Borussia Mönchengladbach: Die Zukunft von Josip Drmic ist offen

Offene Zukunft des Stürmers : Borussias Drmic freut sich auf Gespräche mit Eberl

Borussias Schweizer Stürmer Josip Drmic hat sich mit seinen Toren am Ende der vergangenen Saison und bei der WM neu positioniert. Sein Vertrag läuft nächstes Jahr aus. Es wird zeitnah ergebnisoffene Gespräche mit Manager Max Eberl geben.

Josip Drmic war beim 2:1 der Borussen gegen den FC Augsburg am Donnerstag nur Zuschauer. Erst seit Mittwochabend ist er im Trainingslager in Rottach-Egern, da wäre ein Einsatz viel zu früh gekommen. Er saß mit den anderen Nichtspielern des Abends auf einer Bierbank, die wohl die teuerste der Borussia-Geschichte war. Yann Sommer, Alassana Plea, Michael Lang, Mamadou Doucouré, Denis Zakaria, Nico, Elvedi, Lars Stindl und Matthias Ginter waren da aufgereiht, insgesamt kamen weit über 100 Millionen Euro geschätzter Marktwert zusammen.

Während die Langzeitpatienten Stindl, Doucouré, der am Tegernsee ab und an mit dem Team trainierte, und nun auch Lang im Reha-Training sind, sind die WM-Fahrer Ginter, Sommer, Zakaria und Drmic dabei, sich im Training reinzuarbeiten. Ginter, Elvedi und Zakaria werden wohl am Sonntag gegen Ingolstadt einen ersten Einsatz bekommen.

Drmic indes ist mit einem „Mega-Gefühl“ aus Russland zurückgekehrt. „Ich habe bei der WM gespielt und habe ein Tor geschossen. Ich hätte in dem Moment weinen können, so unglaublich hat sich das angefühlt, es war eine Riesenexplosion in mir drin. Ich habe so lange und so hart gearbeitet und dann kommt so ein Geschenk“, sagte Drmic, dem wegen seines Knorpelschadens bereits das Karriereende vorausgesagt worden war. „Ich muss jetzt eben mehr tun und das habe ich getan, ich bin stolz auf das, was ich geschafft habe“, sagte Drmic.

Nun geht er guter Dinge in die neue Saison - allerdings ist seine Zukunft bei Borussia offen. „Mein Plan war, nach dem Urlaub hierher zukommen und mich auf Borussia vorzubereiten, dann sehen wir weiter“, sagte Drmic. Sein Vertrag endet 2019, deswegen „ist klar, dass wir reden müssen. Es geht um den Vertrag, dann war da die Verletzung und ich habe nicht so oft gespielt“, sagte Drmic. Es wird ein ergebnisoffenes Gespräch mit Manager Max Eberl sein. „Ich kann im Moment nichts sagen. Es steht weder ein Angebot noch ein konkretes Timing“, sagte Drmic.

Borussia ist dabei, das System umzustellen, Drmic wäre im 4-3-3 der zentrale Angreifer, den Job hat er bei der WM auch im Schweizer Team gemacht. Doch wurde für 23 Millionen Euro ein neuer Mittelstürmer geholt, Plea, und dann sind da noch Raffael und Lars Stindl, wenn er wieder fit ist. Da wird sich Drmic seine Gedanken machen, wo er steht. Er hat in den letzten Spielen der vergangenen Saison vier Tore gemacht, dazu kommt die WM, damit hat er sich neu positioniert. „Das ist der Fußball, plötzlich bist du wieder interessant“, sagte Drmic.

Mit Eberl hat Drmic schon telefoniert, „er hat mir zum WM-Tor gratuliert und wir haben uns auch schon ausgequatscht. Aber ein direktes Gespräch ist immer noch was anderes“, sagte Drmic. Eberl war zwischenzeitlich abgereist, allerdings nicht in Transferangelegenheiten, er war auf der Beerdigung des ehemaligen Borussia-Trainers Wolf Werner in Bremen.

Unabhängig davon steht weiterhin die Verpflichtung eines Abwehrspielers zur Debatte. Der Zukauf des Portugiesen Diogo Leite oder eine Rückkehr des Engländers Reese Oxford sind ein Thema. Seit Freitag ist Eberl zurück, Neuigkeiten gab es am frühen Freitagvormittag aber noch nicht. Das kann sich im Verlauf des Tages ändern. So könnte es sehr zeitnah auch das Zukunftsgespräch mit Drmic geben. „Ich freue mich darauf“, sagte der Schweizer in Rottach-Egern.

Hier erfahren Sie alles über Gladbachs Manager Max Eberl.

Seinen Urlaub hat Drmic nach der WM in Kroatien verbracht. Er hat „viele andere Sachen gemacht als Fußball, obwohl das sehr schwierig war. Alle dort waren wegen der WM aus dem Häuschen und haben mitgefiebert“, sagte Drmic. „Wenn du die Fans siehst und spürst wie stolz das Land auf die Spieler ist, das ist schon beeindruckend. Ich habe ja kroatisches Blut in mir, darum habe ich mich für meine Familie gefreut“, sagte Drmic.

„Wir Schweizer haben eine ordentliche WM gespielt, auf die die wir stolz sein können“, sagte Drmic. Das Achtelfinale gegen Schweden „war komisch, sie hatte die bessere Taktik und die besseren Mittel, ich habe vorn keinen Ball gesehen - sie haben uns einfach schachmatt gesetzt.“ Doch nun steht erst einmal wieder Borussia im Fokus.

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