Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking hält Wort in der Europa-Frage

Borussias Trainer erreicht das Ziel : Hecking hält Wort in der Europa-Frage

Als bekannt wurde, dass Borussia im Sommer die Zusammenarbeit mit Dieter Hecking beenden würde, kündigte dieser an, sich mit Europa verabschieden zu wollen. So ist es nun gekommen.

Manchmal passen die Dinge auf seltsame Art zusammen. Am Tag, nachdem Borussia mit dem 4:0 beim 1. FC Nürnberg nach zwei Jahren die Rückkehr auf die europäische Bühne klar gemacht hat, feierte Igor de Camargo Geburtstag. Eben der Igor de Camargo, der vor acht Jahren all das, was seither passiert ist, überhaupt möglich gemacht hat. Mit seinem 1:0-Siegtor bei Eintracht Frankfurt legte er im Januar 2011 zunächst die Basis dafür, dass sich die Borussen noch auf den 16. Platz retten konnten. Übrigens, siehe das neue Lebensalter des belgisch-brasilianischen Stürmers, mit 36 Punkten. Dann schoss er am 19. Mai 2011 das sagenumwobene Relegations-Siegtor gegen Bochum, jenen Treffer, der dem Borussia-Park den ersten Mythos und Gladbach den Verbleib in der Bundesliga bescherte. Die aktuelle Europa-Qualifikation ist daher auf gewisse Weise auch de Camargos Erbe, denn ohne seine Tore wäre Borussias Geschichte womöglich um den dritten Abstieg „bereichert“ worden und anders gelaufen. Nun wird es die fünfte Europa-Tour seit 2012 geben.

Dass es so kommen würde, hatten in den vergangenen Wochen nicht Wenige angezweifelt. Doch Trainer Dieter Hecking hat Wort in der Europa-Frage gehalten. Als bekannt wurde, dass es für ihn trotz des gerade verlängerten Vertrages nach dieser Saison nicht weitergehen würde, kündigte er an, dass er sich mit Europa verabschieden wolle. Mindestens die Europa League wird es sein, denn drei Punkte und zehn Tore Vorsprung auf Wolfsburg sollten reichen, um Platz sechs als Minimum für die Abschlusstabelle zu definieren.

Hecking hat es den Kritikern gezeigt. Damit hat er auch seine Ära als Gladbach-Trainer abgerundet. Als er kam, wankte Borussia, er hat sie stabilisiert und führte sie ins Pokal-Halbfinale sowie ins Achtelfinale der Europa League, das ist etwas. Doch der nächste Schritt klappte jeweils nicht. Auch in der Liga verpassten die Borussen „etwas Großes“, wie Manager Max Eberl die Europa-Qualifikation nennt. Dieser Makel ist nun behoben. Hecking hat Eberls Vertrauen gerechtfertigt. Es war ein Weg mit Umwegen, aber auch einer unter der erschwerten Bedingung des angesagten Abschieds. Trainer und Team haben die Situation gemeinsam gemeistert, nicht immer mit Hurra, doch letztlich mit Erfolg.

Heckings Zeit als Gladbach-Trainer mündet also in Europa. Und vielleicht sogar in der Champions League. Borussia geht als Vierter in den letzten Spieltag, nachdem der Ex-Kölner (!) Anthony Ujah mit seinem Doppelpack für Mainz in Frankfurt Borussias 4:0 von Nürnberg nochmal nachvergoldet hat. In welcher Dimension die Reisen stattfinden, darüber wird der Vergleich mit Borussia Dortmund und Lucien Favre am Samstag entscheiden. Für den Moment gilt: Champions League oder Europa League – Hauptsache Europa.

Dass Borussias Weg in die Champions League eventuell beinhaltet, Favres Meisterambitionen beim BVB scheitern zu lassen, ist die kuriose Ausgangslage des Bundesliga-Finales. Favre hat Gladbach reanimiert  in einer Zeit, als die Ansprüche ganz andere waren und internationale Spiele allein in Freundschaft ausgetragen wurden. So war es auch zuletzt zwei Spielzeiten lang. Doch wird es in der neuen Saison wieder anders sein. Was in Favres Zeit de Camargo war, ist für Hecking Josip Drmic: Der Mann für die wertvollen Tore.

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