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Borussia Mönchengladbach: Die Quote bei Standard-Gegentoren hat sich mehr als verdreifacht

In Freiburg ist es wieder passiert : Dieser Trend gefährdet Borussias Champions-League-Teilnahme

Seit dem Leverkusen-Spiel hat sich Borussias Quote bei Standard-Gegentoren mehr als verdreifacht. Kurios, dass es ein ruhender Ball war, der Borussias sechste Europa-Teilnahme fix machte.

Rouwen Hennings hat Borussias sechste Europapokal-Teilnahme seit 2012 klar gemacht. Der Stürmer von Fortuna Düsseldorf traf zum 2:2 gegen 1899 Hoffenheim, damit kann Gladbach in dieser Saison nicht mehr schlechter als Sechster werden und wird mindestens in der Europa League spielen. Nun geht es nur noch um die Frage: Europa League oder Champions League? Kurios ist, dass es ausgerechnet ein Standard war, der für Borussias Europa-Gewissheit sorgte. Denn die Standards sind derzeit Gladbachs Problem.

Die Quote der Gegentore nach ruhenden Bällen hat sich seit dem 1:3 gegen Leverkusen mehr als verdreifacht. In den 26 Spielen zuvor „klingelte“ es nach Standards sieben Mal (Schnitt 0,3). Nun gab es in den vergangenen vier Spielen vier Gegentore nach ruhenden Bällen. Das ist ein gefährlicher Trend in der entscheidenden Phase der Saison, der in Freiburg auch für die 0:1-Niederlage sorgte, weil Nils Petersen nach der Freistoß-Flanke von Vincenzo Grifo traf.

Aus dem Spiel heraus kommen die Gegner Borussia kaum bei, das letzte Gegentor dieser Art war das 0:1 von Kai Havertz, und das wurde eingeleitet durch den Fehlpass von Ramy Bensebaini. Der Algerier hatte nun auch seinen Anteil am Gegentor in Freiburg, weil er zu den Gladbachern gehörte, die nicht konzentriert genug waren, als der Ball des Ex-Borussen Grifo in den Strafraum flog. Bensebaini hob das Abseits auf.

Es war das dritte Gegentor nach einer Freistoß-Flanke in Folge. So traf Leverkusens Sven Bender nach der Hereingabe von Kerem Demirbay, auch Union Berlin traf nach einer Freistoß-Flanke, weil Borussia gleich zweimal im Strafraum keinen Zugriff auf die Gegenspieler bekam. So wie jetzt bei Petersens Tor in Freiburg. Bis zum Leverkusen-Spiel hatten die Gegner nur zweimal auf diese Weise gegen Borussia Erfolg gehabt.

Standards sind der einfachste Weg zum Tor, aber auch die einfachste Art, ein Tor zu kassieren. Es gibt klare Absprachen und Zuordnungen bei der Verteidigung von Ecken und Freistößen des Gegners, letztlich sind es Konzentrations- und Disziplin-Mängel, die dem Gegner den Erfolg ermöglichen.

Entsprechend bedient war Trainer Marco Rose in Freiburg. „Wir bekommen einen völlig unnötigen Standard, schon das Zustandekommen war unnötig. Das haben wir dann richtig schlecht verteidigt, nicht mit der nötigen Konsequenz, obwohl wir wissen, wie stark Freiburg bei Standards sind. Den Schuh müssen wir uns anziehen“, gab Rose zu.

Es ist spekulativ, doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Spiele gegen Leverkusen und in Freiburg nicht verloren gegangen wären ohne die Standard-Gegentore, Borussia hätte dann mindestens zwei Punkte mehr. Klar ist aber: Gladbach muss das Problem mit den Standard-Gegentoren in den Griff kriegen. Denn sonst könnte es die Champions-League-Teilnahme gefährden.