburg. Einem Klub also, mit dem auch Rose vor seiner Entscheidung pro Borussia gesprochen haben soll. Es gibt daher offenbar ähnliche Ideen bei beiden Vereinen. Zwar gibt es keine offenen Hinweise, doch dass die Borussen über Philipp nachdenken, scheint logisch, Eberl hat gern etwas auf Wiedervorlage. So war es schon bei Matthias Ginter, der auch von Freiburg nach Dortmund ging, um dann Gladbacher zu werden für den nächsten Schritt.

Philipp würde wohl etwa 20 Millionen Euro kosten. Er ist 25 und hat noch Potenzial, eine gute Geldanlage zu werden. Es wäre eine spannende Personalie. Rose braucht Männer für seine Doppelspitze. Philipp, der auch über Außen kommen könnte in einem Spiel mit klaren Flügeln (4-3-3), ist mehr als Hazard ein Typ Mittelstürmer. Er ist ein bisschen weniger filigran als der Belgier, dafür aber vielleicht weniger verschnörkelt. Was er drauf hat, wenn er alles rausholt, hat Borussia zweimal zu spüren bekommen: einmal schoss er für Freiburg zwei Tore gegen Gladbach, einmal für den BVB. Wer sich an diesen Philipp erinnert, wird sagen: „Machen, Herr Eberl!“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Dodi Lukebakio

Mehr von RP ONLINE