Borussia Mönchengladbach: Diese Qualitäten haben die Rückkehrer

Raffael, Wendt, Strobl, Bénes: Diese Qualitäten haben Borussias Rückkehrer

Raffael, Oscar Wendt, Tobias Strobl und Laszlo Bénes waren lange verletzt. Nun sind sie zurück. So hat Trainer Dieter Hecking mehr Optionen.

Borussias Manager Max Eberl hat schon öfter einen Wunsch geäußert. "Ich hätte es gern mal gesehen, wie die Saison gelaufen wäre, wenn wir den gesamten Kader zur Verfügung gehabt hätten", sagte er, wenn es um die Verletzungsmisere und die Fragen ging, inwieweit die Borussen dadurch möglicherweise im Europarennen an Boden verloren haben. Bis zu zehn Spieler fehlten.

Derzeit gibt es aber zumindest eine kleine Rückkehrwelle. Gegen 1899 Hoffenheim feierten Raffael, Oscar Wendt und Fabian Johnson ihr Comeback. Letzterer hat indes einen Rückschlag erlitten und konnte den meisten Teil der Trainingseinheiten der vergangenen Woche nicht mitmachen. Somit hat Johnson, der zuletzt beim 4:2 in Berlin am 18. November 2017 zur Startelf gehört hatte, erneut eine Woche verloren. Doch Raffael und Wendt konnten weiter an ihrer Fitness arbeiten. Tobias Strobl und Laszlo Bénes haben ebenfalls das getan, der Slowake bekam sogar bei der U 23 schon Einsatzzeit.

Mehr Spieler - das bedeutet auch mehr Qualität in der Breite, mehr Alternativen, mehr taktische Flexibilität für Trainer Dieter Hecking und eine höhere Trainingsintensität sowie einen größeren Konkurrenzkampf, der ebenfalls ein Motor für mehr Leistung sein kann. Dass die Rückkehrer sicher nicht von Null auf Hundert da sind, liegt auf der Hand. Dennoch hat jeder von ihnen Talente, die in dem Team zugutekommen können.

Raffael Wie wichtig der "Maestro" (32) für Gladbach ist, war gegen Hoffenheim zu besichtigen. Kaum war er als Einwechselspieler auf dem Feld, da hatte Lars Stindl den Raum, um sein Torflaute nach 1506 Minuten zu beenden. Später legte Raffael Matthias Ginter das 3:3 auf und hatte so Anteil daran, dass die Borussen nicht schon da den letzten Europa-Hoffnungszipfel verloren haben. Raffaels bloße Anwesenheit flößt dem Gegner Respekt ein.

Oscar Wendt (32) spielte vor seiner Verletzung beim 0:2 in Frankfurt nicht eben seine beste Saison als Borusse. Doch bei seiner Rückkehr gegen Hoffenheim sprühte der 32 Jahre alte Schwede nur so vor Tatendrang und zeigte, dass er als vorgezogener Linksverteidiger das Offensivspiel anregen kann. Fast hätte Wendt seine sehr ordentliche Leistung beim Comeback mit einem Tor gekrönt, doch er zielte zu hoch. Dass Wendts Spiel nach hinten etwas flapsig ist, ist bekannt. Doch gegen Hoffenheim arbeitete er stabil und konzentriert - so war der Routiner eine Verstärkung.

Tobias Strobl (27) hat in dieser Saison noch kein Spiel gemacht, weil er sich im Testspiel bei Leicester City schwer am Knie verletzte. In der vergangenen Saison ist er vor allem durch seine Verlässlichkeit aufgefallen. Strobl weiß sein Leistungsvermögen einzuschätzen und machte keine Überdinge, damit ist er ein Ruhestifter auf dem Platz. Gerade nun, da es darauf ankommt. In Spielen wie gegen Bremen, als ein 0:2 noch verspielt wurde, wäre Strobl mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke eine Hilfe gewesen. Nun, da Jannik Verstergaard (Mittelfußbruch) fehlt, wäre er eine gute Besetzung auch für die Innenverteidigung sowohl in der Dreier- als auch in der Viererkette. Das Spiel am Sonntag in Mainz dürfte noch zu früh kommen, doch danach gegen Berlin könnte er eine Option sein, mindestens als Backup.

Laszlo Bénes (20) Dass Laszlo Bénes beim 1:2 der U 23 in Essen gern länger als 45 Minuten gespielt hätte, liegt auf der Hand. Doch zu schnell zu viel zu wollen, das kann kontraproduktiv sein. Für ein Sonderlob von Trainer Arie van Lent hat Bénes' "halber" Auftritt dennoch gereicht. Das wird auch bei Dieter Hecking angekommen sein. Damit könnte Bénes ein besonderes Ostergeschenk erwarten: ein Kader-Platz in Mainz. Bénes ist nicht nur ein spiel- und schussstarker Mann, sondern auch das, was man eine "Heißkiste" nennt, ein sehr emotionaler Spieler. Damit kann er das Team antreiben. Bénes ist daher auch als Joker brauchbar, er kann mit seiner Art des Spiels ein bewegender Faktor sein, wenn es klemmt.

Am Dienstag um 15.30 Uhr beginnt die Vorbereitung auf das Osterspiel in Mainz. Christoph Kramer könnte auch dann dabei sein. Mittwoch sind die Nationalspieler ebenfalls wieder da. Dann sind es noch vier Trainingseinheiten bis Mainz. In denen kann Hecking dann seine ausgeweiteten personellen Optionen "einpflegen". Zuzüglich des gegen Hoffenheim erprobten neuen Systems (3-1-4-2) ist Borussia flexibler geworden in der Länderspielpause.

(kk)