Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking verabschiedet sich unter Tränen

Borussias scheidender Trainer : So emotional lief Heckings Abschied

Das letzte Spiel der Saison war auch automatisch die letzte Partie für Dieter Hecking als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Nach der Begegnung gegen den BVB nahm der 54-Jährige emotional Abschied von den Fans.

Als alles zu Ende war, kamen die Tränen. Dieter Hecking weinte sie an der Schulter von Stadionsprecher Torsten Knippertz, nachdem ihm seine Mannschaft applaudiert hatte auf dem Rasen. Der ganz große Coup ist zum Abschluss seiner zweieinhalb Jahre als Borussen-Trainer ausgeblieben, das wäre Platz vier und die Champions-League-Qualifikation gewesen. Doch nach dem 0:2 gegen den neuen Vizemeister Borussia Dortmund und dem 5:1-Sieg von Bayer Leverkusen bei Hertha BSC ist es Rang fünf und die Europa League geworden. Das ist das Erbe, das Hecking seinem Nachfolger Marko Rose hinterlässt.

„Es ist doch klar, dass da Emotionen kommen, wenn man zweieinhalb Jahre bei einem so tollen Verein gearbeitet hat“, sagte Hecking in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Auch die Fans hatten ihn zuvor mit Applaus verabschiedet. „Es ist sehr emotional, wenn ein Chef, den man mag, weggeht. Wir haben viele Erinnerungen zusammen, haben in der Zeit viel zusammen erlebt, Höhen und Tiefen. Er ist ein toller Coach, ein toller Mensch, und Co-Trainer Dirk Bremser auch. Es ist für eine Mannschaft nie einfach. Wir wünschen ihnen alles Gute und hoffen, dass wir uns bald auf dem Platz wiedersehen“, sagte Torwart und Kapitän Yann Sommer.

Thorgan Hazard wird mit Pfiffen verabschiedet

Mit Pfiffen wurde hingegen Thorgan Hazard vom Platz „geleitet“, als er in der 75. Minute gegen Patrick Herrmann ausgetauscht wurde. „Solche Sachen sind sehr unverständlich. Man sollte sich überlegen, was er für den Klub geleistet und gemacht hat. Wir respektieren ihn sehr als Spieler und Mensch“, sagte Sommer.

Hazard machte sein letztes Spiel für Gladbach, in der nächsten Saison wird er für die Dortmunder auflaufen. Das haben Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und sein Kollege Michael Zorc vom BVB bestätigt. „Wir werden auch die letzten Kieselsteine aus dem Weg räumen“, sagte Eberl. „Ich gehe davon aus“, sagte Zorc. Die Einigung beider Klubs dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Hazard selbst hatte längst zugegeben, sich mit dem BVB auf einen Wechsel geeinigt zu haben.

Eberl deutete an, dass es der zweitgrößte Transfer in der Gladbacher Vereinsgeschichte sein werde. 2016 war Granit Xhaka für 45 Millionen Euro zum FC Arsenal nach London gewechselt, für Hazard dürften die Borussen zwischen 30 und 40 Millionen Euro bekommen. Der Belgier, der in dieser Saison der beste Scorer seines Teams ist mit zehn Tore und elf Vorlagen, war 2014 vom FC Chelsea gekommen. In 182 Spielen für Gladbach hat der jüngere Bruder des Chelsea-Stars Eden Hazard 46 Tore und 44 Assists produziert. Gegen den BVB, für den Jordan Sancho und Marco Reus (achter Treffer im elften Spiel gegen Gladbach) trafen, konnte Hazard keine Akzente mehr setzen.

Hazard sprach nach dem Spiel nicht über seine Zukunft. Die ist immerhin vorgezeichnet. Wie es bei Dieter Hecking weitergeht, wird sich zeigen. Die China-Reise der Borussen macht der 54-Jährige nicht mit, er wird die nächsten Tagen nutzen, um Pläne zu schmieden. Beim Hamburger SV soll er Favorit auf die Nachfolge von Hannes Wolf sein. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, sagte Hecking. Was Borussia angeht, will er sich in der kommenden Saison „die Donnerstage freihalten“. An denen sind die Europa League-Spiele seiner künftigen Ex-Mannschaft.

Um 19.09 Uhr verließ Hecking am Samstag das Stadion. Am Abend feiert die Mannschaft gemeinsam zusammen mit dem Trainer eine Saison mit einem „sehr, sehr guten Ergebnis“, wie Hecking sagte. „Herausragend wäre die Champions League gewesen“, befand er.

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