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Borussia Mönchengladbach: Die Europa-League-Reisen werden für Fans auch negativ in Erinnerung bleiben

Ärger in Istanbul und Rom : Borussias Europareisen „negativ behaftet“

Borussias Fans haben den internationalen Spielen herbeigesehnt. Bei der Partie bei Basaksehir FK in Istanbul und nun nach dem Spiel bei AS Rom gab es aber unschöne Erlebnisse, weil die Polizei rabiat gegen die Gladbacher vorging.

Borussias Fans haben sich zweieinhalb Jahre nach Europapokal-Touren gesehnt. Nun ist Gladbach wieder international unterwegs, doch nach zwei Reisen ist Ernüchterung da beim Anhang. Sowohl beim Spiel bei Basaksehir FK in Istanbul als auch bei der Partie bei der AS Rom gab es Ärger für die Fans. In beiden Fällen gab es ein überhartes Eingreifen der Sicherheitskräfte.

In Istanbul wurden Fahnen der Gladbach-Fans konfestziert, auf denen christliche Symbole zu sehen waren, nun in Rom wurden Gladbach-Anhänger von Polizisten verletzt. Ein Borussia-Mitarbeiter und drei Fans wurden festgenommen und sollten am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Ein Anlass für die Härte der Polizisten war das Abbrennen von Pyrotechnik einiger Borussia-Fans. Die Beamten hielten die Anhänger auch fest, um die Übeltäter mithilfe von Videoaufnahmen zu überführen.

„Ich finde es schade, dass wir immer gesagt haben, wir wollen diese Reisen genießen und großartige Erlebnisse haben, und das nun durch diese Ereignisse etwas negativ behaftet ist. Einige Maßnahmen waren nicht gerechtfertigt und das ist nicht Europapokal, wie wir ihn uns vorstellen“, sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl. „Wenn es so weitergeht, überlegt sich jeder Fan zweimal, ob er so eine Reise wirklich antreten will. Es ist einfach nur traurig“, schrieb ein Fan bei Twitter.

Die Gladbach-Fans sind generell extrem reiselustig. Knapp 4.000 waren in Istanbul, 7.000 nun in Rom. Borussias Präsidium stattete den Mitgereisten in der Innenstadt nahe der Spanischen Treppe einen Besuch ab. Unter anderem in Italien sind indes Auswärtsfans bei den Spielen der Serie A kaum noch zugegen. Dass die Polizei und die Sicherheitskräfte in vielen Ländern rabiater gegen Fans vorgehen als in Deutschland, ist bekannt, nun bekamen es die Borussen zu spüren. „Italien, Spanien, Portugal, die Liste ist lang und das Problem seit Jahren bekannt. Immer wieder Situationen/Übergriffe, wo Fans fürs Auswärtsfahren massiv bestraft und gesundheitlich stark gefährdet werden“, ließ die Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW am Freitag wissen.

Allerdings gab es für die Borussen nicht nur unschöne Erlebnisse in dem Stadion, in dem Deutschland 1990 durch das Elfmetertor von Andreas Brehme gegen Argentinien Weltmeister wurde. Gladbach-Fan Heiko Röhrig berichtete via Twitter, dass ein junger italienischer Fan über eine drei Meter hohe Sicherheitswand seinen Roma-Schal gegen einen Gladbach-Schal tauschte und es anschließend durch die gläserne Trennwand ein gemeinsames Foto gab. „Das ist ist für mich Europapokal“, schrieb Röhrig. Zudem war der sportliche Verlauf der Partie, bei der Kapitän Lars Stindl in der Nachspielzeit das 1:1 per Strafstoß erzielte, positiv für die Gladbacher.

Borussias letztes Auswärtsspiel der Europa-League-Gruppenphase ist am 28. November beim Wolfsberger AC. Ausgetragen wird die Partie in Graz, weil das Stadion in Wolfsberg zu klein ist. „Liebe Fans und Verantwortliche des Wolfsbeger AC: Zeigt am 28.11.19 ein freundliches Gesicht und repräsentiert Österreich von der besten Seite“, schrieb Gladbach-Fan Elmar Luger am Freitag bei Twitter.