Borussia Mönchengladbach: Dieter Heckings personelles Endspiel-Puzzle

Borussia-Trainer hat viele Optionen : Heckings personelles Endspiel-Puzzle

In Hamburg braucht Borussias Trainer Dieter Hecking die richtige Mischung aus Stabilität, Spielfreude, Willen und Tordrang.

Dass am Samstag jeder Borusse gern spielen würde, ist anzunehmen. Schließlich hat das Treffen mit dem Hamburger SV Endspielcharakter, denn nur dem Sieger winkt etwas - die Rettung dem HSV, Europa direkt oder indirekt den Borussen. In beiden Fällen jedoch nur, wenn die Konkurrenten mitspielen. Fußballer geben gern an, Freude an solchen Spielen zu haben.

So ist jeder gesunde Borusse (derzeit kommen sechs Spieler nicht in Frage für den Kader, Fabian Johnson und Raúl Bobadilla trainieren zwar wieder, sind aber nicht soweit) Kandidat für das HSV-Spiel. Für Dieter Hecking ist das ein ungewohnter Luxus, den er nur selten hatte in dieser Saison. Es ist ein regelrechtes Personalpuzzle für Borussias Trainer. Denn es ist eingetreten, was er stets gesagt hat: Konkurrenz belebt das Geschäft. Beim 3:1 gegen Freiburg musste er das Team nach zweimal derselben Startformation auf vier Positionen ändern, weil sich Lars Stindl auf Schalke verletzte und sich Jannik Vestergaard, Christoph Kramer sowie Denis Zakaria eine Gelbsperre einhandelten. Tony Jantschke, Tobias Strobl, Michael Cuisance und Josip Drmic sprangen ein. Jantschke und Strobl machten nicht nur einen konsequenten und ruhigen Job, sie legten nebenbei sogar Tore auf. Eines davon machte Josip Drmic.

Massig Optionen gibt es somit für Samstag, schließlich kehren die drei Gesperrten zurück. Die Frage ist nun: Setzt Hecking im 4-2-3-1-System auf den Slogan "Never change a winning team" oder auf die zuvor bewährten Kräfte Vestergaard, Kramer und Zakaria? Das ist zu vermuten. Dass Drmic anstelle Stindls spielt, ist wahrscheinlich. Cuisance tat sich auf Schalke schwer mit dem "stindln". Drmic ist auch die Variante mit mehr Drang in den Strafraum. Vestergaard würde mit Matthias Ginter, der gestern wieder normal trainierte, die Innenverteidigung bilden. Nico Elvedi würde wieder hinten rechts verteidigen als Pendant zu Oscar Wendt. Kramer und Zakaria wären die Doppelsechs, Thorgan Hazard und Jonas Hofmann das Flügelduo und Raffael und Drmic der Zweiersturm. Es wäre dann die Wolfsburg- und Schalke-Aufstellung nur mit Drmic statt Stindl.

Auch ein Systemwechsel wäre eine Option, zum Beispiel auf eine Formation mit einer Dreierkette. Da könnte dann Patrick Herrmann für die rechte Seite interessant sein. Oder Hecking setzt im 4-2-3-1 auf einen Überraschungseffekt, das wären die Feingeister Vincenzo Grifo oder Ibo Traoré als Startelf-Teilnehmer. Beide können aber auch nach Einwechslungen neue Bewegung reinbringen. Das kann wichtig sein, schließlich kann es auf die Schlussphase ankommen, gerade in einer unberechenbaren Saison wie dieser.

Wie auch immer die Borussen aufgestellt sein werden im Volksparkstadion, die Ausgangslage bleibt unverändert: "Es wird ein Spiel ohne großes Kalkül werden, beide Mannschaften müssen gewinnen", sagt Traoré. Was heißt das? Totale Offensive auf beiden Seiten? Klar ist: Es müssen Tore fallen. So muss Hecking die richtige Mischung aus Stabilität, Spielfreude, Willen und Tordrang finden.

(kk)
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