Borussia Mönchengladbach: Die Suche nach Matthias Ginters Nebenmann

Partner in der Innenverteidigung : Borussias Suche nach Ginters Nebenmann

Beim DFB ist Borussias Abwehrchef Rechtsverteidiger. In Gladbach spielt er weiter innen. Die Frage, wer beim Bundesliga-Heimspiel am Samstag sein Nebenmann wird, ist offen. Nico Elvedi kehrt zurück, Tony Jantschke hat einen kompromisslosen Job gemacht.

Angesichts der Umformatierung von Joshua Kimmich vom rechten Verteidiger zum Sechser im Nationalteam, liegt Ginters DFB-Zukunft möglicherweise eher auf der rechten Seite. Dass er nun, da Bundestrainer Joachim Löw seine Flexibilität wieder für sich nutzt, auch bei Borussias Trainer Dieter Hecking zum Job-Hopper wird, muss Ginter jedoch nicht befürchten. Er wird weiter im defensiven Zentrum spielen. Die Frage ist nur: Mit wem an seiner Seite? In den bisherigen 270 Pflichtspiel-Minuten war das stets Tony Jantschke. Nun ist Nico Elvedi zurückgekehrt nach seiner Blinddarm-OP, beim 2:1-Testspielsieg gegen Bochum spielte der Schweizer 60 Minuten. „Es ist schön, wieder auf dem Platz zu stehen, ich hatte keine Schmerzen“, sagte er.

Elvedi kehrte als rechter Verteidiger zurück, um ein höheres Laufpensum zu haben beim Comeback. Rechtsverteidiger war er in seiner Gladbacher Zeit zumeist, nun aber soll er eigentlich in die Mitte wechseln. Elvedis Ziel ist es, gegen Schalke bereit zu sein für den Kader, bestenfalls sogar in die Startelf zu rutschen, „ob als rechter Verteidiger oder Innenverteidiger, das werden wir sehen“, sagte er.

In der gestern gestarteten Trainingswoche geht es auch um die Plätze in der Innenverteidigung. Die entscheidende Frage ist: Behält Jantschke den Platz neben Ginter, den er sich in der Vorbereitung erarbeitet hat, oder setzt Hecking seinen Elvedi-Plan in der Mitte um? Nur 37 Minuten gab es das Duo Ginter/Elvedi in der Vorbereitung. Gegen Leverkusen waren Ginter und Jantschke mit ihrem kompromisslosen Spiel mitverantwortlich für das gegentorlose Spiel, in Augsburg gönnte Borussia dem Gegner ein paar Chancen zu viel, beim Gegentor stimmte die Zuordnung nicht.

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Nun kommt in Schalke ein körperlich sehr robuster Gegner, da gilt es, dagegenzuhalten. Weswegen durchaus denkbar ist, dass sowohl Elvedi und Jantschke spielen, einer der beiden dann als rechter Verteidiger – es sei denn, Hecking vertraut die Aufgabe erneut dem jungen Jordan Beyer an. Michael Lang, der eigens für den Posten geholt wurde, hat seine Knieverletzung überwunden, ist am Freitag leicht umgeknickt. Er soll aber Dienstag oder Mittwoch ins Training einsteigen, das Spiel am Samstag kommt für ihn aber zu früh.

Elvedi bringt mit seinen 187 Zentimetern Körperlänge nebenbei die nötige Höhe gegen die standardstarken Schalker mit, auch Jantschke ist ein guter Kopfballspieler. Möglich, dass im zentralen Mittelfeld daher auch Denis Zakaria, 1,91 Meter groß und mit seinen tentakeligen Beinen zweikampfstark, erstmals in dieser Saison zur Startelf gehört. Allerdings sind auch Tobias Strobl (1,88 Meter), der bislang erste Wahl als Single-Sechser war und es sehr gut machte, und Christoph Kramer (1,91), der am Wochenende beim Abschiedsspiel von Roman Weidenfeller dabei war, zwei hoch aufgeschossene Herren.

Wie stark Hecking seine Defensiv-Abteilung verändern wird, wird sich am frühen Samstagabend zeigen. Zweimal trainieren die Borussen in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da ist viel Zeit, um etwas auszuprobieren, personell wie taktisch. Dass der Weg zum Erfolg gegen Schalke über viel Stabilität führen wird, ist aber sicher. Im Nationalteam war Matthias Ginter hinten rechts ein Stabilitätsstifter, gerade gegen die Franzosen, nun muss er es an anderer Stelle auch in Gladbach sein. Mit welchen Nebenleuten auch immer.