Borussia Mönchengladbach: Der Ex-Reha-Trainer Andras Bluhm betreut Ibrahima Traoré

Gastbeitrag von Traore-Physio Andreas Bluhm : „Ich war bei den Pyramiden“

Borussias Ex-Physio Andreas Bluhm betreut während des Afrika-Cups Ibrahima Traoré. Sportlich ist das Team im Achtelfinale gegen Algerien Außenseiter. Bluhm spricht aber auch über einen Besuch beim Wahrzeichen Ägyptens und sein Einstandslied.

Eine gute Nachricht: Ich habe die Pyramiden gesehen! Allerdings nur aus knapp 300 Meter Entfernung. Es war anders geplant, aber wir sind im dichten Berufsverkehr nicht vorangekommen. Es war Donnerstag, und das ist hier schon der letzte Arbeitstag der Woche, die Straßen waren total verstopft. Als wir in Gizeh ankamen, stellten wir fest, dass wir nur Euro und US-Dollar dabei hatten, damit konnten wir nicht zahlen. Und auch nicht mit Karten. Bis wir Geld getauscht hatten, waren die Kassen geschlossen. Es war also für die Katz. Oder sagt man in dem Fall: für die Sphinx? Trotzdem kann ich sagen: Ich war bei den Pyramiden.

Was das Sportliche angeht, war ich ja optimistisch, dass Guinea als einer der vier besten Gruppendritten das Achtelfinale des Afrika-Cups erreichen würde. Es hat geklappt. Am Sonntagabend wartet nun Algerien auf uns. Das ist ein schwerer Gegner. Guineas Bilanz ist gut, trotzdem sind wir Außenseiter, denn Algerien hat alle Spiele in Ägypten gewonnen. Aber ich habe Freitag länger mit Ibrahima Traoré gesprochen, während ich ihn behandelt habe, und wir waren uns einig, dass uns ein Gegner wie Algerien vielleicht besser liegt, als einer, der auf dem Papier auf Augenhöhe ist, ganz einfach, weil die Mannschaft vielleicht etwas fokussierter an solche Spiele rangeht. Es sind alle sehr froh, dass es geklappt hat mit dem Achtelfinale, das war schließlich das Minimalziel, auch wenn sich den Verlauf der Vorrunde sicherlich alle etwas anders vorgestellt haben. Jetzt geht mit der K.o.-Phase das Turnier nochmal ganz anders los. Ibo macht nun alle heiß. Und ich habe das Gefühl, dass der Funke überspringt.

Ach, was ich noch gar nicht berichtet habe: Ich musste ein Einstandslied singen. Ich kenne das Ritual ja aus Gladbach, da gab es so etwas meistens im Trainingslager. Ich habe mich für „Stand by me“ entschieden, einen Song, den ich mag. Ich gebe zu: Ich bin kein guter Sänger. Aber solche Aktionen schweißen zusammen. Wie viele Punkte es bei einem Song-Contest gewesen wären, weiß ich nicht, aber ich habe viel Applaus bekommen und Ibo war zufrieden. Also kann ich sagen: Mit dem Resultat war ich zufrieden. Wenn wir das am Sonntagabend in Kairo nach unserem Spiel gegen Algerien sagen können, geht mein Afrika-Cup-Abenteuer in die nächste Runde.

Andreas Bluhm (45), Borussias Ex-Reha-Trainer, ist seit 2018 freier Physiotrainer. Für unsere Redaktion schreibt er über seinen Job als Personal-Physio von Borussias Flügelstürmer Ibrahima Traoré in Guineas Nationalteam.

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