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Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking setzt gegen Bayer 04 Leverkusen auf Lars Stindl

Rätselraten um Plea : Hecking setzt gegen Bayer auf Stindl

Lars Stindl bekommt für das Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen praktisch eine Startelfgarantie. Wie die Einsatzchancen von Raffael stehen, ist dagegen ungewiss. Auch Alassane Plea könnte plötzlich wieder eine Option sein.

Dieter Hecking ist geübt darin, Nebelbomben zu werfen. Vor dem Spiel der Borussen beim FC Bayern philosophierte er über den just zurückgekehrten Kapitän Lars Stindl. Für diesen, so Hecking, beginne die Saison wohl eher nach dem Spiel beim Rekordmeister. Und, ja, Stindl sei sicherlich einer, der als Achter wertvoll sein könne. Dann kam das Spiel bei den Bayern und Stindl stand erstens von Beginn an auf dem Platz und zweitens als zentraler Angreifer.

Wie vor dem Hintergrund Heckings Andeutung vom Dienstag, der offiziell vom Klub als verletzt gemeldete Alassane Plea könnte unter Umständen doch ein Thema sein für das Pokalspiel gegen Leverkusen, einzuordnen ist, bleibt abzuwarten. Allerdings scheint es sehr fraglich, dass Hecking den Franzosen trotz seiner Zerrung im Oberschenkel spielen lassen wird. Das Risiko, dass Borussias bester Torjäger längerfristig ausfällt, könnte ein zu hoher Preis sein.

So wird sich Hecking über Alternativen Gedanken machen. Nicht für das Zentrum, denn da setzt Hecking auf Lars Stindl. „Bei Lars sehe ich kein größeres Problem, dass er es vom athletischen und läuferischen Aspekt nicht schaffen könnte, erneut von Beginn an zu spielen. Ich würde mich sogar festlegen und sagen, dass er spielen wird. Wie es dann Richtung Sonntag im darauffolgenden Heimspiel gegen Düsseldorf aussieht, ist eine andere Frage. Da werde ich mit Lars sprechen müssen und dann die Entscheidung treffen“, sagte Hecking.

Ob Raffael wieder im Kader ist, ließ Hecking am Dienstag weiterhin offen. „Raffa ist seit acht bis zehn Tagen wieder im Mannschaftstraining. Muskulär hat er keine Probleme mehr, es ist bei ihm alles ausgeheilt. Ob es aber schon sinnvoll ist, ihn morgen wieder in den Kader zu nehmen, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Wie genau sein Fitnesszustand ist und ob er am Mittwochabend schon wieder eine Rolle spielen kann, werde ich noch einmal in Ruhe persönlich mit ihm besprechen und dann meine Entscheidung treffen“, sagte Hecking.

Plea ist indes nicht nur ein torhungriger Mann, sondern auch ein fleißiger Defensivarbeiter. „Wenn ein wichtiger Spieler fehlt, muss man das auf mehrere Schultern verteilen – und so wird es auch morgen sein. Wenn Alassane ausfallen sollte, werden uns natürlich sein Zug zum Tor und seine Qualitäten im Strafraum fehlen. Ich denke aber, dass wir in der Lage sind, auch ohne ihn unser Offensivspiel aufzuziehen. Wir haben genügend Spieler in unseren Reihen, die Torgefahr ausstrahlen können“, sagte Hecking.

Ein Kandidat für die Startelf könnte gegen Bayer auch Christoph Kramer sein. Der hatte zuletzt gegen Mainz und in Freiburg von der Bank aus jeweils nur zugeschaut, weil Tobias Strobl den Job vor der Abwehr bekommen hatte. „Ich muss von Spiel zu Spiel abwägen, was für uns das Beste ist“, sagte Hecking. Beim 2:0 gegen Bayer in der Liga hatte Kramer jedoch nicht gespielt, da bildete Strobl mit Jonas Hofmann und Florian Neuhaus das Dreieck im Mittelfeld. Neuhaus blieb in Freiburg zunächst draußen, nun könnte er wieder in die Anfangself rücken.

Gerade die Balance zwischen Offensive und Defensive wird entscheidend sein. „Gegen Bayer Leverkusen kannst du nicht im Hurra-Stil agieren, denn dann würden sie zwangsläufig Räume erhalten, die sie zu nutzen wüssten. Wir werden daher einen guten Mix aus einer defensiven Stabilität und einem guten Ballbesitz benötigen. Das haben wir in den vergangenen Wochen sehr gut hinbekommen, und es gilt, das wieder abzurufen“, sagte Hecking.

Am Mittwochabend ist es das siebte Mal, dass sich beide Klubs im Pokal treffen. Viermal kam bislang Gladbach weiter, zweimal Bayer, unter anderem beim 1:0-Sieg in Gladbach in der Vorsaison. Ausverkauft wird der Borussia-Park nicht sein, bis Dienstag waren knapp 48.000 Karten verkauft. All die, die kommen, werden, so vermutet Borussias Sportdirektor Max Eberl, „ein packendes Pokalspiel“ zu sehen bekommen.