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Borussia Mönchengladbach: Der Zweikampf, den es nie wirklich gab

Borussia Mönchengladbach : Der Zweikampf, den es nie wirklich gab

Julian Korb ist Borussias Rechtsverteidiger Nummer eins. Fabian Johnson kam als vermeintlicher Konkurrent - doch wenn er spielt, dann vorne links.

Julian Korb hat eine Bundesliga-Saison voll. Bei Borussias 3:2 gegen Berlin machte er sein 34. Spiel in der Ersten Liga. Nachdem ihm Trainer Lucien Favre beim 0:1 in Wolfsburg eine Pause verordnet hatte, kam der 22-Jährige zurück ins Team. Er machte seinen Job wie meist unspektakulär, aber ordentlich. Korb ist keiner, der einen ausufernden Offensivdrang hat. Kritiker werfen ihm das vor, auch, weil so die Außenbahnspieler nicht unterstützt würden. Aber Korb ist zuverlässig. Das gefällt Favre. Darum ist Korb die Nummer eins hinten rechts.

Dabei waren die Prognosen für das Eigengewächs nicht sonderlich gut in diesem Sommer. Borussia hatte früh bekanntgegeben, dass Fabian Johnson kommt. Der war in Hoffenheim, wo er drei Jahre spielte, oft Linksaußen, zuletzt aber ein Rechtsverteidiger mit viel Offensivdrang.

Berti Vogts, der Ur-Borusse, der während der WM Berater von US-Trainer Jürgen Klinsmann war, gratulierte den Borussen zu der Verpflichtung. "Das Tempo, das Fabian aufnimmt, ist unglaublich. Manchmal scheint es, als schalte er irgendwo noch eine Schubkraft dazu", sagte Vogts.

Es zeichnete sich ein enges Rennen um die Rechtsverteidiger-Position in Gladbach ab. Doch den Zweikampf hat es nie wirklich gegeben. Korb machte 18 der bislang 23 Pflichtspiele. "Ich bin zufrieden", sagt Korb. Dass er zwischenzeitlich als möglicher Debütant im DFB-Team gehandelt wurde, schmeichelt ihm. Doch er weiß es einzuordnen. "Ich habe das gelesen, mir aber keine großen Gedanken darüber gemacht. Ich bin bei der U21, mein Ziel ist, bei der EM im nächsten Jahr den Titel zu holen", sagt Korb.

Sein vermeintlicher Konkurrent Johnson durfte kaum hinten rechts Dienst tun. Er spielt meist links vorn - wie zuletzt auch beim 1:4 der USA in Irland. "Es ist seine Lieblingsposition", sagt Favre. Johnson sei technisch gut und schnell. Doch das Defensivverhalten des 26-Jährigen gefällt Favre noch nicht. Was das angeht, ist Julian Korb im Vorteil. Favres Team soll das Spiel in Ruhe aus einer stabilen Defensivarbeit heraus entwickeln und dafür braucht Favre sachliche Spieler wie Korb.

Johnson sieht er als Powerspieler - und solche braucht er für das in dieser Saison neu installierte Flügelspiel. Indes: Johnson tut sich schwer, seine Qualitäten auszuspielen. Klare Aktionen wie bei der WM, als er immer wieder den Weg zur Grundlinie suchte, sieht man nur andeutungsweise. "Er muss sich noch an unser System gewöhnen", sagt Favre.

"Ich hatte auch ein bisschen Pech mit Verletzungen an der Achillessehne und im Oberschenkel. Ich hoffe, dass ich in der Rückrunde eine andere Rolle spielen kann, wenn ich verletzungsfrei bleibe", sagte Johnson nach dem Spiel gegen Berlin, in dem er in der Schlussphase eingewechselt wurde - auf dem Flügel.

Favre schätzt Johnsons Vielseitigkeit. Er kann alle vier Positionen auf dem Flügel spielen. Doch Johnson hat dadurch keinen festen Job. "Es ist natürlich leichter, wenn man ein paar Spiele auf einer Position machen kann. Dann hat man seine Abläufe, das macht es einfacher", sagte er.

Johnson hofft, künftig wieder mehr Spielanteile zu bekommen. Möglichst schon am Donnerstag in der Europa-League gegen Zürich. Vielleicht ist er tatsächlich eine Option für Favre. Denn zuletzt klappte das schnelle Flügelspiel nicht so recht. Das wäre dann Johnsons Job: Dampf machen auf links. Julian Korbs Auftrag steht sowieso fest. Er soll hinten rechts dichtmachen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Fabian Johnson

(RP)