Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking testet Lars Stindl auf neuer Position

3:0-Sieg gegen Münster: Borussias Trainer Hecking testet Stindl auf neuer Position

Lars Stindl spielte beim 3:0 der Borussen im Testspiel gegen Preußen Münster auf der Acht. Der Kapitän und Torben Müsel trafen, zudem ein Münsteraner. Christoph Kramer und Mamadou Doucouré haben sich indes verletzt.

So richtig erfreut schaute Borussias Trainer Dieter Hecking nicht drein am späten Donnerstagnachmittag. Das hatte nichts mit den doch recht abgesackten Temperaturen zu tun, die zu dem Zeitpunkt auf dem Fohlenplatz neben dem Stadion herrschten. Hecking hatte soeben ein 3:0 seines Teams gegen den Drittligisten SC Preußen Münster gesehen, aber eben auch zwei seiner Spieler, die verletzt raus mussten: Mamadou Doucouré und Christoph Kramer.

Zunächst zeigte Doucouré nach 19 Minuten und einer Grätsche an, dass er sich weh getan hatte. Der Franzose wurde gleich zur Kernspinuntersuchung gebracht. „Es ist wohl etwas Muskuläres“, vermutete Hecking. Die genaue Diagnose dürfte es am Freitag geben. Damit setzt sich die tragische Geschichte des jungen Franzosen fort. Zwei Jahre lang fehlte Doucouré wegen schwerer Muskelverletzungen, gerade erst schien er auf dem Weg zurück in den Alltag zu sein.

Zuletzt hatte Doucouré bei der U23 60 und 75 Minuten gespielt, es waren seine ersten Pflichtspieleinsätze für Gladbach, seit er von Paris Saint Germain gekommen ist. Nun wollte er sich im Testspiel zeigen – „doch es hat ihm hinten reingezogen, als er die Grätsche ausgepackt hat“, sagte Hecking.

Kramer verletzte sich bei einer unnötigen Aktion des Münsteraners Sandrino Baum am Sprunggelenk, der Sechser musste nach 50 Minuten ausgewechselt werden. „Es war ein unglücklicher Tritt, ich denke, er ist dabei umgeknickt. Ich hoffe aber, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Hecking. Torben Müsel, der für Kramer ins Spiel kam, erzielte nach 60 Minuten und einer starken Kombination das dritte Tor, zuvor hatten Kapitän Lars Stindl (26.) und Münsters Benjamin Schwarz (50.) getroffen. Stindl bildete zusammen mit Laszlo Bénes die Doppel-Acht.

Es war ein Job-Experiment mit Stindl, das Hecking schon in den letzten Minuten des Liga-Spiels gegen Fortuna Düsseldorf begonnen hatte. „In der ersten Halbzeit hätte ich mir gewünscht, dass Lars und Laci noch mehr Läufe in die Tiefe machen aus der Position heraus. Das ist ja gerade das, was Florian Neuhaus und Jonas Hofmann sicherlich häufiger gemacht hätten. Aber darum machen wir diese Spiele, damit sie sich an die Positionen und die damit verbundenen Abläufe gewöhnen“, sagte Hecking.

Zumindest war das Duo sehr produktiv. Stindl erzielte ein Tor und bereitete das 3:0 vor, Bénes sammelte beim Treffer Stindls den Assist ein. Ob Stindl schon beim Spiel gegen Hannover eine Option für das offensive Mittelfeld ist, ließ Hecking offen. „Jetzt ist erst mal ein freies Wochenende, dann sehen wir weiter“, sagte der 54-Jährige.

Abgesehen von den Verletzten, die das Ganze natürlich überschatten, „sind solche Spiel wichtig, weil wir da einige Eindrücke sammeln können. Einige Spieler, die längere Zeit nicht gespielt haben, können wir da unter Wettkampfbedingungen sehen, andere können so in den Rhythmus kommen, und die jungen Spieler können sich zeigen“, befand der Trainer.

Wie Bénes. Der 21-Jährige war ein Gewinner des Preußen-Spiels. Das dürfte auch Fortuna Düsseldorf interessieren, schließlich soll der Aufsteiger ein Auge auf Bénes geworfen haben. Allerdings hatte Hecking im Gespräch mit unserer Redaktion angedeutet, dass er Leihgeschäfte nicht sonderlich mag und Bénes wohl eher behalten will. Bénes will im Winter die Lage ausloten – sich aber bestenfalls bei Borussia durchsetzen. Gegen Münster hat er Hecking ein Angebot gemacht. „Laci war sehr auffällig. Er hat sehr gut auf sich aufmerksam gemacht, das habe ich gesehen. Mal schauen, vielleicht geht für ihn etwas gegen Hannover“, sagte Hecking.

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