Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking stellt klar: "Kein Dortmund-Jäger"

Gladbachs Trainer Hecking spricht Klartext: „Wir sind kein Dortmund-Jäger!“

Dieter Hecking hatte in Leipzig den „Auftrag“ formuliert, an Borussia Dortmund dranzubleiben. Jetzt nahm sich Borussias Trainer zurück und warnte vor zu hohen Erwartungen.

In Leipzig am Sonntag ahnte Borussias Trainer Dieter Hecking bereits, was kommen würde. „Wir als Borussia Mönchengladbach sollten uns nicht mit Borussia Dortmund vergleichen. Ich glaube, dass Dortmund im Moment die beste Mannschaft ist. Wie es in zehn Spieltagen aussieht, muss man abwarten. Wir werden versuchen, dass wir Dortmund nicht alleine wegmarschieren lassen, das ist unser Auftrag“, hatte er nach der 0:2-Niederlage bei Rasenballsport gesagt. Hecking hat seine Worte, kaum waren sie raus, durchaus bereut.

Denn seine Aussage wurde als Kampfansage an den BVB ausgelegt und sein Team als Titelanwärter definiert. Das war dem 54-Jährigen dann doch zu viel. „Kampfansage, Meisterprämie, das sind Sachen, die wir so nicht wollen. Wir haben alle Spaß daran, wenn wir es so durchziehen können. Aber wir müssen ein bisschen aufpassen und dürfen die Ansprüche nicht so hoch hängen, dass wir sie nicht erfüllen können. Bislang spielen wir eine richtig gute Vorrunde, aber deshalb sind wir kein Dortmund-Jäger. Wir wollen nicht als Titelkandidat, sondern als die Mannschaft gelten, die weiter Woche für Woche erfolgreich Fußball spielen möchte“, sagte Hecking am Mittwoch.

„Wenn es am 31\. Spieltag so ist, lasse ich mich gern auf das Spiel ein, aber nicht nach 13 Spieltagen. Wir sind ambitioniert und würden natürlich gerne so lange es geht vorne dabei bleiben, aber wir wissen auch, dass es in jedem Spiel harte Arbeit ist, diese tolle Ausgangssituation zu verteidigen“, sagte Hecking. Zu hohe Erwartungen indes „lassen den Druck unnötig steigen“.

Hecking erinnerte an die vergangene Saison, als die Borussen den selbst formulierten Ansprüchen nicht gerecht werden konnten. „In der vergangenen Saison haben wir immer wieder von Europapokal gesprochen und sind diesen Aussagen vergeblich hinterhergelaufen. Diesen Fehler wollen wir nicht noch einmal machen“, sagte Hecking. Sein Team hatte zwar bis zum letzten Spieltag theoretische Chancen auf Europa, wurde nach einer Rückrunde mit am Ende nur 19 Punkten aber nur Neunter. Es herrschte eine allgemeine Unzufriedenheit rund um den Klub.

Nach den personellen und taktischen Neuerungen im Sommer sind die Borussen nach 13 Spielen Zweiter mit 26 Punkten. Trotz des 0:2 im Topspiel in Leipzig sieht Hecking seine Mannschaft auf „einem guten Weg“, will aber das erneuerte Prinzip des „Von-Spiel-zu-Spiel-Denkens“ nicht aufgeben. „Unser Fokus liegt allein auf der kommenden Partie gegen Stuttgart, die wir wieder gewinnen möchten“, sagte Hecking mit Blick auf das Bundesliga-Spiel am Sonntag (18 Uhr, Borussia-Park, Live-Ticker bei RP Online).

Sein Team habe den Ansatz verstanden, und der Trainer geht auch davon aus, dass die Fans den Weg der Borussen, ein wenig zurückhaltender auch im Erfolg zu sein, mitgehen. „Die Mannschaft versteht die Aussagen und sieht es so wie ich. Trotzdem sind die Jungs ambitioniert und für sie steht im Vordergrund, dass wir am Sonntag gewinnen“, sagte Hecking. „Dass die Fans unruhig werden, glaube ich nicht, weil die Mannschaft in allen Spielen super viel abgerufen hat. Wir brauchen die Unterstützung der Fans und wir wollen ja alle zusammen erfolgreich sein. Wo es uns dann hinträgt, werden wir sehen. Aber wenn wir so attraktiv spielen, muss man sehen, ob auch Platz sechs oder sieben als Erfolg zu werten wären. Und wenn es am Ende Platz drei oder vier sind, ist es ein Riesenerfolg. Jetzt davon träumen, das darf der Fan, aber wir müssen in der Realität bleiben“, sagte Hecking.

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