Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking sieht Köln in der Favoritenrolle

Borussia Mönchengladbach : Hecking sieht Köln in der Favoritenrolle

Das Derby am Samstag (15.30 Uhr) beim 1. FC Köln ist für Dieter Hecking das erste als Borussias Cheftrainer. "Meine Vorfreude darauf ist riesig", sagte er. Die Favoritenrolle gibt er an die Gastgeber ab.

"Ich hoffe, es wird friedlich auf den Rängen und wir sehen ein rassiges Derby. Das erwarte ich von meiner Mannschaft", sagte Hecking. "Köln ist für mich als Tabellenfünfter Favorit. Die Kölner spielen gut, sind sehr stabil. Wir benötigen Geduld und müssen unser Spiel nach vorne kreieren. Es ist offen, wer das Spiel gewinnen kann — aber wir wollen es natürlich gewinnen."

Auch seine Mannschaft wisse selbstverständlich um die Bedeutung der Partie, versicherte Hecking: "Wir haben uns zwar am Anfang der Woche mit Hertha BSC befasst, weil wir dieses Heimspiel am Mittwoch gewinnen wollten, aber spätestens ab Donnerstag war Köln das zentrale Thema. Das ist ein Spiel, wo man viel gewinnen kann." Da schloss sich auch Manager Max Eberl an: "Der FC ist jetzt in einer Situation, wie wir es auch schon waren: Die Fans träumen von Europa, der FC hat also etwas zu verlieren. Wir wollen etwas gewinnen."

Beide Borussen hatten bereits vor der Saison dem Sportlichen Leiter der Kölner, Jörg Schmadtke, gesagt, dass er eine Mannschaft beisammen habe, die um Europa spielen könne. "Da war Jörg gar nicht glücklich drüber", sagte Hecking schmunzelnd, der zu Schmadtke aus Aachener Zeiten eine Freundschaft pflegt. Eberl ergänzte: "Die Kölner verteidigen sehr gut und haben in Anthony Modeste einen herausragenden Stürmer, der aus allen Situationen trifft." Erinnerungen an die unglückliche 1:2-Hinspielniederlage wurden da wach, als Modeste Borussias Innenverteidiger Jannik Vestergaard anköpfte und der Ball zum 1:1 ins Tor trudelte.

Das Duell dürfte es auch am Samstag wieder öfter geben, auf Modeste müsse man das "Hauptaugenmerk" legen, forderte Eberl. Zurück in Borussias Team kehrt Raffael, nachdem er gegen Hertha am Mittwochabend wegen der Geburt seiner Zwillinge gefehlt hatte. "Er soll so spielen, wie er immer spielt — wenn er spielt", sagte Hecking. Ebenfalls wieder im Kader dürfte Tobias Strobl nach abgesessener Sperre sein, er könnte daher wieder den weiterhin verletzten Christoph Kramer ersetzen, da auch Tony Jantschke, der eine weitere Option gewesen wäre, weiter mit muskulären Problemen ausfällt.

Oder Hecking bleibt seinem gegen Hertha belohnten Mut treu und setzt wieder auf Siegtorschütze Laszlo Bénes. Der hatte defensiv zwar am Ende der ersten Halbzeit zweimal nicht stabil ausgesehen, unter anderem den Freistoß verursacht, den Salomon Kalou an die Latte schoss, aber Hecking hielt entgegen: "Wir haben uns die Szenen noch einmal angesehen. In einer Situation gab es ein Missverständnis mit Oscar Wendt, in einer anderen tritt er leider unter dem Ball her. Das waren keine bewussten Fehler, die er gemacht hat." Nachdem Strobl sich in Frankfurt die Gelb-Rote Karte eingefangen hatte, war für Hecking schnell klar, dass Bénes spielen würde: "Ich wollte ihn auch einfach mal sehen. Wenn man wochenlang relativ gut trainiert, kriegt man auch die Chance, sich zu zeigen. Und im Training langt er auch mal hin."

Eine gewisse Härte soll sich am Samstag höchstens auf dem Rasen abspielen. "Ich bin jetzt seit achtzehneinhalb Jahren hier", sagte Eberl. "Ich habe als Spieler Derbys erlebt mit Brisanz und Rivalität, aber auf den Tribünen war es ruhiger. Da gab es keinen Platzsturm oder geklaute Fahnen, um Provokationen hervorzurufen. Das ist der Wunsch von uns allen, dass das so bleibt." Da es das in der Vergangenheit nicht immer gewesen war, hatte es zuletzt "Derbys quasi ohne Gästefans" gegeben, erinnerte Eberl an den Boykott im Jahr 2015. "Wir haben jetzt wieder ein volles Gästekontingent, und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt. Nicht, dass irgendeiner sagt: ,Das hat ohne Gästefans ja viel besser funktioniert.‘ Ich hoffe, dass wir die wenigen Vollidioten in den Griff kriegen, denn die würden das Spiel kaputt machen."

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