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Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking setzt auf eine feste Achse

Borussia Mönchengladbach : Daumen hoch für Borussias Achse

"Ich bin kein Freund von flachen Hierachien", sagt Trainer Dieter Hecking. Deshalb dürfen sich ein paar Spieler ihrer Sache momentan sicherer sein als andere. Schon unter Lucien Favre hat sich dieses Achsenprinzip bewährt.

Im Wörterbuch des Fußballs kommt es darauf an, zu differenzieren. Die Führungsspieler-Frage bei Borussia ist von der Diagnose im Spätherbst bis zur vorläufigen Heilung am Samstag in Leverkusen durchexerziert worden. Ein anderes Thema sind dagegen die Achsenspieler, die nicht zwangsläufig als Führungsspieler gelten, während die Führungsspieler nicht unbedingt in der Achse einer Mannschaft auftauchen müssen. Manch einer, wie Christofer Heimeroth, benötigt nicht einmal einen Platz im Kader.

Die Achse zieht sich vom Torwart bis in die Sturmspitze durch eine Mannschaft. Nun hat jedes Fußballteam einen Torwart und irgendeinen Spieler, der als der offensivste gelten darf, aber noch lange keine Achse. Die Spieler im Zentrum fügen sich zu einer zusammen, indem sie kontinuierlich ihre Aufgaben erfüllen.

Dieses Fundament hat Borussia im Herbst gefehlt, als Yann Sommer so viele haltbare Bälle passieren ließ, als Andreas Christensens Fehlerquote anstieg, als Christoph Kramer ergebnislos seine Rolle auf dem Platz suchte, als Mo Dahoud in die erste Krise seiner Laufbahn schlitterte, als Kapitän Lars Stindl die Effektivität vor dem Tor abging, als Raffael nach einer Verletzung nicht mehr zu seinem Spiel fand. Ein langer Satz ist das, aber so sah eben die Problemliste aus, und es war immer noch nur ein Auszug.

"Ich bin kein Freund von flachen Hierarchien. Ich mag es, wenn man eine gewisse Achse hat, auf die man setzen kann", sagt Dieter Hecking. Damit unterstreicht er wieder einmal, dass er nicht zu denen zählt, die jedes Für und Wider in einer langwierigen Brainstorming-Runde sezieren. Der 52-Jährige hat in anderthalb Jahrzehnten als Trainer seine Erfahrungen gemacht, auf die er vertraut.

Stindl ist als Kapitän, Führungsspieler und Achsenspieler als Kopf der Mannschaft prädestiniert. Diese Dreifachrolle hat ein Martin Stranzl ausgefüllt, nach ihm ein Granit Xhaka. Nun versucht Stindl es auf seine Art, steht aber immer noch am Anfang. "Er hat für diese Mannschaft schon eine besondere Bedeutung, die hat er in Leverkusen untermauert", sagt Hecking über den 28-Jährigen, betont aber auch: "Leverkusen war nur ein Spiel."

Ein völlig anderer Typ in der Achse, die sich wie eine Wirbelsäule durch die Elf zieht, ist Andreas Christensen. Sozusagen im Lendenwirbelbereich führt der junge Däne durch Leistung. Allein zwei Zahlen - 66 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 91 Prozent Passquote - machen ihn unverzichtbar. Ähnlich ist es beim ebenso schweigsamen Mo Dahoud, der in der Laufstatistik weit vorne liegt und so viele Gegner überspielt wie kaum ein Bundesliga-Profi.

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Die beiden besten Borussias der Neuzeit zeichneten sich aus durch ihre starken Achsen. 2011/12 bestand sie aus Ter Stegen-Dante-Stranzl-Nordtveit-Neustädter-Hanke-Reus. 2014/15 hießen die Wirbel Sommer-Stranzl-Dominguez-Xhaka-Kramer-Kruse-Raffael. Die neue Version steht allerdings noch ganz am Anfang.

(RP)