Borussia Mönchengladbach: Der Plan gegen RB Leipzig war ein guter

Borussia-Analyse: Ein guter Plan ging nicht gut genug auf

Dass Dieter Hecking seiner Mannschaft gegen RB Leipzig keinen eindeutigen Plan mit auf den Weg gegeben hatte, konnte nicht behauptet werden. Grundsätzlich ging er für die Borussia auch auf – allerdings vorne wie hinten in den entscheidenden Szenen nicht gut genug.

Dass Dieter Hecking seiner Mannschaft gegen RB Leipzig keinen eindeutigen Plan mit auf den Weg gegeben hatte, konnte nicht behauptet werden. Grundsätzlich ging er für die Borussia auch auf — allerdings vorne wie hinten in den entscheidenden Szenen nicht gut genug.

Wie lässt es sich verhindern, dass die Leipziger in ihre typischen Umschaltsituationen kommen? Man überlässt ihnen häufiger die Initiative und probiert es selbst auf schnellstmöglichem Weg zum Tor. Die fünf besten Gladbacher Möglichkeiten resultierten aus den besagten Umschaltsituationen, meistens nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte. Anders als in Frankfurt stimmte Borussias Zweikampfverhalten über die gesamte Spieldauer, eine Erfolgsquote von 60 Prozent deckte sich mit den optischen Eindrücken.

Wie bei Patrick Herrmanns und Lars Stindls Doppel-Großchance in der 51. Minute genügten für den Weg aus der eigenen Hälfte vor das gegnerische Tor auch mal drei Zuspiele. Am Ende war Vincenzo Grifo an der Hälfte aller Torschüsse beteiligt, bis auf eine Ausnahme als Vorbereiter. Dafür dürfte ihn Hecking aufgestellt haben, und wenn Herrmann die beste Möglichkeit des Spiels genutzt hätte, wäre dieser Plan optimal aufgegangen. So hat die Sache — wie so vieles momentan — wieder einen Makel.

Leipzig wiederum hatte bis auf die Szene, als Naby Keita den Ball nach Marcel Sabitzers Flanke völlig freistehend über das Tor setzte, keine nennenswerten freien Abschlüsse. Selbst beim Tor durch Ademola Lookman war Jannik Vestergaard in der Nähe, entschied sich aber für die Grätsche und öffnete so fatalerweise die lange Ecke für den Flachschuss des Engländers, wie unsere Schaubild-Analyse noch einmal verdeutlicht. So einfach wie sie selbst gerne getroffen hätte, kassierte Borussia das entscheidende Tor.

Grundsätzlich wäre ein Unentschieden — eher ein 1:1 als ein 0:0 — das gerechte Ergebnis gewesen, wie übrigens in jedem der bisher vier Rückrundenspiele. Doch der Fußball schert sich in dieser Saison weniger denn je um derartige Belange. Wer mit vergleichbaren Chancen ein Tor produziert, während dem Gegner keins gelingt, der darf sich eben als verdienter Sieger fühlen. Borussias großes Problem ist in dieser Saison die Ausbeute in knappen Spielen, denn eindeutig unterlegen ist sie äußerst selten.

In Köln und Frankfurt war es von allem etwas: Nachlässigkeit in der Abwehr, vergebene Chancen, Pech mit dem Schiedsrichter. Gegen Leipzig galt wieder das, was Vestergaard vorab im Interview mit unserer Redaktion gesagt hatte: "Wir machen es insgesamt ganz gut, müssen es aber in beiden Strafräumen noch besser machen, müssen da konsequenter sein." Die nächste Gelegenheit gibt es am Sonntag beim VfB Stuttgart.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wieder verliert Borussia ein "Unentschieden"-Spiel

(jaso)