Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking erwartet "80 Prozent Ballbesitz" gegen BSC Hastedt

Pokal gegen Fünftligist Hastedt : Hecking erwartet Borussia „wie eine Handballmannschaft“

Dieter Hecking lässt sich keine Details seiner ersten Startelf des Jahres entlocken. Borussias Trainer verrät nur, dass womöglich Tobias Sippel in der ersten DFB-Pokalrunde beim BSC Hastedt im Tor steht.

Den Bundesligaklubs fällt es oft nicht leicht, die Erwartungen an ein Erstrundenspiel im DFB-Pokal zu formulieren. Am Ziel des Weiterkommens bestehen nie Zweifel, ist der Gegner ein Fünftligist darf es gerne auch klar und mit einer gewissen Leichtigkeit sein, doch eine konkrete Toransage ist keinem Verantwortlichen zu entlocken. „Auch wenn der BSC Hastedt ein Fünftligist ist, kannst du nicht mal eben da hinfahren und irgendwie gewinnen“, sagte Borussias Trainer Dieter Hecking am Freitag auf der ersten Pressekonferenz der Saison. „Wir wollen unsere Pläne umsetzen, deshalb müssen wir die Spielidee des Gegners kennen und sein Grundsystem. Da haben wir natürlich unsere Information eingesammelt, auch vor Ort.“

Hecking erwartet einen Gegner, der „mit Mann und Maus den Strafraum verteidigt“, so dass Borussia „wie eine Handballmannschaft agieren“ werde. „Aber wir müssen aus dem Ballbesitz heraus die Kreativität entwickeln, um die Tore zu schießen, die man dann vielleicht auch von uns erwartet“, sagte Hecking und ließ damit zumindest durchklingen, dass es schon ein paar mehr Treffer sein sollten. 2017 gewann Borussia in der ersten Runde 2:1 bei Rot-Weiss Essen, 2016 gab es ein 1:0 bei der SV Drochtersen/Assel und 2015 ein 4:1 beim FC St. Pauli. Fünf Erstrundentore sind Gladbach seit zehn Jahren nicht gelungen.

Personell sieht es auf dem Papier nicht gut aus, sieben Spieler fehlen, was dem Schnitt der in dieser Hinsicht grausigen Vorsaison entspricht. Aus jener stammen auch die Verletzungen von Lars Stindl, Julio Villalba und Mamadou Doucouré. Neu hinzugekommen sind in der Vorbereitung Laszlo Bénes, Ibrahima Traoré, Michael Lang und Nico Elvedi, von denen die ersten drei immerhin schon wieder individuell trainieren können.

Da hinten rechts zwei potenzielle Kandidaten fehlen, Tony Jantschke innen aushelfen muss und Tobias Strobl sich Hoffnungen auf die neue Solo-Sechs im 4-3-3 machen kann, wird es auf dieser Position auf jeden Fall eine Premiere geben: Entweder feiert Jordan Beyer, Borussias 18-jährigen Eigengewächs, sein Profidebüt oder Mandela Egbo, am Freitag 21 Jahre alt geworden, steht erstmals bei den Profis in der Startelf.

„Manny und Jordan haben es sehr gut gemacht in Vorbereitung. Jordan war jetzt ein wenig in aller Munde, zu Recht aus meiner Sicht“, sagte Hecking. „Aber auch Manny hat einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe immer betont, dass ich mir wünschen würde, dass er das, was er bei uns zeigt, auch bei der U23 zeigen würde. Dann wäre es noch einfacher für ihn.“ Da Egbo am Donnerstag mit dem Training aussetzen musste, spricht wohl etwas mehr für Beyer. Konkreter wollte Hecking aber nicht auf seine Pläne eingehen, die Mannschaft solle zuerst davon erfahren.

Auf dem Nebenplatz des Weserstadions – mit dem aus Sicht der notorisch die Einstelligkeit anpeilenden Borussia fast schon provokanten Namen „Platz 11“ – werden rund 3000 Gladbacher Fans erwartet. „Der Spielort hilft schon mal, weil er Rasen dort in der Regel gut ist“, sagte Hecking, der im Tor zumindest eine Alternative zu Yann Sommer ins Spiel brachte. „Die Gedanken sind frei, auch was die Torwartposition angeht. Wir sind im Austausch. Es kann durchaus sein, dass Tobi Sippel spielt“, sagte der Trainer. Der absolvierte sein einziges Pokalspiel für Borussia vor zwei Jahren in Drochtersen. Dass Hecking mit einem 1:0 wie damals unter seinem Vorgänger André Schubert nicht zufrieden wäre, darf allerdings angenommen werden.

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